Vorstellung der Senatorin von Yunalesc

  • Ein Bote der Seraphim betrat die Jurisdiktion und steuerte den Empfangsbereich an.

    Sedekiel zum Gruße, seine Exzellenz der Archon des Nordens schickt mich.
    Ich habe hier ein Schreiben für die Juristrix Maxima, welchen ich übergeben soll.

  • Noch bevor der Bote einen der Empfangsschalter erreichen konnte, wurde er von einem der fleißigen Diener des Amtes abgefangen, der sich, als er den Boten als einen derer seiner Exzellenz erkannte, gebührend verbeugte und freundlich fragte:
    "Wünscht Ihr das Schreiben selbst auszuhändigen oder darf ich es Euch abnehmen und Ihrer Hochwürden in Eurem Namen bringen?"

  • "Gewiss."
    Mit einer knappen Verbeugung verabschiedete der Diener sich und eilte die breiten Marmorstufen der Haupttreppe empor, bis er, weiter oben hinter den Ballustraden in einem Gang aus dem Blickfeld des Boten verschwand.


    Den Brief hielt er dabei vor sich, als wäre er zugleich zerbrechlich, eine Kostbarkeit, trug er doch das Siegel seines Archons, und anderseits als wäre eine Last, die er gern von sich werfen wollte. All das beschleunigte wohl seinen Schritt, niemand sonst, war besonders darauf erpicht, die Juristrix Maxima ungerufen aufzusuchen...

  • Sehr geehrte Juristrix Maxima, Protektorin von Paolos Trutz Ganura Fidòsi,


    ich möchte Euch mit diesem Schreiben, die Auserkorene des Ordens, für das Amt der Senatorin für das Protektorat Yunalesc vorstellen.
    Die Mutter Konfessor Sylvana Katharina von Lichtensteyn, hat sich dazu entschloßen für dieses Amt vorzusprechen.
    Von daher wäre es mir eine große Freude, wenn Ihr, Euch einen Augenblick Zeit nehmen könntet Eure immense Arbeit zu unterbrechen und die Mutter Konfessor zu Empfangen.
    Was die Einsetzung des Protektors angeht, so ist noch keine Wahl getroffen worden, ich werde Euch aber sofort Unterrichten, wenn dieses Amt bekleidet werden soll.
    Nochmals meinen Dank, dass ich meinen Amtssitz in der schönen Haupstadt des Nordens einnehmen konnte.
    Der Palasthügel ist durchaus eines der Juwelen der Hauptstadt und die Architekten die wahrscheinlich Eure Ideen umgesetzt haben, sind vortrefflich in Ihrem Handwerk gewesen.


    Hochachtungsvoll seine Exzellenz


    Walays von Rabenschrey, Archon des Nordens

  • Nach einer halben Stunde kehrt der junge Mann zurück, diesmal eine andere Schriftrolle vor sich her tragend mit spitzen Fingern, als wäre er froh, wenn er das kleine Schriftstück mit seinem schweren, grünen Wachssiegel los würde. Er schien sich sehr beeilt zu habe und wirkte etwas abgehetzt, jedoch schien er erleichtert, als er die kostbare Schrift dem Boten übergeben konnte. Alles, was von ihr kam hatte etwas unheimliches an sich.




    "Oh ehrenwerte Exzellenz,


    eine Freude ist es mir, jene, die wünscht das Amt der Protektoratssenatorin Yunalescs zu bekleiden, zu empfangen. Ihr mögt sie zu mir senden, sobald jene abkömmlich ist und ich will sie freudigst noch heute empfangen.


    Vorzüglichst


    Ganura Fidòsi


    Hochjuristin und Justizverwalterin des Nordens - Juristrix Maxima
    Protektorin von Paolos Trutz
    Protektoratssenatorin von Paolos Trutz"

  • Wenn die Seraphim etwas besaßen worauf sie sichtlich stolz sein konnten, dann waren es ihre emsigen und wahrlich raschen Boten. Sylvana hatte nicht vor die Juristrix warten zu lassen. Es war auf dem letzten Feldzug oft genug geschehen, dass die anberaumten Treffen nicht zustande gekommen waren.


