Ein Sturm zieht auf....

  • Wo: Seitengasse am Rande der Stadt, Creo´s letzter Wohnort
    Wann: ca 3 Wochen nach dem Konvent
    Wer: Syhnal, offen


    Scharf peitschte der Wind den Regen durch die Gassen am Rand der Stadt. Die tiefen und schweren Gewitterwolken, verdunkelten den späten Nachmittag, und machten ihn schon fast zur Nacht.
    In der Ferne war das Donnergrollen auch durch das heulen des Windes zu hören, Blitze die den Horizont durchschnitten, kündigten ein Unwetter an.


    Vereinzelt liefen Menschen hektisch durch die Straßen, wurden Fensterläden geschlossen und Türen versperrt.


    Die genügsamen und großen Ponys der Syhnal, schritten ruhig und gleichmäßig durch den dichten Regen, Wasser tropfte vom dichten Schopf, Schlamm bis zu den Fesseln.
    Ein Dutzend von ihnen trug seine Reiter mit stoischer Ruhe durch den aufkommenden Sturm, die weiteren acht Packponys liefen in der Mitte.
    An der Spitze des Zuges, führte jener Krieger, den einige als Sôrbó, Tsze-Noyan der Canis kannten.
    Die Pelzbesetzte Ledermütze tief ins Gesicht gezogen, perlte der Regen von seinem langem Haar, schien schwarz vor Näße, sein Blick ging aufmerksam durch die Gassen die sie durchritten.


    Jene Reiter zu Beginn und am Ende der kleinen Formation, hatten die Gespannten Bögen zur Linken, bereit sofort den Pfeil auf die Sehne zu legen, wenn man sie an ihrem letzten Auftrag hindern würde.
    Trotz des tosenden Wetters um sie herrum, wirkten sie still, wachsam und doch in sich versunken.


    Ihr Ziel war jene Unterkunft, in der ihre Canis bis zum Jahreswechsel gelebt hatte. Hier, am Rande der Stadt, inmitten all jener die von der Gesellschaft fast vergessen waren, hatte sie geholfen wo sie es ihr möglich war, das einfache Leben neben all der Intrigen und dem Machtgehabe genossen.


    Das Donnergrollen braute sich immer näher über ihren Köpfen zusammen, als sie in die letzte Gasse einbogen...

  • Verlaßen wirkte die Gasse, lediglich eine Ratte kreuzte ihren Weg und verschwand behände unter einem Spalt einer Stalltüre.


    Fast am Ende, ließ Sôrbó die Syhnal durchparieren, und schließlich anhalten. Inmitten der Gasse, scherten drei der zwölf Krieger aus, kontrollierten die unmittelbare Umgebung und formierten sich schließlich ein kleines Stück weiter.
    Fast wirkte es, als würde die kleine Gasse abgesperrt werden, jener Bereich um eine hölzerne Treppe herrum, über einem Pferdestall gelegen.


    Im Inneren des Stalles wieherten zwei Pferde fast zeitgleich zu ihrem Artgenossen, ein Syhnalpony erwiederte und drei weitere schnaubten, während Sôrbó absitzen ließ.
    Nur jene insgesamt vier Krieger, die die Gasse zu beiden Richtungen im Auge behielten, blieben auf dem Rücken ihrer Tiere.


    Der Wind zerrte an Kleidung und Haaren, der Regen ging unerbittlich hernieder und man mußte seine Stimme deutlich erheben, um die Geräuschkulisse durchbrechen zu können.


    Befehle wurden gerufen, in einer fremden, hart klingenden Sprache, und die Abordnung schien eingeschworen, jeder wußte was zu tun war.
    Gefolgt von zwei weiteren Kriegern, einem Mann und einer großgewachsenen Frau, schritt Sôrbó schließlich langsam die Treppe hinauf.
    Das so typische Ächzen und Knarren der alten und schiefen Holzbolen, wurde vom Sturm verschluckt.
    Rutschiges Holz unter den Füßen, zögerte Sôrbó einen Moment, als er vor der kleinen Windschiefen Türe stand. Fast schien es, als würde er sich fürchten, vor dem was hinter ihr liegen könnte....

