Besuch aus dem wilden Land

  • Nachdem Fuchs in Kjona zu Besuch gewesen und sich lange mit Aenna und Naira unterhalten hatte, war man nach Exilia aufgebrochen.


    Und so kam es, dass das Spitzohr noch kurz vor dem Aufbruch zum Sommerfeldzug bei Galwine und den Anderenvorbeischauten, die das Treffen in Paolos Trutz mit den neuen Kjona-Bewohnern veranstaltet hatten.



    Niemand in Exilia kannte Naira wirklich gut. Die Elbe war in der Spiegelwelt nicht die zugänglichste Person gewesen - belastet von ihrer Rolle als Khalarin, belastet vom Tod ihrer Adoptivmutter Mahrukkaa, und grundsätzlich zwiespältig, einzelgängerisch und widerborstig, bisweilen fast herrisch in ihrem Drang, nur das zu tun, was sie selbst wollte!

    Fast immer war ihre Gemütslage in düstere Farben getaucht gewesen.


    Umso überraschender war es, dass sie jetzt wie ausgewechselt war! Sie bewegte sich um ein Vielfaches schneller und geschmeidiger, lachte, blickte die Leute offen an und schien den allermeisten Dingen fröhlich und offen entgegenzutreten.

    Auch ihr Gesicht wirkte verändert - strahlender, entspannter.

    Hätte sie nicht die gleichen Kleider getragen wie zuvor hätte man sie kaum für Naira halten können!


    (OT: Bitte leg mal fest, wo und wie Naira jemanden antrifft!)

  • Aenna war gemeinsam mit den anderen nach Exilia gereist. Es war ihre Idee gewesen noch vor dem Sommerfeldzug nach Exilia zu kommen. Sie war auf persönliche Einladung Galwines hier und wollte diese nutzen.


    Aufregung hatte sie ergriffen als die Hauptstadt Exilias näher kam und sie diese schließlich betreten hatte. Die Aufregung mussten auch Naira und Fuchs gespürt haben. Aenna war noch nie hier gewesen. Die Erzählungen aber hatten sie sehr neugierig gemacht.


    Die salzige Luft erinnerte sie so sehr an ihr Zuhause, dass ihr fast das Herz schwer wurde. Doch sie war mit einem Ziel hier und wollte sich deshalb nicht in die Melancholie fallen lassen.


    Und so fragte sie direkt nach Galwine. Denn schließlich hatte er sie auch eingeladen.

  • Fuchs hatte die anderen Begleitet. Hier an der Küste so weit im Norden war es kühl geworden doch Fuchs schien sich damit sehr wohl zu fühlen. Fuchs liebte den mineralischen Geruch des Meeres.

    Was Naira aber an Leichtigkeit gewonnen hatte, schien Fuchs verloren zu haben. Er Sprach nur wenig und wenn, schwang eine gewisse Melancholie mit. Mit jedem Tag, den der Sommerfeldzug näher rückte, schien er sich mehr in Gedanken zu verlieren. Manchmal reagierte er nicht ein mal, wenn man ihn direkt ansprach. Wurde er gefragt, was ihn denn so bekümmerte, lächelte er nur und verneinte das ihn etwas belastete. Er schien auch wenig zu schlafen, und wenn murmelte er und wälzte sich viel hin und her.


    Als die Stadt in sicht kam seufzte er. Viele Personen auf engem Raum waren immer anstrengend. Außerdem waren Städte unübersichtlich und man verlief sich schnell... Und dann war da noch der Gestank.... und der Lärm... Fuchs konnte nicht nachvollziehen, wieso man freiwillig in Städten lebte. Als sie das Stadttor passierten, bildeten sich Schweißperlen auf seiner Stirn.

  • Auf dem Weg durch zum Tor Exilias waren Naira und ihre Begleitung über die Brücke gekommen, welche die tiefe Schlucht, die der Stadt als schützender Graben diente, überwand.
    Händler mit voll bepackten Wagen und andere kleine Gruppierungen erreichten und verließen über diesen Weg die Stadt.


    Obwohl im Augenblick nur wenige Personen, hauptsächlich Menschen und ein paar Zwerge, auf den Straßen hinter dem Tor unterwegs waren, war eine geschäftige Unruhe zu spüren. Etwas schien die Stadt kürzlich in Aufregung versetzt zu haben. Sie konnten einen Mann und eine Frau sehen, die gerade die Fassade eines Hauses ausbesserten und einige Zwerge waren damit beschäftigt, zerborstene Lampen am Straßenrand zu ersetzen. Selbst ein paar Torwachen, die gerade ihre Schicht beendet zu haben schienen und lachend und feixend an der Stadtmauer lehnten, war anzusehen, dass sie aufmerksam, fast nervös ihre Umgebung im Blick behielten.