    Auf den akoraten Sitz ihrer Kleidung bedacht, hatte sie sich bereits, als Walays ihr von dem Brief berichtet hatte, das neue Kleid bringen lassen.


    So betrat sie nun in den Farben des Nordens das Gebäude auf das man sie verwiesen hatte. Das dunkle Grün des Kleides bot einen scharfen aber passenden Kontrast zu dem weißen Konfessorenmantel, den sie eigentlich nur zu offiziellen Anlässen trug, damit jener nicht beschmutzt werden konnte. Auf der schwarzen Scherpe, die sie vorn auf ihrem Rock trug und die etwa dort endete wo man seine Hände vor dem Körper falten konnte, prangte in strahlendem weiß das Wappen des Archons. Der Engel umrundet von allen 5 Elementen.


    Das rote Haar, dass sie seid sie in den Norden gekommen waren, stets offen trug war schlicht aber edel frisiert und dezent zurückgebunden, damit ihr die Strähnen nicht in die Stirn fielen. Nur die einzelne goldene Strähne fiel sichtlich auf. Ihre Stirn wurde von einem silbernen Stirnreif geziert auf dem ein fein gearbeiteter Engel zu erkennen war.


    In eienr fließenden Bewegung legte sie die Finger vor dem Körper aneinander und sah sich um. Hier war sie noch nicht gewesen, auch wenn sie schon viel im Norden herum gekommen war. Seltsam eigentlich, dass man jene Stadt in der man sich die meiste Zeit aufhielt, oftmals am wenigsten kannte.

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • Die Eingangshalle des Amtes war geschäftig wie eh und je, doch aus dem Regen treiben zu Füßen der großen Doppeltreppe, die nach oben ins verborgene Innere des ehrwürdigen Gebäudes führte, löste sich eine Gruppe von fünf prächtig herausgeputzten Beamten, angeführt von einem alten, dürren Kautz, der wohl der einflussreichste von ihnen war und in der Hierarchie der Jurisdiktion von hohem Rang.
    In einstudierter Gleichförmigkeit doch nicht minder eindrucksvoll verbeugten sich alle zur gleichen Zeit vor Sylvana, als sie sich ihnen näherten und ihr Anführer richtet das Wort an die Seraphim:


    "Seid gegrüßt, Sylvana Katharina von Lichtensteyn, die Ihr Mutter Konfessor Eures Ordens seid.", seine Stimme klang karg und rauh, ausgezehrt und trocken wie Pergament als er diese üblich Aufzählung von Titeln und Namen aufsagte, jedes seiner Worte so fahl und alt wie seine graue Haut. Er streckte einen dürren Arm aus in Richtung der prachtvollen Stufen und fuhr fort, "das Amt der Jurisdiktion begrüßt Euch. Ihre Hochwürden erwartet Euch. Wenn Ihr uns folgen wollt..."


    Noch als er sprach, begann er sich schlurfend in Bewegung zu setzen, als wenn er seinen alten Knochen einen Vorsprung einräumen wollte. Sein Leib, verpackt in viele Schichten edler Amtsroben mag alt sein, doch sein Blick hinter den triefend grauen Augen war wachsam und schien jede Regung Sylvanas einzufangen.

  • "Seid mir, im Namen der Elemente, gegrüßt." sprach sie mit einer sanften und ruhigen Stimme und neigte leicht den Kopf. Ein freundliches Lächeln lag auf ihren Lippen, das Ruhe und Gelassenheit, aber auch ehrliche Offenheit austrahlte.


    Sie folgte ihm bedächtig, darum bemüht ihm einen kleinen Vorsprung zu gewähren ohne dies so offensichtlich zu tun, dass es ihn beleidigen könnte.
    So nutzte sie den Moment und betrachtete Einzelheiten des Gebäudes und erfreute sich auf den langsamen Weg die Stufen hinauf der raffinierten Schönheit des Gebäudes.

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • "Hier entlang..." Sylvana wurde bis ganz nach oben geführt und die schweren Flügel der Türe zum Büro der Juristirix wurden für sie geöffnet, damit sie eintreten konnte.


    Der Herbst schickte die letzten sanften Strahlen der Sonne durch die großen Bogenfenster hinein. Der Tag war kurz und bald versank Ignis' Himmelsfeuer hinter dem Horizont.


