Posts by Galwine

    Unfortunately I did not manage to visit the inn, despite planing to do so again and again. So all I can say is, I really liked the idea and it looked great! I hope you were satisfied with the response during the CoM and had plenty of visitors. Whenever I walked by, I felt like it was well used and a cheerful place to be.


    The only improvement I can suggest, not knowing if necessary, is adding a Viribus Unitis-banner and a more obvious sign, hinting it was the inn/common area, meant to be used by all the VU-players. But as we have talked about the inn during the planning conversations, I think everyone had the chance to knew about it.


    Thanks for your good work!

    Galwine politely thanked them and took his leave.


    [later...]


    A bit later than he had hoped Galwine returned to the palace. Brandir, the designated Protector of Drada D’Issan, had not been in Edonil but took part in the expedition to the Hohld, when Galwine arrived there. So Galwine had waited and brought forward his offer after Brandirs return. To his relief Brandir was less opposed to what he brought forward, than Galwine expected. Their negotiation was calm and thoughtful and he became confident that his new neighbor would proof to be a good cooperation partner. Also Brandir quickly agreed in coming with him to Paolos Trutz.


    Thus it came that both men kneeled down in front of Nyame and Archon a few days before they would leave for the convention at Holzbrück.


    When Galwine was asked to speak, he began:


    „Excellencies, I have returned here in front of you, as I announced, to find a good solution to the question of the future of Avis Liberis. As discussed earlier, this also affects Drada D’Issan. Therefore I appreciate Brandir Hermodarsons willingness to not only listen receptively to my proposal, but also coming here with me to confirm the difficult and wise decisions he was ready to make in favor of our protectorates and the northern seal.

    I am glad to tell you that we were able to find a proposal, that we can both agree to.“


    His voice was calm and his tone serious, while the expression on his face stayed quite neutral. The deal was pretty fair and he hoped that it did not bear any cause of severe future conflict. Even though he had not been able to achieve everything he had hoped for, he was pleased with his success in many key points- in case the excellencies would approve it. Those who would look closely could nevertheless register a certain excitement in his eyes, that suited the situation.


    „There are two changes to my original proposal, which I presented to you a few weeks ago“, he went on. „First we slightly adjusted the suggested new border. The proposal now looks like this.“


    He drew a small map from the document pouch at his belt and presented it to the free space between the thrones, just as he did last time. He expected the slave to deliver it as usual. The map showed a border that lay about 10-20 km more to the north and was slightly curved in opposite to the one he brought with him, when he was in this hall last time [see below].


    „The second change concerns the cave that was found at the high coast below the waterfalls of the new river. As it seems, this cave lies on sea level and is of enormous proportions, stretching forward deep into Drada D’Issans heartland. Brandir wants to keep it under his control, in order to have sea access from the cave, in case Drada D’Issan wants to build a harbor there one day. This is why we agreed to propose to ad everything 80 meters above sea level or at least 15 meters below the surface, together with the obligation of securing the coast and the adjacent sea, to Exilia, while Drada D’Issan remains sovereign power over everything that lies below this line.“


    He finished is short speech, saying: „While this might lead to an unusual situation in terms of rulership over territories, I am positive that this package of measures will support the prospering of both protectorates and the northern realm.“

    Bei den ersten Worten der Nyame erschien erneute ein dankbares Lächeln auf Galwines Gesicht, während er den Kopf bescheiden senkte. Als sie geendet hatte, sagte er:


    „Ich danke Euch, Exzellenzen, und ich begrüße Eure umsichtige Entscheidung. Wären unsere Plätze vertauscht und Bran würde um einen Teil Exilias bitten, so würde ich mir die gleiche Rücksicht und Gelegenheit wünschen, meine Haltung zu der zu treffenden Entscheidung darzulegen.

    Ich werde umgehend nach Edonil aufbrechen, Verhandlungen mit Bran aufnehmen und hoffentlich in wenigen Tagen und in seiner Begleitung wieder vor Euch treten, um die Klärung dieser Frage zu ermöglichen.“


    Er hatte noch ein paar kleinere Nebenthemen, die er gegenüber den Exzellenzen ansprechen wollte, aber das würde bis zu seiner Rückkehr warten können.