    Ein älterer, schon beinahe verflogener Geruch nach Panik und Blut hing so subtil im Stein der Häuser und Straßen, dass er unter dem Geruch des salzigen Meeres, des Knoblauchs und der kalten Nordluft höchstens für Fuchs zu erkennen war.


    Nach Aennas Anfrage bei einer der diensthabenden Torwachen, steckte die muskulöse Frau mit der Schildkröte auf der Rüstung zwei Finger in dem Mund und stieß einen schrillen Pfiff aus. Einige Momente später erschien ein schlacksiger Junge, der ebenfalls die Farben und Zeichen Exilias trug, zwischen zwei Häusern und eilte etwas außer Atem zu der Frau.

    „Lauf zur Großen Halle und sag denen dort, dass Gäste angereist sind.“

    Zu der kleinen Gruppe gewandt sagte sie schroff „Wenn ihr tatsächlich geladene Gäste Exilias seid, wird man euch wohl 'ne Nachricht schicken.“


    Nachdem der Junge fortgeeilt war, musterte sie Naira genauer und fuhr dann etwas ruhiger fort „'ch glaub ich kenn das Gesicht...hm, kann nie sicher genug sein. 'tschuldigt unsere Vorsicht, die Zeiten sind nicht so friedlich wie sie mal war'n. Stadt erholt sich gerade erst von 'nem ordentlichen Schrecken. Wenn ihr 'ne Bleibe braucht, bis die da in der Halle von sich hören lassen, im Grünen Graben gibt's bestimmt 'n Platz und 'n gutes Brot.“

  • Aenna nickte lächelnd. Ihr war klar gewesen, dass sie nicht einfach so zu Galwine hindurch gelassen werden würde. Der Anblick der Stadt bekümmerte sie und so nutzte sie die Gelegenheit um nachzufragen.


    "Die Zeiten sind vielerorts nicht so friedlich wie sie sein sollten. Ist das hier...", sie machte eine ausladende Geste "..durch den Ausbruch der Tiere geschehen oder gab es einen weiteren Angriff?"

  • "Wenn's jetzt noch 'nen Angriff gegeben hätte, hätt' ich wohl keinen Job mehr. Sieht man mal, was so Viecher anstellen können, wenn sie wild sind. Will man nich' auf der falschen Seite stehen, wenn einem die Kavallerie gegenübersteht, wie?"

    Der Wächterin schien langsam zu dämmern, dass sie nun doch ein längeres Gespräch führte als angedacht und sie räusperte sich kratzig.

    "ch vergess wieder meine Manieren. Soldatin Mertha Kohlberg. Falls euch jemand fragt, wisst Ihr jetzt wer euch reingelassen hat. Gibt 'n paar echt schöne Ecken in der Stadt. Also is' alles schön hier. Aber so zum angucken und staunen und so was, was neue Leute in der Stadt machen wollen. In der Innenstadt bauen sie immer an neuen schicken Häusern, da müsste sich Stadtmeisterin Eggerkes finden lassen und dann gibt's natürlich die Höhlen und die Promenade am Meer und so was, wenn Ihr das mögt. Is' aber echt hoch, also die Klippe."

    Sie wandte sich schon wieder dem Tor zu, bevor sie sich noch einmal umdrehte und hinzufügte
    "Und passt auf die Larks auf. Keine Ahnung, ob sie mittlerweile alle haben." Merthas Grinsen verriet nichts darüber, ob sie sich einen Scherz erlaubte oder die Vorstellung, einige Neuankömmlinge könnten einem wilden Lark begegnen, sie tatsächlich irgendwie amüsierte.


  • Naira hatte gar nicht reagiert , als über ihr Gesicht geredet wurde. Sie sah die Frau intensiv an beim Reden, mit dem Blick einer Atani.

    Außerhalb Kjonas, außerhalb der Stämme hatte sie diesen Blick selten gezeigt. Aber sie war nicht mehr dazu aufgelegt, sich anzupassen an die Sitten der Menschen . Oder nein - sie hatte begonnen , ernsthaft durcheinander zu kommen mit ihren Masken ! Spätestens beim letzten Gespräch mit Orathon hatte sie gemerkt , dass sie ihn nicht einfach als Mensch sah und dass es nicht richtig schien, sich vor ihm mit der Maske der kleinen Elbe zu zeigen.