  • Das Vorrücken der Syhnal war jenen, die für die Stadt verantworlich waren, natürlich nicht verborgen geblieben. Das Grollen war nun direkt über den Köpfen der Reiter und die Naturgewalten lieferten sich einen unerbitterten Kampf über die Vorherrschaft des Himmels, ein Spektakel aus tobendem Donner und gleißend hellen Blitzen.
    Sôrbó schritt gerade die Treppe hinauf, als eine Lawine aus Metall um die Ecke bog. Zwanzig vollgepanzerte Krieger, edel sahen sie aus und in ihren blank polierten Rüstungen, spiegelte sich das Licht der zuckenden Blitze wieder. Einer von ihnen hob die Hand und die Lawine kam zum stehen. Kurz verschaffte er sich einen Überblick von der sich ihm darbietende Szenerie, dann gab er einen Befehl und seine Männer schwärmten aus. Jene Syhnal, die einst vor den Toren Assansols gekämpt hatten, erkannten das Wappen sogleich. Die Krieger bildeten einen Kreis um die Reitergruppe und so verweilten sie für´s Erste.

    Violante<br />wie eine Lilie, die dir in die Fresse schlägt<br />wie der Sonnenaufgang am Jüngsten Tag<br />wie eine kuschelige Decke gefüllt mit Stacheldraht<br />wie die zärtliche Umarmung eines blutrünstigen Höhlenbärens<br />wie die einkehrende Ruhe des nahenden Todes

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  • Durch eine Bewegung im Augenwinkel aufgeschreckt, wand sich Sôrbó im jenem Moment zur Seite, als die Vollgerüsteten um die Ecke bogen.
    Zeitgleich wurden Bögen erhoben, Pfeile auf ihr vermeindtliches Ziel gerichtet.
    "Candâr Syr!! Njet tárgjev!" schrie er gegen das Donnergrollen an. Sofort sanken die Bogen, zeigten die Pfeile gen Boden, doch lauernd und verhaltend.


    Sôrbó ballte die rechte Hand zur Faust als Wut in ihm aufstieg. Wollte man sie selbst sogar daran hindern, die Habseligkeiten ihrer Canis zurück zu holen? Wollte man ihnen dieses nun auch noch nehmen?
    Tief atmete er durch, rief sich ins Gewissen nun nicht vorschnell zu handeln und erinnerte sich an die Worte, die Creo ihm stets gesagt hatte, seitdem sie auf diesem Kontinent waren. ...Dinge sind nicht immer wie sie scheinen..sieh genauer hin, bevor der erste leichte Weg Dir als verlockend erscheint...


    Die sich formierenden Soldaten im Blick, schritt er ein paar der Stufen wieder herunter, während jene Syhnal die ihn nach oben begleitet hatten, sich vor der Türe postierten.


    Blitze erhellten das angespannte Szenario, die Donnerschläge folgen in immer kürzeren Abständen und kündigten an, daß das Gewitter bald genau über der Hauptstadt liegen würde.


    Noch hatten die Gerüsteten ihre Schwerter nicht gezogen, und jetzt, da sie so nah standen, konnte Sôrbó ihre Wappen und Abzeichen erkennen.
    Erinnerungen an Assansol stiegen in ihm hoch, doch nach all dem was geschehen war, was ihm berichtet wurde, waren Wappen und Abzeichen nichts als bunte Linien auf Stoff.
    "Myr Sôrbó Tsze-Noyan fra Creo Canis, einer unserer letzten Befehle führt uns hierher. Und niemand wird uns daran hindern diesen auszuführen!" seine Stimme war fest und sollten unter den Soldaten Veteranen aus Assansol dabei sein, würden sie wissen wieso dieser Syhnal zwar mit leichten Akzent, jedoch ansonsten in fehlerfreiem Mittelländisch sprach.


    Sôrbós Blick glitt über die blankpolierten Rüstungen und in diesem Moment war er froh, das niemand in seine Gedanken schauen konnte...

  • Sagt Wer? eine kräftige Stimme war in der Gosse zu hören.


