Der Tagessturm

  • Am frühen Morgen zog vor der Küste Exilias ein überraschender Sturm auf. Der Wind schnitt hart über die Klippen über die Stadt. Regen und Graupel brach für kurze Zeit herein, worauf Schnee und Hagel folgten und die Straßen eindeckten. Der restliche Tag war deutlich kühler als es sonst im Sommer um diese Jahreszeit selbst hier an Exilias Kap sein sollte. Erst zum späten Abend kehrten die sommerlichen Temperaturen zurück, nachdem der Tagessturm verschwand.

    Kampagnenleitung Nördliches Siegel - Nord-Orga

    Dan - Mythodea-Team

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  • Zunächst dachte man sich nichts weiter dabei. Rasche Wetterumschwünge an der Küste waren keine Seltenheit, doch Graupel, Hagel und Schnee im Sommer? Das hatte man in Exilia noch nicht erlebt. Gegen Mittag war das öffentliche Leben auf den Straßen praktisch zum Erliegen gekommen. Nur noch vereinzelt sah man dick vermummte Gestalten durch das Gestöber stapfen- zumeist Soldaten der Stadtwache auf Patrouille.
    Am Abend versammelte sich mehr Volk als üblich zu dieser Jahreszeit in der großen Halle und obwohl sich die Temperaturen inzwischen wieder weitgehend normalisiert hatten, schürte man die Feuer besonders gründlich und ließ die Flammen hoch steigen, sodass jeder das Gefühl bekommen konnte, spüren zu können, wie die unerwartete Kälte vertrieben wurde.
    Galwine ließ die überschaubare Priesterschar des Aerisschreins, einige Alchemisten sowie Nammu Manannan, die Hafenmeisterin, und einige Fischer und Lotsen, die heute auf See gewesen waren, zu sich kommen, um sie zu befragen. In erster Linie interessierte es ihn, ob es Vorzeichen gegeben hatte, ob man mit weiteren Stürmen rechnen musste und ob sich ein Ursprung jenseits der wechselhaften Launen Aeris ausmachen ließ, man es womöglich mit einem Phänomen zu tun hatte, das mehr erforderte, als die bloße Gewöhnung an den Gedanken, zukünftig auch im Sommer hin und wieder auf eine zusätzliche Rothwollweste angewiesen zu sein.

    „Wenn Ihr es genau nehmen wollt: Man spricht es [ˈgal.vɪn]. Das e am Ende ist stumm.“

  • Während sich über den Schornsteinen der Kaiserlichen Botschaft dichte Rauchschwaden gegen den Abendhimmel abzeichneten, waren die Fenster weitgehend dunkel, da die Vorhänge geschlossen waren. Auch wenn niemand erwartete dass sich der neue Botschafter schnell an die Wetterverhältnisse hier gewöhnen würde, war dieser Anblick doch ungewöhnlich.
    Unterdessen wälzten Kapitän Timeon und ein weiterer Mann in der Uniform der Flotte in der Botschaftsbibliothek meteorologische Fachliteratur. Hagel und Graupel im Sommer sind in Gegenden mit starker Thermik keine Seltenheit, direkt an der Küste aber sehr ungewöhnlich. Die Sache wird Timeon wohl noch eine Weile beschäftigen...