    Nairas dunkle Augen schienen bis in das tiefe Innere der Frau zu blicken - aber es ließ sich nicht erkennen , was sie darin sah oder wie sie es fand.


    "Ich bin hier, um mit dem Protektor zu sprechen . Der mit der silbernen Muschel am Hut." sagte sie mit einem freundlichen Lächeln , als ob sie einen Irrtum richtig stellen wollte.

  • Fuchs war der leicht metallische Geruch nicht entgangen. Aber so wie die Stadt aussah, verwunderte ihn das nicht. Außerdem neigten Menschen, die so dicht beieinander lebten, machmal zu agressionen. So rümpfte er nur leicht die Nase. Fuchs lauschte dem kurzen Gespräch allerdings schienen Naira und die Soldatin aneinander vorbeizureden.


    "Mich nennt man Fuchs" sagte er daher eher beiläufig. "Sind die Larks diese Haiwesen? Wäre es nicht einfacher mit ihnen zu reden, anstatt sie einzufangen? Angst ist zwar gut um andere zu manipulieren, aber länger Wirksam sind übereinkünfte von denen alle profitieren"

  • Haiwesen? Unsere Larks?


    Auch wenn sie gern darüber sprach, dass sie den Reitvögeln eher trauen würde, wenn sie gerupft und glatt wie ein Odondo wären, bei dem Gedanken an auf den Meerestieren reitende Soldaten prustete Mertha nun tatsächlich los, versuchte das Lachen aber noch schnell mit einem Hustenanfall zu kaschieren und räusperte sich erneut.

    Gerade als sie sich an Naira wenden wollte, um der Frau verständlich zu machen, dass es nicht in ihrer Macht lag, jeden Passanten zum Protektor zu schicken, ertönte zwischen den Häusern ein aufgeregtes Rufen:


    „Herrschaften! Noch nicht weggehen, bitte!“


    Der Junge Bote, der zur Großen Halle gesandt worden war, hetzte mit nervösem Gesicht zurück auf die Gruppe zu. Er konnte nie und nimmer in der kurzen Zeit bis zur Halle und zurück gelaufen sein.


    „Verzeiht meine Damen und Herren, wenn Ihr mir noch Eure Namen und Euer Begehr beim Herren der Feste nennen könntet, damit ich Euch ankündigen kann wie es sich gehört!“


    Der peinlich berührte Ausdruck in seinen hektischen Augen verriet, dass es wohl nicht das erste Mal war, dass er vergessen hatte, sich dieses nicht ganz unwichtige Detail zu merken.

  • Naira lachte bei dieser Frage. Aber ihre Augen lachten nicht.


    "Mein Name ist Naira und ich möchte mit dem Protektor sprechen." sagte sie ruhig , indem sie sich freundlich an den jungen Mann wandte. "In der Hoffnung , dass ich meine Zeit nicht nochmal verschwende und umsonst einen langen Weg gekommen bin."

  • Aenna hatte bei Fuchs Frage ebenfalls kurz aufgelacht, es war ein herzliches Lachen. Als der junge Boote nun erneut in das Gespräch trat, konnte man ihr Mitleid ansehen.


    "Mein Name ist Aenna und ich bin auf persönliche Einladungen von Galwyne hier. Deshalb würde ich nun auch gern mit ihm sprechen."



    An Mertha gewandt sagte sie: "Vielleicht solltet ihr eure Booten besser ausbilden. Dann müsste er diese Situation zukünftig nicht mehr ertragen."

  • "Jawoll. Man sollte meinen, er wüsste langsam, was seine Aufgaben sind" knurrte Mertha und warf dem Jungen einen scharfen Blick zu.
    Sie schien sich bewusst zu werden, dass die Situation mehr und mehr ein unliebsames Bild auf Exilias Wache warf.


    "Na los, nu lauf aber und kündige die Gäste beim Protektor an."


    Nachdem der Junge erfahren hatte, was er wissen wollte, entschuldigte er sich noch einmal überschwänglich, warf Mertha einen schuldbewussten Blick zu und joggte davon.


    Als er zwischen den Häusern verschwunden war, bestellte Mertha eine der anderen Wachen herbei, die die Gruppe durch die Stadt zur großen Halle führen sollte.