    Das scheppern einer Metallwelle war zu hören und das donnern von Hufen. 30 weitere schwer gepanzerte Soldaten auf Pferden kamen heran. Angeführt von einem Reiter mit einer prachtvollen Rüstung aus Leder, Gold und Kupfer. Es war der Schwertarm Paolos Trutz Ulric Wiclaf Kelvenson. Die Soldaten die die Ponyreiter umstellten, öffneten den Kreis. Ohne vom Pferd ab zu steigen, blickte er in die Augen von Sôrbó.


    Ihr kommt nach Paolos Trutz mit gezogenen Waffen in der Hand. In die Stadt des Nordens, in die Stadt des Archons und der Nyame. Und tut so als wären wir Euer Feind! Seine Stimme wurde lauter. Ich und Violante sind lange Weggefährten von Creo Carnis und haben mehr als einmal unser Blut für Sie vergossen. Und Ihr kommt in die Stadt wo wir zu Hause sind mit gezogenen Waffen? Erkläre Dich und wähle deine Worte weise?

  • So langsam wurde es mehr als eng in der winzigen Nebengasse. Unaufhörlich prasselte der Regen nieder, das Scheppern der weiteren Rüstungen vermischte sich mehr und mehr mit dem Donner über ihren Köpfen.


    Sôrbós Braue zuckte, nicht nur wegen der Regentropfen die ihm mittlerweile ins Gesicht perlten. Er zählte nun insgesamt fünzig Schwergepanzerte und atmete tief durch, während er Ulric mit festem Blick ansah, als dieser seine Rede hielt.


    Die Anspannung schien fast hörbar, und doch schüttelte Sôrbó innerlich den Kopf, versuchte die aufkommende Wut zu unterdrücken.
    Das man sie selbst jetzt, da Creo tot war, nicht ihre Sachen wenigstens zu ihrem Volk holen lassen wollte, schmerzte tief in der Brust.


    Er hörte die unterschwellige Drohung jenes Mannes, von dem er wußte das er Creo damals nach Assansol gefolgt war, doch schluckte er seinen Ärger buchstäblich herrunter.


    Ruhig, und doch mit fester, lauter Stimme kämpfte er mit seinen Worten gegen das Unwetter an.


    "Ich bin Sôrbó, Tszé-Noyan der Canis und ich kenne Euren Namen Sir Ulric. Wie ihr sicher wißt, ist auch Creos Volk in den Norden gezogen, hat seine Herden durch unbesiedeltes Gebiet ziehen lassen und seine Krieger an den Grenzen zum Schutze des Nordens postiert gehabt.
    Sicherlich wißt ihr auch, was bei dem was Konvent genannt wurde, geschehen ist.
    Soll es uns nun auch noch verwehrt sein, das Eigentum der Canis zu holen? Hier aus dieser..."
    er drehte sich kurz und langsam zum Gebäude hinter ihm um "..Behausung zu holen, wo sie zuletzt ihre Zeit verbrachte um all jenen Wesen hier in den hinteren Gassen zu helfen, bevor sie unter Arrest stand.


    Ja unsere Bögen sind gespannt...schaut Euch doch einmal um? Wissen wir was uns hier erwartet? Wissen wir ob wir Diebe vertreiben müßen? Oder schlimmer noch...jene die ihren Hass auch weiter auf Creo lenken?" seine Stimme begann leicht zu zittern, er stoppte kurz, sprach dann ruhiger weiter "Wir erhielten Kunde darüber wie man sich verhalten hat, wie die Fackelträger riefen und wie sich so viele abwandten denen Creo treu gedient hatte. So ließen wir die Vorsicht walten vor dem tiefen Vertrauen welches unsere Canis stets in andere Wesen hatte.
    Wenn dies ein Verbot berührt, dann sei dem so. Doch braucht ihr mir nicht zu drohen, dann hindert mich daran Sir Ulric, meiner Canis und Eurer Wegefährtin wie ihr sie selbst nennt, die Ehre zu erweisen ihre Habseligkeiten zu ihrem Volk zurück zu bringen!"


    Sôrbo stand gerade, bereit für das was kommen würde...

  • Nun das Ihr Carnis Eigentum holen wollt, steht hier nicht zur Sprache. Als Freund von Creo stimme ich der Sache voll und ganz zu. In meinem Herzen trauer ich um Creo wie die meisten hier. Ich war dabei als Creo Carnis starb. Euch habe ich nicht gesehen wenn ich mich erinnere. Damit wäre Eure Frage sicherlich geklärt ob die Nachricht vom Konvent zu mir gekommen ist.