    Bei den lobenden Worten des Archons breitete sich ein Lächeln auf Galwines Gesicht aus und er senkte dankbar den Kopf.


    Die Informationen zum Schicksal Ryzzils nahm er mit ernster Mine und einem Nicken, zum Zeichen, das er verstanden hatte, zur Kenntnis. Es gab seit fast einem Jahr einen Interimsprotektor in Drada D’Isssan? Ihm war unbegreiflich, wieso ihn diese Information erst jetzt erreichte. Vielleicht würde er Edonil persönlich einen Besuch abstatten, sobald diese Audienz beendet war.

    Auch bei der letzten Äußerung des Archons gab er durch bedächtiges Nicken zu verstehen, dass er verstanden hatte. Er sagte jedoch nichts, um der Nyame nicht zuvorzukommen, wandte den Kopf, dem Blick des Archons folgend, ungefähr in ihre Richtung und wartete ab.

    Doch er war mit seinen Ausführungen noch nicht am Ende:

    „Ein kurzer Blick auf die Karte zeigt, dass eine solche Entscheidung auch erheblichen Einfluss auf Drada D’Issan hätte, liegt doch der Küstenstreifen zwischen Exilia und Avis Liberis im Gebiet dieses Protektorats. Deshalb nahm ich Kontakt mit dem Protektor Ryzzil Jaelre auf – sogar vor meiner Überlegungen bezüglich Avis Liberis, als ich die Notwendigkeit sah, die vermehrten Truppen- und Warenbewegungen auf der nördlichen Handelsstraße in diesem Gebiet und die regelmäßigen Larkpatrouillen, die ich zum Schutz aller Reisenden dort eingerichtet hatte, zu erklären. Das nur langsame Vorrücken der Söldnerheere, die zur Rettung Paulos Trutz in Exilia gelandet waren, zeigte schließlich, dass es dringend an der Zeit war, eine direkte, gut ausgebaute Straßenverbindung zwischen Paulos Trutz und Exilia zu bauen.

    Protektor Ryzzil Jaelre erhob keine Einwände im Bezug auf die Aktivitäten auf der nördlichen Handelsstraße. Er stimmte dem Vorschlag zu, besagte Straße zu bauen, wobei wir uns darauf einigten, dass die Exilanten die Straße finanzieren, die eigentlichen Bauarbeiten auf ihrem Gebiet aber von den Drada D’Issanern selbst übernommen würden. Er signalisierte außerdem Verhandlungsbereitschaft, was die Übergabe besagten Küstenstrefens an Exilia betraf.

    Leider brach danach jeglicher Kontakt ab und auch die Straße durch Drada D’Issan wurde nicht gebaut, obwohl wir uns an unseren Teil der Abmachung hielten und sogar darüber hinausgingen, als wir nicht nur das notwendige Baumaterial, sondern auch mehr als genügend Verpflegung für die Arbeiter lieferten. Nun hörte ich kürzlich, dass Ryzzil nicht länger Protektor Drada D’Issans ist.

    Natürlich ist mir bewusst, welche Bedeutung diesem Landstück für Drada D’Issan zukommt, und mir liegt nichts“, er betonte es deutlich, „daran, den Norden durch Rivalität und Missgunst seiner Bewohner zu schwächen. Würden Eure Exzellenzen meiner Bitte stattgeben, verlöre Drada D’Issan seinen direkten Zugang zum Meer und damit die Möglichkeit, einen eigenen Küstenhafen zu errichten. Diesen Nachteil bin ich auszugleichen gewillt, indem ich Drada D’Issan uneingeschränkten Zugang zum Handel über den Hafen Exilias gewähre. Von ihnen gehandelte Waren werde ich mit keinerlei Zöllen belegen und ich würde ihnen ein Kontor in unmittelbarer Nähe des Kais zur Verfügung stellen. Lediglich die übliche geringe Liegegebühr, die Auflage, dass umgeschlagene Waren den Gesetzen des Nordens entsprechen müssen und die Öffnungszeiten der Stadttore Exilias würden minimale verbleibende Einschränkungen bedeuten. Von dem immensen Vorteil abgesehen, den es bedeutet, sofort auf einen etablierten großen Hafen, der Niederlassungen wichtiger Handelspartner aufweist und schon jetzt bedeutender Umschlagplatz einer Vielzahl von Waren ist, zurückgreifen zu können, könnte sich Drada D’Issan somit den immensen Kosten- und Zeitaufwand für den Bau eines eigenen Hafens sparen.