    Die Juristin erwartete die Mutter Konfessor und sie schien in erstaunlich informeller Art und Weise erfreut über den Besuch Silvanas. Ihr Büro war wie immer überschwänglich voll der Kostbarkeiten und Geheimnisse, doch prasselte das Feuer hoch in dem prunkvollen Kamin, neben dem zwei große Lehnsessel standen und es waren sogar Getränke und Gebäck bereit gestellt um Sylvana zu empfangen.

  • Sylvana betrat die Räumlichkeiten und ließ ihren Blick kurz schweifen. In diesem Moment war sie froh, dass sie ihre kindliche Neugier unterdrücken konnte und in kurzer Zeit soviele Eindrücke aufzunehmen versuchte wie ihr möglich war. Allerdings war ihre aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Juristrix Maxima gelenkt.


    Sachte strich sie sich die Kapuze von ihrem Kopf und setzte ein ehrliches und offenes Lächeln auf. Seid dem letzten Feldzug hatte sie auf ein Gespräch gehofft, immerhin hatte sie der Juristrix ihr Wort gegeben.


    "Werte Juristrix Maxima, ich bin ehrlich erfreut, dass ihr mich empfangt, nachdem es uns bisher nur kurzzeitig vergönnt gewesen ist einige Worte zu wechseln."

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • "Ihr werdet feststellen, dass es noch viel Zeit geben wird, der Disputatio zu frönen, da Ihr nun bald der Kurie angehören werdet." gab die Juristrix mit einem verschmitzen Lächeln zurück. Sie erhob sich und machte ein paar Schritte hinüber zum Kamin, die vielen Schichten Seide an ihr knisterten leise und kostbar. Die Perlen in ihrem Haar glitzerten. Mit einer Geste bat sie Sylvana zu sich.


    "Setzt Euch." sagte sie beinahe sehr freundlich - die bestimmende Art war anscheinend nicht leicht abzustreifen - doch es klang wie eine ehrliche Einladung.

  • Sylvana schritt ruhig zu ihr hinüber und setzte sich in einer fließenden Bewegung in die Nähe des Kamins. Mit einer bedachten Bewegung die wie gewohnt wirkte schlug sie ein Bein über das andere und strich die Falten ihres Kleides glatt. Ihre Haltung blieb ob des bequemen Sitzes gerade und ihre Arme fanden auf den Lehnen ihren Platz.


    "Habt Dank." sagte sie ruhig. Den leisen Unterton in ihrer Stimme hatte sie bemerkt, aber sie nahm ihn einfach als gegeben hin und er störte sie nicht weiter.

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • Sylvana dachte einen Augenblick nach.


    "Nun ja. Meine Aufgabe, das wofür ein Konfessor strebt, lernt und arbeiten sollte, liegt wie mir scheint in Mythodea. Ich komme aus einem friedlichen Land und bin um meiner Ausbildung gerecht zu werden schon früh aufgebrochen um jene Länder zu suchen die bluten und Heilung suchen. Denn sonst ist das Amt eines Konfessors eine doch recht müßige Angelegenheit und eher ein Titel denn eine Aufgabe. Mythodea ist ein Land zerrissen von Krieg auf der Suche nach Heilung. Das war der Grund dafür, dass ich herkam. Ich blieb, weil man mich brauchte und ich kam in den Norden weil der Weg den Seine Exzellenz beschreiten musste mich hier her führte."


    Sie schürzte leicht die Lippen und warf einen kurzen Blick in die Flammen bevor sie wieder den Blick ihres Gegenübers suchte.


    "Der Norden ist ein aufstrebendes Reich und voller verkannter Völker und Orientierungen. Vielleicht sieht Seine Exzellenz mich deshalb als geeignet weil ich zum einen an das Wohl des Nordens und das Wohl Mythodeas denke und zum anderen allen die mir begegnen ohne Vorbehalte gegenübertrete. Für mich persönlich ist es eine Ehre, mir jenes Amt anzubieten und wenn ich genauer erfahre welche Pflichten mich erwarten, kann ich euch auch sagen, ob ich dem gerecht werden kann, oder besser dem, was von mir erwartet wird."


    Sie legte die Hände in den Schoß.


    "Denn ich will ehrlich sein, ich habe damit kaum gerechnet euch unter diesen Umständen besuchen zu dürfen."