    Die trauer über die Geschenisse des Konvents stehen Ulric ins Gesicht geschrieben.


    Die Frage die ich Euch gestellt habe lautete, warum reitet Ihr mit gezogenen und kampfbereiten Waffen durch diese Stadt? Und warum seid Ihr mit Eurem Anliegen nicht erst zur Protektorin dieser Stadt gegangen? Schließlich ist das Haus, was Ihr betreten möchtet Eigentum des Nördlichen Siegels. Eure Haltung, mit der Ihr durch diese Stadt gezogen seid, zeigt mir Ihr erwartet einen Kampf. Also erwartet Ihr hier in dieser Stadt Feinde.
    Deswegen frage ich Euch noch mal, Warum reitet Ihr mit gezogenen Waffen durch die Stadt des Archons und der Nyame?

  • Als Ulric erwähnte, das er dabei war als Creo gerichtet wurde, ging fast merklich ein Ruck durch das Dutzend Syhnal. Augenpaare die unter Pelzmützen Ulric musterten.
    Sôrbó zog scharf die Luft ein, seine Lippen pressten sich für einen Moment zu schmalen Schlitzen zusammen.
    "Natürlich könnt ihr mich dort nicht gesehen haben, als Tsze-Noyan der Canis ist es meine Pflicht ihre Aufgaben zu übernehmen, wenn sie nicht bei uns weilt. Sicherlich wurdet ihr selbst auch nicht von all Euren Untergebenen begleitet!"
    Seine Stimme schnitt scharf durch den dichten Regen, der leise Vorwurf Ulrics er sei nicht bei der Canis gewesen, ließ sein Blut vor Wut in Wallung geraten.


    Doch zügelte er sich selbst, rief sich ins Gedächtniss weswegen sie hier waren und schwieg einen Moment, um sich zu sammeln.
    "Ich habe Euch bereits die Frage beantwortet, warum wir Vorsicht walten ließen. Ein gespannter Bogen, ist noch kein gezogenes Schwert, erst der Pfeil vollendet die Waffe!"
    ..will er nicht verstehen? Oder hindert Ihn sein Helm daran meine Worte zu vernehmen?... schoß es Sôrbó durch den Kopf.
    In solch einem Moment, in solchen Zeiten, sich an solchen Dingen hochzuziehen...das sah ihnen ähnlich. Sich verstecken hinter Kleinigkeiten und das Wichtige verdrängen weil es unangenehm ist.


    Langsam atmete der Syhnal durch, auch um nicht in die eigene Sprache zu verfallen. Auch wenn er mittelländisch von klein auf in der Sklaverei gelernt hatte, und er sie fehlerfrei und mit nur leichten Akzent sprach, so fühlte er sich doch in seiner Sprache wohler.


    "Ja, wir erwarten hier Feinde!
    Wie ich schon sagte, erreichten uns die Taten die in Holzbrück geschehen sind, die Worte die gebrüllt wurden, die Demütigungen die Creo aushalten mußte.
    Ich frage Euch Sir Ulric, könntet ihr Euch noch sicher sein welche Wappen die Zeichen der Freunde und welche der Feinde sind? Nach all dem?
    Ihr alle habt den Sieg über Creo errungen, und somit auch über uns. Eure Herrscher werden ihre angestammte Beute erhalten, doch auch dafür müssen wir den Besitz der Canis zu ihrem Volk zurückbringen.
    Und dafür müssen wir erst um Erlaubniss fragen?"
    bitter lachte er auf "Oder geht es Euch darum, Eure Siegesbeute....."
    Ein Donner verschluckte die letzten Worte Sôrbós,Unverständniss lag in seinem Blick.

  • Zwischen den geduckten Häusern der Gasse, im Schatten eines Mauervorsprunges , beobachtete jemand das Geschehen.
    Weit genug weg, um nicht direkt aufzufallen und doch nah genug daran um die Haltung, das Gebahren aller Beteiligten studieren zu können.


    Der Regen hatte das Wesen bereits bis auf die Knochen durchweicht, die Haare klebten am Kopf und am Boden bildete der Regen Pfützen.