    Würde der zuvor angesprochene Straßenbau endlich umgesetzt, glaube ich sogar, dass es durch Nutzung seines geographischen Potentials weiteren Gewinn aus diesem Angebot ziehen könnte: angesichts des kurzen Weges nach Exilia, der zentralen Lage im Norden und der günstigen Lage Edonils in der Nähe des Nord-Kanals und und damit der wichtigsten Binnenschifffahrtswege des Nordens scheint klar, auf, dass Drada D’Issan seine Aufmerksamkeit in dieser Hinsicht auf die Binnenschifffahrt konzentrieren sollte. Sollte Bedarf bestehen, bin ich bereit, exilianische, im Hafenbau erfahrene Baumeister zur Unterstützung nach Edonil zu schicken.

    Ich möchte außerdem kurz einen Überblick darüber geben, welche Ziele ich kurz- bis mittelfristig in diesem Gebiet verfolgen möchte:

    Zweifellos haben Eure Exzellenzen von der Beobachtungs- und Verteidigungslinie gehört, die Exilia an seiner Küste eingerichtet hat. Jeweils in Sichtweite zueinander und in unmittelbarer Nähe der Steilküste haben wir über die gesamte Länge der Küste Wachtürme errichtet, von denen aus das Meer beobachtet wird. Mittels Signalflaggen und Reitern werden Botschaften zwischen diesen Türmen ausgetauscht. Auf diese Weise ist es keinem Schiff möglich, in exilianische Gewässer einzudringen, ohne dass man innerhalb kürzester Zeit in Exilia davon erfährt. Im Falle eines Angriffs würden auf den Türmen Leuchtfeuer entzündet, mit denen sich die Botschaft noch schneller und auch des Nachts überbringen ließe und die Reisende und die überschaubare exilianische Landbevölkerung warnen würden. Diese Küstenverteidigungslinie würde ich bis an die Grenze von Ulfednarsheim ausdehnen und damit den Schutz des nördlichen Kernlands in Richtung Norden erheblich ausbauen.

    Wie Ihre Exzellenzen allen Protektoren auftrugen, würde ich an der Stelle, an der die nördliche Handelsstraße auf den nach der Schmelze neu entstandenen Fluss stößt, eine Siedlung gründen. Diese wäre nicht nur geeignet, die Brücke, die Exilia dort bereits jetzt zu bauen begonnen hat, um die nördliche Handelsstraße wieder nutzbar zu machen, zu schützen. Sie böte auch Reisenden auf dieser Straße Unterkunft und Zuflucht und würde damit den Handel auf der nördlichen Handelsstraße befördern und als Bindeglied zwischen Avis Liberis und Exilia dienen.

    Vor allem aber würde ich die bereits angesprochenen Missstände der Avis Liberischen Wirtschaft beheben und die Lebensbedingungen in der Stadt verbessern:

    Es wäre mir ein Leichtes, gut zahlende Abnehmer für den Marmor zu finden. Auch das Bier wird außerhalb Avis Liberis’ auf Gegenliebe stoßen. Das minderwertige Getreide ließe sich sinnvoll nutzen und veredeln, würde es als Futter in der Viehzucht verwendet werden. Wenn die Bedingungen vor Ort es erlauben, würde ich daher nahezu die gesamte Rothzucht von Exilia nach Avis Liberis verlegen und die auf diese Weise in Exilia freiwerdenden Kapazitäten für einen Ausbau der Getreideminen verwenden. Der Ausbau von Lagerkapazitäten und Transportmöglichkeiten versteht sich von selbst.

