Das schwarze Kind

  • Margarethe hatte mit Arnulf ein langes Gespräch geführt. Er hatte Bedenken, in vielerlei Hinsicht. Er sorgte sich um ihre Sicherheit, um die ihres Sohnes aber auch um das Geschäfft. Als kleiner Händler war es schwer sich über Wasser zu halten, mit einem Drowkind würde es nicht leichter werden. Aber er wuste das es Margarethe viel bedeutete zu wissen das dieses Kind zumindest einen guten start im leben hatte. Egal welche Rasse.

    Und der Stamm der Subhachas Keyll hatte ebenfalls mehrheitllich zugestimmt. Gemeinsam würden sie es schaffen.

    Margarethe sah zu Liadan, die das kleine Bündel trug. Es schlief, ER schlief.

    Liam, ihr eigener Sohn, quengelte. Er wollte nicht mehr auf dem karren sitzen der ihre Güter und Zelte trug.

  • Liadan war tief in Gedanken versunken und spürte wie sich der kleine Shan'draz an sie kuschelte.

    Sie war erleichtert, dass der Stamm sich für das Drow Baby entschieden hatte.

    Sie spürte Margaretes Blick und erwiderte ihn lächelnd. Ohne sie hätte sie die Tage auf dem Konvent sicher nicht überstanden. Sie war ihr unendlich dankbar.


    Als Liam zu quengeln anfing fragte sie, mit einem Lächeln: "Margarete, möchtest du etwas Whisky? Bei Shan'draz hilft das, wie du weißt."

  • Sie schüttelte energisch mit dem Kopf. " ich denke er muss da durch. Solange er keine schmerzen hat, versuche ich auf diese Hilfsmittel zu verzichten." Sie sah Liam streng an, woraufhin dieser mit einem lauten quietschen antwortete, das seinen Unmut ausdrückte.

    "Gleich kannst du runter.", antwortete Margarethe.

    "Liadan, sag einmal, wie machen wir das dann vor Ort? Wir wohnen ja nicht im selben Haus, soll der kleine bei uns leben und du kommst und holst ihn zwischendurch ab? Oder soll ich alle 2 stunden zu dir kommen um ihn zu stillen? Und wie machen wir das Nachts?"

  • "Was ist dir denn lieber, Margarete?" fragte Liadan und überlegte wie sie den Kleinen am Besten in ihre tägliche Arbeit einbeziehen könnte.

    "Ich nehme ihn gerne so oft wie möglich. Für die Nächte kann ich ihm auch gerne wieder die Flasche geben."

    Genau in diesem Moment begann das Baby im ihren Armen unruhig zu werden.

    'Ich muss mir unbedingt besseren Stoff für ein Tragetuch besorgen'

    überlegte Liada während sie den kleinen in ihren Armen sanft hin und her wiegte.

  • " ach lass ihn in den nächten ruhig bei mir, das ist einfacher. Du weisst ja das die kleinen Nachts besonders Hungrig sind."

    Sie hob liam vom Karren und lies ihn neben sich laufen. Der kleine blonde Junge bockte und versuchte sich hinzusetzen. " es reicht. Entweder laufen oder auf dem karren fahren, diese spinnereien....." margarethe bückte sich zu ihrem Sprössling und küsste ihn auf die Stirn. Er murrte, stand aber immerhin wieder. " geh zu papa.", sagte sie. Mit einem quakigen " PAAAPAAAAAA", eilte er los.

    "Ich würde es gerne so machen: shan'draz ist mit uns im Haus und wenn ich geschäftliches zu erledigen habe, bringe ich ihn dir. Bevor du irgendwohin aufbrichst sagst du mur bitte bescheid, dann kann ich etwas besser planen. ebenso sage ich dir bescheid wenn wir wegfahren." Sie sah Liadan fragend an.

    " ich habe zuhause noch einen festen stoff und ein paar Ringe aus Metall. Wenn wir da sind kann ich sehen ob ich uns beiden etwas anfertigen kann, was uns hilft. Ansonsten werde ich beim nächsten mal wenn wir in paolos trutz sind einen guten stoff holen."

  • Liadan schaute Liam hinterher wie er zu seinem Papa eilte. 'Er wird ein toller Bruder für Shan'draz sein' dachte sie bei sich. Und an Margarete gewandt: "Kannst du etwa Gedanken lesen? Ein festerer Stoff wäre durchaus eine Erleichterung." Sie rückte das nun zappelnde Bündel in ihrem improvisierten Tragetuch zurecht und lächelte.