    Das schien es alles nicht wahr zu nehmen - viel eher jedoch den Geschmack des beginnenden Kampfes und erneuten unnötigen Blutvergießens.


    Bilder durchzuckten hinter den Augen den Kopf und mühsam wurden diese verdrängt.


    "Wann begreifen sie, dass dieses Land die Spielregeln bestimmt und jene denen afal Macht zugestehen, diese auszulegen...." war einer der Gedanken des Wesens.


    Es zögerte - sollte es eingreifen?
    In Holzbrück war es nicht möglich gewesen, aber hier?


    "Akkaga, was tust na da nur?"

  • Ulrich war an Ulric's Seite wie es nun seine Aufgabe war. Er war als einer der Gerüsteten mitgegangen. Nun ging er zu Ulric legte ihm die Hand auf die Schulter.


    Lass sie Ulric. Du weißt genau so gut wie ich, dass die Syhnal die selbe Ehre im Leib haben wie Creo. Wenn du willst, biete ihnen freies Geleit aus der Stadt. DOch bedenke, dann sind wir für ihre Sicherheit verantwortlich. Sie wollten doch nur, dass diese Angelegenheit schnell erledigt wird. Sie sind in zwei oder drei Stunden wieder verschwunden und alles ist so als ob sie nie hier gewesen wären.


    Danach wandte er sich um und nickte Sôrbó verständnissvoll zu.

  • Ulric merkte die Hand auf seiner Schulter. Sollte er nicht wissen das Ulric das tuhen musste. Schließlich ist dies die Hauptstadt des Nordens. Da maschiert man nicht mit kampfbereiten Waffen durch die Gossen.


    Wie ich mit bedauern feststelle, hast Du deine Worte nicht weise gewählt. Deine Anschuldigung, dass ich einen Sieg über Creo Carnis erreicht haben soll, vergesse ich Dir nie. Wärst Du nicht von Creo Carnis, hättest Du jetzt keinen Kopf mehr auf deinen Schultern Pony Reiter.
    Ein paar Tränen sammelten sich in Ulrics Augen. Scheinbar hatte Sôrbó einen Nerv getroffen. Ulric schluckte einmal, dabei drangen die Tränen aus den Augen heraus und rollten über seine Wangen. Solche Worte gerade an Ulric gerichtet. Hatte er nicht Creo Carnis durch das Portel gezogen als Sie von Feinden umstellt waren.


    Um deine Frage zu beantworten, ich weiss wer meine Freunde sind. Bei diesen Worten blickte er kurz Ulrich an. Freunde muss man sich verdienen. Durch Taten, Handeln und den Umgang untereinander. Aber davon verstehst Du wenig. Ihr seid nicht besser als jene die Creo Carnis verurteielten, in Holzbrück. Den Auch Sie haben nur Feinde gesehen in Ihrer Trauer und Ihrer Verblendung. Auch sehe ich nicht Creo Carnis Ehre wie Ulrich sagt. Ich sehe nur Hass. Geh und hole die Sachen von Creo Carnis, dann verschwindet aus dieser Stadt und hoffe das Du mich nie wieder siehst. Um deinet Willen.


    Ulric hob die Hand und gab einen Befehl, der jedoch im Donner unterging. Die Reiter drehten sich um und verschwanden unter dem grollen der Hufen aus der Gosse, ohne das je einer von Ihnen seine Waffe in der Hand hatte. Auch von den Soldaten die die Pony Reiter umstellt hatten, blieben nur vier mit Ulrich zurück um zu kontrollieren was passieren wird.

  • Ulrich sah seinem Freund traurig nach. Es gab hier zu viel verletzten Stolz. Zu viel Trauer und Verbitterung. Doch genau das führte zu unbedarftem handeln. Von daher war er zu einem Teil froh, dass Ulric weg war.