    Exilia ist bekannt für seine hervorragenden Gelehrten. Die weitgereisten Bewohner Avis Liberis verfügen zweifellos über einen Wissensschatz, dessen sinnvolle Nutzung für alle bereichernd und vielleicht die Grundlage neuer Ideen und Entwicklungen wäre, wie wir sie in Exilia und im Norden schon so oft erlebt haben. Daher würde ich dem einen geeigneten Raum bieten wollen, durch Einrichtung eines Disputandums und einer Bibliothek.“

    Er endete, froh, dass man ihm geduldig zugehört und ihm erlaubt hatte, alles darzulegen, was er vorzubringen hatte.

    Nun blieb ihm nur, der Entscheidung zu harren.

    „Ich danke Euch, Exzellenz“, antwortete Galwine, ehe er sich erhob. Als er stand und begann, dem zweiten Teil ihrer Aufforderung nachzukommen, richtete er seine Worte nicht mehr exklusiv an die Nyame, sondern bemühte sich, beide Exzellenzen gleichermaßen anzusprechen. Er sagte: „Für gewöhnlich vermag ich der Aufgabe, die Ihr mir anvertraut habt, selbstständig und, wie ich mir festzustellen erlaube, erfolgreich nachzugehen. Die Angelegenheit, in der ich heute mit der Bitte um Beistand vor Euch, Exzellenzen, trete, betrifft jedoch nicht mehr nur die Führung meines eigenen Protektorats. Ich möchte Euch bitten, eine Entscheidung zu treffen, die über die Befugnisse von Protektoren hinaus geht, selbst wenn diese sich darauf einigen könnten, sie zu unterstützen. Wesentliches davon betrifft das Nachbarprotektorat Exilias, Drada D’Issan. Vor allem aber betrifft es die Zukunft der Stadt Avis Liberis. Um die kühne Bitte in einen Kontext zu setzen, der es erlaubt, ihre Berechtigung und die gute Absicht dahinter zu erkennen, bitte ich Eure Exzellenzen, den Werdegang dieser Begebenheit darlegen zu dürfen.“

    Es war eine rhetorische Frage, trotzen machte er eine winzige Pause (man wusste schließlich nie), gerade lang genug, dass sich Nyame und Archon nicht genötigt fühlen mussten, zu reagieren. Dann fuhr er fort: „Bereits seit etwa vier Jahren ist das Protektorat Avis Liberis aufgelöst und seine ehemalige Hauptstadt, ein Nest von knapp 400 Einwohnern, eine freie Stadt. Seither waren dort zum Schutz der Bevölkerung Truppen der Nordarmee stationiert.

    Im Laufe der Kampfhandlungen des Krieges gegen das Schwarze Eis, der im Winter vor drei Jahren tobte, bot ich dem damaligen Thul’Heen, Vorn, der das Kommando über diesen Teil des Kriegsgebietes führte, an, die gut ausgebildeten Soldaten des nördlichen Reiches in Avis Liberis auszulösen, indem ich Angehörige meiner regulären Protektoratsstreitkräfte und der Miliz dorthin schickte. Vorn nahm das Angebot dankend an und die Krieger der Nordarmee konnten nach Paulos Trutz eilen, um den Verteidigern hier beizustehen.

    Von Avis Liberis aus eilte meine Kavallerie in diesem Krieg auch nach Dreistädt, wo sie zwar nicht die Stadt, dafür aber jeden einzelnen Zivilisten in ihr retten konnte.“ Der Anfang des letzten Satzes war klar an Kop-Tar gerichtet. Dann nahm Galwine den Faden wieder auf:

    „So stellte Exilia Avis Liberis unter seinen Schutz – und auch nach dem Ende dieses Kriege und bis heute hat sich daran nichts geändert.