    "Platz in der Gästeresidenz wird's wohl auch geben für euch. Sollte meinen, das die Leute selbst hinfinden, aber so sollen wir's eigentlich machen. Immer hilfsbereit un' freundlich und so." In solchen Situationen hasste Mertha den Dienst am Tor. Ihre Ohren waren leicht rosarot angelaufen.


    Während die drei die Straße heruntergeführt wurden, war noch leise zu hören, wie der Rest der Torwache herzlich lachte, wobei nicht die Besucher sondern Merthas ungeschickter Umgang mit ebendiesen der Quell der Belustigung für die scherzenden Soldaten zu sein schien.


    Die Wache führte Naira, Aenna und Fuchs nordwärts durch die Stadt. Je tiefer sie ins Zentrum der Stadt vordrangen, desto entspannter wurde die Stimmung zwischen den Steinhäusern. Nachdem die Gruppe den zweiten Mauerring Exilias passiert hatte, eröffnete sich ihnen geschäftiges Treiben auf dem Großen Markt. Hier schien man den Schrecken der ausgebrochenen Larks entweder gut zu verdrängen oder es lag tatsächlich nicht im Wesen der Exilanten, lang an Panik und trüber Stimmung festzuhalten. Von einem Gebäude am gegenüberliegenden Teil des Marktes wehte der Geruch nach frischem Brot und süßem Gebäck herüber und an der Front eines Hauses am westlichen Marktrand hing ein Schild, welches das Haus als das Gasthaus "Zum Grünen Graben" kennzeichnete.


    Von hier aus konnte man nun bereits sehr deutlich die große Halle hinter den Häusern aufragen sehen.

  • "Manchmal frage ich mich, ob die Leute von Exilia sich gern als ein zweites Grin Quihenya sehen..." murmelte Naira im Gehen. "Dieser menschliche Tanz von wegen `Ankündigen im Palast´. Und dafür hetzt man Kinder hin und her! Was hat das für einen Sinn?! Wollen die erst noch ihre Teppiche im Palast waschen, bevor wir unseren Fuß darauf setzen können? Oder muss jemand erst noch seine Hose wiederfinden!?"


    Sie fühlte sich sichtlich unwohl inmitten der vielen Menschen, aber sie hatte den Kopf erhoben und schritt mit bewussten Schritten aus. In solchen Augenblicken schienen ihre spitzen Ohren deutlicher zwischen ihren Haaren hervorzuschauen.


    "Das dauert alles viel zu lange! Wenn wir Feinde wären, würden wir sicher nicht höflich fragen! Entweder würden wir uns reinschleichen oder angreifen. Sie schützen sich also nur vor denen, die nicht würdig genug sind, zu den Herrschaften vorgelassen zu werden." folgerte sie in Uruk-Manier.


    Fuchs roch eine leichte Aggression an ihr. Vermutlich hatte er mehr als die anderen Anwesenden eine Vorstellung davon, was eine Atani bei den Orks darstellte und wie sie sich verhalten musste, um ihr Gesicht zu wahren. Er war zwar ein Mensch, doch er wusste aus eigener Erfahrung, wie weit die Wirklichkeit eines Schamanen von der eines Bürokraten entfernt war...


    "Interessanterweise habe ICH immer festgestellt, dass man wichtige Leute viel besser in einer Taverne trifft - als in einem Palast bei einer Audienz! Sogar im Ostreich."

    Und blieb abrupt stehen. Sie schien nachzudenken und sah sich um - offenbar nach einer Taverne...

  • Aenna sah besorgt zu Naira herüber. "Ich denke es ist nur höflich, wenn wir ihren Gepflogenheiten hier folgen, ob angemessen oder nicht. Aber mir würde ein Glas Met auch gut tun." Auch Aenna sah sich nun nach einer Taverne um. "Hertha, wo finden wir die nächste Taverne? Wir würden uns gern stärken."

  • Fuchs folgte den Beiden und wie ein Tänzer schien er sehr darauf Bedacht, niemanden anzustoßen, geschweige denn, überhaupt zu berühren. Die wilde Kombination aus Gerüchen im inneren Stadtring bescherte ihm einen Leichten Schwindel.


    "Warum baut man eine Mauer, innerhalb einer Mauer?" Murmelte er etwas gedankenverloren nachdem sie den inneren Ring betreten hatten. Wie bei einem wilden Tier in Gefangenschaft, huschte sein Blick nervös hin und her. Von allen seiten stürmten Eindrücke auf ihn ein und er fühlte sich klein und verloren. Ein leises, käckern, was fast schon an wimmern erinnerte, war hin und wieder von ihm zu hören.