    Gut Sôrbó, nun tut weswegen ihr her gekommen seit. Ich würde mich auch freuen wenn ich meinem Freund Ulric deine Entschuldigung überbringen dürfte. Es ist auf dem Konvent sehr viel passiert. Auch bei uns sitzt der Schmerz um den Verlust tief. Doch sehe zumindest ich es so, dass wir auf der selben Seite stehen. Wir stehen alle auf der Seite der Vernunft. Ich selbst habe sehr lange über die Geschehnisse um Creo nachgedacht. Sie war eine tote Frau oder wäre auf ewig in einem goldenen Käfig gewesen. Selbst wenn sie die Verhandlung überstanden hätte, wäre sie entweder einem Messer in der Nacht zum opfer gefallen oder wäre unter so gutem Schutz gewesen, dass sie sich nicht mehr frei bewegen hätte können. Ich bedaure es zu sagen, aber nichts hätte sie vor den Verblendeten retten können. Glaube mir, ich weiß mit am besten wovon ich rede. aber dies ist hierfür nicht der Richtige Ort. wenn du es magst kannst du mich aber jederzeit zu einem Gespräch aufsuchen. Ich bin überzeugt, du weißt wer ich bin und wo du mich findest.


    Danach wies Ulrich die 4 Soldaten an die Gasse abzuriegeln und schickte sich selbst an Sôrbó ins Haus zu folgen.

  • Das Wesen bewegte sich leicht, als die Reiter und Soldaten abzuziehen begannen.


    Offenbar hatte zumindest Ulrich genug Kraft um zu bleiben.


    So blieb sie sichtbar stehen und zeigte sich Ulric, sah zu ihm hinauf.
    Der Blick sagte "Bleib!"


    Ob die syhnal sie sahen, darauf achtete sie nicht - würde es wichtig sein, würden diese sich regen.


    Regen perlte über durchnässte Kleidung, rann über grüne Haut und es war nicht sichtbar ,ob Tränen in den Augen standen.
    Und trotz des Anblicks der einen nassen Hund ähnlich war, spürte man das sie sich hier und heute keine Schwäche erlauben würde.


    Der Rücken gerade, doch die Knie wie immer leicht gebeugt, wie ein Raubtier auf dem Sprung, den Kopf stolz im Regen erhoben.
    Bei Creo´s leerer Hülle, da war es egal gewesen , als sie dieser den Respekt erwies. Ma´urat.


    Die rechte Klaue zuckte kurz, als woltle sie diese gen Brust heben, doch der Impuls wurde unterdrückt. Keiner sollte merken, dass sie noch immer damit kämpfte das Gefühl zu haben, zu ersticken. DAs es sich anfühlte, als hätte jemand die Hälfte ihrer Lunge herausgerissen.

  • Ulric verstand diesen Blick. Sein Kopf war nach vorne geneigt. Die Zügel des Pferdes langen locker auf. Es wirkte so als wäre Ulric in seinem Sattel zusammen gesackt. Seine Wangen waren von Tränen überlaufen. Die Augen gerötet. Der Regen konnte die Spuren, dank des Helmes, nicht verwischen. Selten sieht man Ulric in so einem Zustand. Er schluckte einmal und versuchte mit aller Kraft die Fassung wieder zu erlangen. Langsam stieg er vom Pferd ab richtete seine Schultern und Blicke in das Gesicht das im Vertraut war...

  • Grüne Augen fingen den tränenschweren Blick Ulric´s auf.
    Erinnerungen an diesen Abend...so viele Tränen, so viel Schmerz, Verzweiflung, Unglauben.....und hier stand einer aus dem Volke Creo´s, der nicht dabei gewesen war, aber jene zu strafen schien, die es miterlebt hatten.
    Die machtlos mit an sehen mußten , was geschehen war.


    Doch genauso wußte die Uruk, dass Schwäche hier der falsche Weg war.
    Ihr war nicht klar, wie die Syhnal an den Torwachen von Paolo´s Trutz vorbei gekommen waren. Sie verstand nicht, wieso Sorbo nicht zu Violante gegangen war - zu jener Person die stundenlang für Creo gekämpft hatte, dort und auch bei vielen anderen Gelegenheiten.


    Hier im Regen stand jener der geschworen hatte das Schwert Creo´s nach Assansol zu bringen, dort stand ein guter Freund aus den Reihen der Torstädter...und sie selber, Auge in Auge mit dem Schwertarm von Paolo´s Trutz.