    Die anfängliche Skepsis, mit der die Avis Liberier den exilianischen Kriegern verständlicherweise begegneten, löste sich sehr rasch auf. Das hing nicht unwesentlich damit zusammen, dass Letztere bereitwillig ihre großzügigen Brot-, Fleisch und Fischrationen mit Ersteren teilten. Denn sehr schnell mussten wir feststellen, dass Avis Liberis im Hinblick auf die Menge – und im Fall von Brot und fast noch bedauerlicher: auf die Qualität – seiner produzierten Güter deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt.

    Euch ist bekannt, Exzellenzen, dass Avis Liberis von einer Gruppe fahrender Händler gegründet wurde. Diese Mentalität prägt die Stadt noch immer. Ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung zieht auch heute noch des Sommers durch die Lande, um das eigene Vermögen zu mehren. Die gemeinschaftlich organisierte Arbeit in der Stadt funktioniert, soweit es nötig ist, das für das Überleben notwendige Mindestmaß zu erreichen. Darüber hinaus sieht jeder zuerst seinen direkten eigenen Vorteil und wirtschaftet in die eigene Tasche.

    Als Exilias Engagement in Avis Liberis begann, wurden dort nur dreierlei Güter in nennenswertem Umfang produziert: erstens Holz, das hauptsächlich achtlos verbrannt wurde, nachdem man wiederholt den eigenen Bedarf falsch eingeschätzt oder es aufgrund mangelnder Lagerkapazität draußen lagern musste, bis es nicht mehr zu gebrauchen war; zweitens recht passables Bier und drittens, ich muss es in dieser Deutlichkeit sagen, miserables Brot. Es reichte gerade, um zu überleben.

    Erstaunlicherweise fanden wir vernünftig ausgebaute Wehranlagen vor, die, wie sich herausstellte, noch aus der Zeit stammten, als ein Protektor die Geschicke der Stadt lenkte und nun von einem Kollektiv einflussreicher Händler, das in dieser Funktion an seine Stelle gerückt war, instand gehalten wurden. Ob damit in erster Linie die eigene Bevölkerung oder doch primär der eigene bescheidene Reichtum geschützt werden sollte, möchte ich nicht abschließend beurteilen.


    Ich fing umgehend damit an, Nahrungsmittel und Brennmaterial in größerem Umfang nach Avis Liberis zu schicken. Dies, gemeinsam mit den Erzählungen der dort stationierten Exilanten, schürte das Interesse der Avis Liberier an der exilianischen Lebensweise und es dauerte nicht lange, bis nicht wenige von ihnen und nacheinander fast alle der zwölf Ratsherren als Gäste in Exilia eintrafen, um sich selbst davon zu überzeugen, dass die Geschichten, die sie vernommen hatten, der Wahrheit entsprechen. Ich bemühte mich bei diesen Gelegenheiten, den Ratsherren die Grundzüge unseres Erfolgs zu vermitteln und hatte – immerhin handelt es sich bei ihnen zumeist um erfahrene und erfolgreiche Händler – den Eindruck, auf Einsicht und Verständnis zu stoßen. Allein, geändert hat sich dadurch in Avis Liberis kaum etwas.

    Bereits zu dieser Zeit hörte ich die ersten Bitten aus den Reihen der Avis Liberischen Bevölkerung, die Bande zwischen Exilia und Avis Liberis dauerhafter und enger zu knüpfen, ja, mich um Avis Liberis zu kümmern, und auch die Ratsherren baten mich immer häufiger in den verschiedensten Belangen um Rat. Bis heute sind diese Stimmen nicht leiser geworden.

    Um der Produktivität und dem Außenhandel des Protektorats ein wenig auf die Beine zu helfen, baute Exilia auf eigene Kosten in Avis Liberis einen Marmorsteinbruch, den es den Avis Liberiern nach seiner Vollendung übergab. Ich teilte sogar für einige Monate ein paar Vorarbeiter des exilianischen Steinbruchs und darin bewanderte Bücklinge als Steinmetzen zur Arbeit dort ein, die den örtlichen Arbeitern das Handwerk vermitteln und den Abbau in Gang bringen sollten. Dies war erfolgreich und die Avis Liberier besitzen nun feinsten exportfähigen Marmor – der sich allerdings ungenutzt in der Nähe des Steinbruchs sammelt, denn nach meinen jüngsten Informationen wurde auch dieses Potential bis zum heutigen Tag nicht genutzt und es wurden keine Bemühungen unternommen, Abnehmer dafür zu finden.