    "Und dein Vorschlag gefällt mir. Wir werden das mit den Absprachen ganz sicher hinbekommen."

    Liadan schwieg kurz, atmete einmal tief ein und aus um dann etwas ernster fortzufahren.

    "Ich wurde gefragt, ob ich in zwei Wochen mit nach Porto Leonis komme. Es gibt vor dem Sommerfeldzug noch so viel zu besprechen, auf dem Konvent in Holzbrück hatte ich kaum Gelegenheit dazu." Nun sah sie Margarete fragend an und war gespannt auf ihre Reaktion.

  • margarethe hielt kurz die Luft an. " wie lange wärst du dann weg?"

    Sie überlegte. Zuhause würden sie die bestellungen vom Konvent bearbeiten und in etwa 3 oder 4 wochen mussten sie nach paolos trutz aufbrechen.

  • margarethe wiegte den kopf hin und her. " dann lass ihn bei uns. Zu viel reisen ist nicht gut für so kleine Kinder. " sie stemmte die hände in die Hüfte. Die kräftige Frau sah milde lächelnd zu liadan. " dann hast du die Arme frei und den Kopf und shan'draz kriegt seine Milch."

    Sie trat näher und blickte auf das kleine schwarze baby mit dem weissen haarflaum.

  • Liadan nickte Margarete zu. Und mit einem Lächeln erwiderte sie “Danke das ist wirklich eine große Erleichterung und ja du hast Recht die Reise wird nicht immer unbeschwerlich sein.“

    Und während Shan'draz weiter zappelte und leise zu quengeln anfing, so wie er es immer machte bevor er zu schreien begann, fragte

    sagte sie: “Ich denke er hat Hunger meinst du wir können eine kleine Pause machen, damit du ihn stillen kannst oder möchtest du dich auf den Karren setzen?“
    Sie nahm ihn aus dem Tragetuch heraus, drückte ihn an sich, hielt sein Köpfchen und klopfte ihm beruhigend auf den Rücken.

    Er würde ihr fehlen wenn sie alleine unterwegs war, das wusste sie jetzt schon.

  • Melina beeugte das Geschehen skeptisch aus einiger Entfernung. Sie mochte Margarethe sehr. Aber von Drow hielt sie lieber einen größtmöglichen Sicherheitsabstand. Auf dem Convent hatte sie versucht, Mikal den Grund dafür zu erklären und hatte gespürt, dass sie anscheinend nicht die richtigen Worte gefunden hatte um Mikal, Chiara und Biorach ihr tiefsitzendes Misstrauen diesen Wesen gegenüber verständlich zu machen.


    Aber im Moment kreiste etwas anderes in ihren Gedanken und ließ Melina nicht los. Warum war sie ständig so müde? Jeden Morgen fühlte sie sich, als wöge ihr Körper so viel wie ein Baumstamm. Hatte das etwas mit dem schreienden schwarzen Bündel auf Margarethes Schoß zu tun?


    Und verflixt, was war mit dieser Kette los gewesen? Melina hatte doch nur ein Stück des Stammesbaumes als Talisman bei sich tragen wollen....

  • margarethe sah kurz zum Wagen. " ich denke ich setze mich eben auf den Wagen. Wer weiss wie lage er trinken will, nicht das ir entweder en anschluss verlieren oder aber alle warten müssen." Vorsichtig stieg sie auf den wagen und lies sich von liadan das zeternde Bündel reichen.

    Sanft hob sie ihre schürze und lies den Jungen trinken.


    Sie lies ihren Blick schweifen und sah melina in einigem Abstand gehen. Freundich winkte sieihr zu.

  • Melina sah Margarethe zwar kurz winken, war dann aber damit beschäftigt, Liam und Finnja hinterherzulaufen, die gemeinsam doppelt soviel Blödsinn verzapften, wie ohnehin schon.


    Diesmal jedoch hatten die Kinder ein Brombeergestrüpp entdeckt, sodass die drei gemeinsam schnell ihre Kopftücher mit Beeren füllten und dann rennend und kaspernd zur Gruppe aufschlossen.


    Erst als Melina Margarethes schockierter Blick auf Liams weiße Bundhaube, durch die der dunkelrote Saft der Beeren tropfte, auffiel, kam sie auf den Gedanken, dass das vielleicht nicht ihre beste Idee gewesen war.