    Die geballte Klaue öffnet sich langsam, der Arm hob sich und schwer ließ sich die Klaue dann auf der Schulter von Ulric nieder. Der Gardeschild kam unter dem Mantel zum vorschein, im grellen Blitzgetöse leuchtete der Manticor knöchern auf dem dunkelgrün.


    Mit einem kleinen Schritt überbrückte die Uruk dann den Abstand zu Ulric, neigte das Maul leicht gen seinen Ohren.
    Im Wind, der durch die Gassen fegte gingen ihre Worte scheinbar unter. (PN)
    Der Griff auf der Schulter spendete Trost und gab Halt mit seiner Festigkeit.


    Intensiv hielt sie den Blick aufrecht und fügte noch etwas an, dass in einem hallenden Donner unter ging.
    Die letzten Worte waren eindringlich gesprochen, ihr Kopf legte sich leicht schief, und die Linke Klaue umfing die andere Schulter.
    Ein sehr schmales, aufmunterndes Lächeln umspielte die Hauer.


    "Sei Stark, ich bin da!"
    Bevor das zittern der Klauen zu auffällig wurde, löste sie diese von Ulric, doch das verräterische Atemholen, nach Luft gieren konnte sie nicht komplett überspielen.


    "Bist du bereit?" fragte sie ihn gut hörbar und ihr Blick drückte Dankbarkeit aus, dass er geblieben war.

  • Jarl! Flüsterte eine Frauenstimme. In deinen dunkelsten Stunden, folge dem Licht der goldenen Herrin, sie wird dir leuchten und die Schatten der Dunkelheit vertreiben! Ihr Blick verweilte auf ihrem Ritter. Aeris, mögest du meine Worte zu ihm tragen! Dann verschwand sie so unbemerkt, wie sie gekommen war und dankbar für die Freundin, die er jetzt an seiner Seite stehen hatte.

    Violante<br />wie eine Lilie, die dir in die Fresse schlägt<br />wie der Sonnenaufgang am Jüngsten Tag<br />wie eine kuschelige Decke gefüllt mit Stacheldraht<br />wie die zärtliche Umarmung eines blutrünstigen Höhlenbärens<br />wie die einkehrende Ruhe des nahenden Todes

  • Blitz und Donner selbst, mahnten Sôrbó beherrscht zu bleiben.
    So schluckte er die Beleidigung Ulrics stumm, presste jedoch die Lippen fest aufeinander und starrte dem Schwertarm von Paolos Trutz einen Moment hinterher.


    Als Ulrich vor ihn trat, schien es fast als würde der Syhnal durch ihn hindurchschauen. Lediglich als Ulrich meinte, Creo wäre sowieso eine tote Frau gewesen, blitze abscheu in Sôrbós Blick kurz auf. Langsam schüttelte er den Kopf, sah seine befürchtungen bestätigt indem was hier geschah.


    Er schwieg. Doch seine Gedanken rasten. Er atmete schneller, und dies war das einzige Anzeichen, das hier einen Schritt zu weit gegangen wurde.


    Fest hatte Sôrbó Ulrich in die Augen geschaut. Bedauern lag im Blick des Kriegers, versteckte den Schmerz des Verlustes, den er und sein Volk erdulden müßten.


    Dann drehte er sich wortlos um und schritt erneut die Stufen zur Tür noch oben..

  • Ulrich erwiederte den Blick Sôrbós genau so fest. Doch seine Körperhaltung wirkte leicht abgekämpft. Auch er schüttelte den Kopf nachdem Sôrbó sich umgedreht hatte. Doch er wollte es dabei nicht belassen und folgte dem Mann die Stufen hinaus.


    Denke einmal ehrlich drüber nach. Glaubst du nicht, dass die Tivar Kharassil und ihre "Anbeter" Creo in jedem Fall ermordet hätten? Es war mehr als ein mal ein Lynchmob unterwegs auf dem Konvent. Doch diese konnten zum Glück aller immer wieder abgewehrt werden. Die Herrin dieser Stadt hat alleine sieben Stunden für Creo gekämpft in ihrer aussichtslosen Lage. Ich gebe zu das ich selbst vermutlich hätte mehr tun können, aber auch ich habe auf dem Konvent einiges einstecken müssen. Ich will mich damit nicht entschuldigen. Ich denke, dass ich euren Schmerz und eure Enttäuschung nicht annähernd verstehe. Aber ich selbst bin auch enttäuscht und entsetzt. Vor allem darüber wie machtlos die jenigen mit Macht sein können.