    Seine Nackenhaare richteten sich auf als er die Aggression von Naira warnahm. "Sie sind an ihre Regeln gebunden... wenn wir uns dem wiedersetzen gibt es nur ärger" flüsterte er

  • Inzwischen hatte Naira das Gasthaus "Zum grünen Graben" entdeckt und würde versuchen, darauf zuzusteuern.


    "Ich widersetze mich hier gar nichts!" erwiderte sie Fuchs nachdrücklich. "Wir sind hier schließlich im Norden! Das einzige Siegel, in dem die Menschen nicht die Vorherrschaft haben und allen sagen können, was sie für angemessen halten sollten! Weder mir noch dir noch Aenna und umgekehrt auch nicht den Exilia-Leuten! Nicht mal den Larks.

    Wer bei uns eingeladen war, bekommt kein Besteck vorgelegt; sowas ist bei uns unüblich! Sie haben also ihre Finger benutzt.

    Aber als ich bei ihrer Feier war, haben sie mir Messer und Gabel vorgelegt, und ich habe sie benutzt.

    Trotzdem dürfen SIE bei uns nach Wasser und Seife fragen, bevor sie mit den Fingern essen - und ich darf sie darauf hinweisen... wenn ihr Messer stumpf ist!"


    Sie hatte den Eindruck, dass Fuchs ein verzerrtes Bild vom Nordreich hatte. Was vermutlich eher am Verhalten der Menschen lag, die unter den nichtmenschlichen Völkern so beharrlich versuchten, ein Zerrbild menschlicher Sitten aufrechtzuerhalten.

    Irgendwann musste sie ihm einmal die Geschichte mit den Unbedenklichkeitsbescheinigungen erzählen. Und sie hatte immer noch irgendwo diesen "Ausweis" herumfliegen, auf dem ein ratloser Beamter schließlich überall "unbekannt" hatte eintragen müssen, da Naira nicht in sein Raster gepasst hatte...


    "Die Leute hier sind völlig vernünftig, keine Sorge! Sie haben genug Rituale aus der Entfernung gesehen, um zu wissen, dass wir anders denken als sie. Sie nehmen uns das nicht krumm, wenn wir unsere Meinung sagen. Sie versuchen nur, alles perfekt zu machen, wie es Menschen als perfekt ansehen würden. Dabei bin ich mir sicher, dass sie für die Leute im Ostreich genauso `unzivilisiert´ gelten würden wie alle im Norden. Man spielt bei Hofe gern mal mit einem `Wilden´ und man möchte uns nicht am Hals haben - aber Respekt zeigt uns da keiner!"


    Bei diesem letzten Satz dachte sie an eine gewisse Begegnung bei der Nyamenfeier.

  • Fuchs Miene wurde hart, wie eine Maske die er sich aufsetzte. Aus einer seiner Taschen nahm er etwas, das wie eine Chillischote aussah und schob es sich in den Mund.


    "Das Spiel der einen unterscheidet sich nur äußerlich vom Spiel der anderen.... Menschen behandeln mich wie ein Kind, da ich mich nicht an ihre lächerliche Etikette halte... die Dunkelelfen behandeln mich wie Dreck, da ich keine Tötungsmaschiene der Dunkelheit bin und nicht alles mit einer scharfen Klinge aus den Schatten lösen will. Die Orks behandeln mich wie einen Spielball, da ich weder stark, noch brutal bin. Für die Elfen bin ich nicht mehr als ein Staubkorn, das schon bald verweht sein wird. Die Zwerge lachen über mich, da ich nicht mit dem Kopf durch die Wand renne... Das ergebniss ist immer das Selbe, auch wenn der Weg ein anderer ist...


    Als Naira ihren Schritt in richtung der Taverne lenkte, zog Fuchs eine Augenbraue hoch. "Wenn der, zu dem wir wollen, da ist wohin wir gehen, warum möchtest du dann woanders hin?"

  • Die Wache, die Mertha den dreien an die Seite gestellt hatte, passte sich Nairas Weg in Richtung des Gasthauses an.
    Ihr war aufgetragen worden, die Gäste Exilias bis zur großen Halle zu geleiten und selbst mit der Halle bereits in Sicht, würde sie die Gruppe begleiten, bis deren Angelegenheiten erledigt waren.


    Als Fuchs Naira ansprach wartete sie ab,wie sich die Gruppe der Fremden entscheiden würde.