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • Sie hörte Sylvana aufmerksam zu, jedoch war sie erstaunlich direkt: "Seit wann habt Ihr Euch angewöhnt ihn 'Exzellenz' zu rufen, wo Ihr Euch doch so nahe steht?", ihre Stimme klang hell und ganz und garnicht streng wie sonst.

  • "Ich gewöhne mich schnell daran welche Etikette es zu verfolgen gilt. Wenn dies kein offizielles Gespräch zwischen uns ist sondern eines von Frau zu Frau, dann würde ich ihn bei seinem Namen nennen. Dazu müsstet ihr mir aber mitteilen um welche Art Gespräch es sich handelt."


    Sylvana neigte leicht den Kopf, wirkte mit dem goldenen Schimmer in ihren Augen, der der Juristrix irgendwie...fremd, oder neu... vorkam fast ein wenig spitzbübisch.


    "Ich habe das Gesetzbuch gelesen. Es ist wichtig, dass jeder erkennen kann, dass auch der Orden hinter dem steht was er tut, ganz gleich ob er in unserer Hirarchie weit unter mir stehen würde und er in meiner Heimat vor mir auf die Knie gehen würde. Es mag für viele ein Ränkespiel um Titel und Macht sein, für mich ist es ein Zeichen des Respekts für den Weg den Walays beschreitet und ein Symbol für meine Loyalität gegenüber Seiner Exzellenz."


    Die Betonung war dazu gedacht, zu verdeutlichen, dass sie da sehrwohl einen Unterschied sah, es klang weder belehrend noch unhöflich, sondern einfach untermauernd.

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • Nach dieser Antwort sah die Hochjuristin sie lange forschend an. Sah funken Ignis lodern in Sylvanas Augen, die so ganz anders waren, als die Ganuras. In ihren war nur Schwärze.


    Sie schien Sylvana zu mustern, nicht mit ihrem Blick, der sich kaum änderte, sondern mit ihren Gedanken, schien alles, was sie von Sylvana wusste wach zurufen in ihrem Geiste um die Ordensfrau der Seraphim einzuschätzen, nach außen blieb sie vollkommen unbewegt.


    "Hm." machte sie dann. Es klang wie eine Anerkennung, wenn auch eine zurückhaltende, und dann hatte sie wieder ihre Strenge in der Stimme:


    "Wisst Ihr, für mich gibt es keine Trennung zwischen Offiziellem und Privatem. Die Welt lässt sich nicht in Offenbares und Geheimes trennen, es ist alles verwoben. Ich weiß, dass Ihr viele Tugenden besitzt und einen wachen Geist. Ihr währet mehr denn nur geeignet für das Amt einer Protektoratssenatorin, und mir ist auch bewusst, welchen Stand Ihr innehabt in Eurem Orden und dass diesem ein weltliches Amt hier im Norden keinen Abbruch tun wird, doch seid Ihr Euch bewusst, dass Eure Anwesenheit verlangt wird in Paolos Trutz wann immer der Senat tagt? Ihr werdet gebunden sein an diese Stadt."


    Anscheinend hatte Sylvana die Prüfung bestanden. Sie hatte sich durch ihre Antwort das Privileg der Offenheit erspielt, vorerst.

  • "Das ist mir bewusst... Daher... gestattet mir die Frage wie es sich mit Feldzügen äußert. Es kann durchaus sein, dass es welche geben wird in denen es für nötig befunden wird, dass ich mit ziehe, denn auch ich führe Streiter in den Krieg. Mir ist bewusst, dass sich auch andere Senatoren an Kriegszügen beteiligen, daher gehe ich davon aus, dass es sich in irgendeiner Art und Weise vereinbaren lässt."


    Dann strich sie sich in einer eleganten Bewegung eine einzelne goldblonde Strähne aus der Stirn.


    "Sollte eure Frage jedoch darauf abzielen, dass es für mich, sofern ich dieses Amt bekleiden werde, sehr wahrscheinlich kein Zurück mehr geben wird, so ist das mir und auch meinem Orden sehr bewusst. Ich sehe den Norden inzwischen als mein neues zu Hause an, daher bin ich bestrebt darin ihm zu dienen."

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.