    Ulrich atmete tief durch. Es glich eher einem Schnauben als einem Atmen.


    Ich selbst hane ihr Schwert in die Graue Stadt getragen. Ich werde es auch noch nach Assansol tragen zu ihren ehren. Ich werde bei der Belagerung dabei sein. Ich bitte dich, lass uns ihr Andenken ehren. Ich weiß, dass es nicht einfach ist nachdem es so gekommen ist wie es ist. Doch auch du weißt, dass sie immer ihren Weg gegangen ist. Aber ich weiß, dass sie nicht paktiert hat. Sie hat einen Fehler gemacht. Sie hat den falschen Leuten vertraut und die haben sie ans Messer geliefert.


    Er folgte ihm noch drei Schritte. Danach presste er ein ohnmächtiges leises Es tut mir leid! hervor.

  • Ulric versuchte seine Gedanken zu sammeln. Erst Aysa, dann Thalenas und jetzt Creo Carnis. Er ist ein Krieger. Hat er nicht schon viele sterben gesehen? Freunde zu verlieren war für Ihm neu. Deswegen war er froh, dass Sie vor Ihm stand. Sie konnte nach empfinden wie leer es jetzt in Ihm sein musste. Dar war es beruhigend einen Freund um sich zu haben.


    Er blickte in das grüne Gesicht und wollte gerade etwas erwiedern, als es so schien als würde er etwas hören. Für einen Moment blickte Ulric ins leere und regte sich nicht. Seine Augenblinzelten ein paar mal und es schien so als wäre er wieder bei klarem Verstand.
    Nach dem er einmal geschluckt hatte, blickte Ulric erneuert in das Grüne Gesicht und hob seine Linke Hand auf die Schulter der Freundin die vor Ihm stand. In seinem Blick war Dankbarkeit.
    Ich bin bereit!

  • Wie fernes Rauschen war das Gespräch zwischen Ulrich und Sorbo vorbeigezogen, doch die Misstönenden Sequenzen darin, da waren heraushörbar.


    Kurz berührte sie seine linke auf ihrer Schulter, eine flüchtige Bewegung, nickte leicht.
    Sie hatte das kurze Abgleiten bemerkt, das sich klären seiner Augen und die wiederkehrenden Reflexe.
    Das war gut.
    Er würde Zeit brauchen, wie so viele und manche Wunden würden sich nie ganz schließen lassen.


    "Dann gehen wir und tun, was getan werden muß. Erweisen wir Respekt."
    Sie wußte nicht, ob Ulric sich von Creo´s Körper verabschiedet hatte, wußte nicht was dort in diesem Verschlag auf sie warten würde.
    Wer wußte ob Diebe und Plünderer nicht schon zugeschlagen hatten...oder andere Mächte.
    Fallen...möglicherweise, aber das würde nicht Creo entsprechen.
    Vielleicht lag aber auch ein Zauber dort....und niemand würde hinein gelangen....alles war möglich.
    Vielleicht würden selbst die syhnal eine Überraschung erleben.


    Mit einem letzten Druck auf seine Hand auf ihrer Schulter signalisierte sie ihm, dass es Zeit war.
    Langsam löste sie sich und ging , begleitet von Ulric auf die Stufen des Hauses zu, auf denen sich Ulrich und Sorbo ein Wortgefecht lieferten.


    Der Regen mochte die Gerüche verändern, nicht aber die Haltung aus de sie lesen konnte.
    Kleine Details wie die Stellung einer Klaue, der Winkel eines Pfeiles oder ein schiefgelegter Kopf.


    Sie reckte noch ein mal das Kinn, straffte sich.
    Ihr Brustkorb brannte.


    Dann hatten sie Sorbo und Ulrich erreicht und der Blick aus mittlerweile düstergrünen Augen fiel auf den Tsze-Noyan.
    Wie würde er nun reagieren?
    Ulrich erhielt ein Nicken,all ihre Aufmerksamkeit galt dem Shynal.