    Auch hier halte ich eine weitere Intervention meinerseits im Sinne des Wohlergehens der Bevölkerung und der Stabilität des Landes in absehbarer Zeit für unausweichlich.


    Vielleicht ist Euren Exzellenzen zu Ohren gekommen, dass auf dem vorletzten Sommerfeldzug mehrere dilettantische Anschlagsversuche auf mein und das Leben Zarim Duronius’ unternommen wurden. Durch ein Spruchband, in das eine dabei verwendete Schlange eingewickelt war, wurde dabei der Verdacht darauf gelenkt, Avis Liberier würden damit ihrem Unmut über die exilianische Präsenz in der Stadt Ausdruck zu verleihen suchen. Tatsächlich waren einige Avis Liberier unwissentlich in die Sache verwickelt, es stellte sich jedoch heraus, dass ein Mann namens Ro Yaros der Drahtzieher war, dessen Verbindung zu Avis Liberis oder weiterer Verbleib bisher leider nicht aufgeklärt werden konnte. Die beteiligten Avis Liberier sind nach eingehender Befragung aber für unschuldig befunden worden, mehr noch: zogen es vor, in Exilia selbst Schutz zu suchen, während der Stadtrat von Avis Liberis geschlossen seine Anteilnahme und unbedingte Verbundenheit gegenüber Exilia zum Ausdruck brachte. Der Wunsch eines Anschlusses Avis Liberis’ an Exilia stand erneut im Raum. Den vorgeschobenen Hintergrund der Anschläge halte ich daher für in dieser Frage gegenstandslos.

    Die Notlage, in die die Bevölkerung des ganzen Nordens durch den Wintereinbruch im Sommer gekommen ist und noch zu kommen droht, hat mir nun mit Macht vor Augen geführt, dass es dringend angezeigt ist, die Verwaltung Avis Liberis’ in entscheidungsfreudigere und durchsetzungsfähigere Hände zu legen. Ich weiß, dass selbst in friedlicheren Zeiten und bei geringerer Bedrohung nicht nur die Bevölkerung Avis Liberis, sondern auch der ganze Norden davon profitieren würde, wenn die ungenutzt dort schlummernden Kräfte in produktive Bahnen gelenkt würden. Die Bevölkerung Avis Liberis’ weiß ich dabei auf meiner Seite.

    Deswegen möchte ich Eure Exzellenzen bitten, den Verlauf der Protektoratsgrenzen zu verändern und Avis Liberis dem Protektorat Exilia zuzuschlagen.“

    Er hatte fast alles gesagt, was gesagt werden musste. Es war der richtige Augenblick dafür, doch auch, um sich selbst eine kurze Atempause zu verschaffen, zog Galwine nun eine zusammengerollte Karte aus dem Behälter an seinem Gürtel. Mit ausgestreckter Hand hielt er sie den Exzellenzen entgegen, sorgfältig darauf achtend, auf die Mitte zwischen den beiden Thronen zu deuten. Er war sich sicher, dass ein Diener die Karte entgegennehmen und den Exzellenzen überreichen würde, und es wäre ihm überlassen, wem er sie als erstes übergab. [Siehe Anhang]

    Galwine hatte überlegt, ob er extra einen Dolch an seinen Gürtel hängen sollte, um etwas zu haben, das er bei der unweigerlichen Aufforderung, alle Waffen abzulegen, abgeben könnte, befand das dann aber für zu gekünstelt und hatte sich dagegen entschieden. Entsprechend verneinte er die implizierte Frage des Wachhabenden, betrat den Palast und folgte dem Diener.


    Als sie auf die Flügeltüren des Thronsaals zutraten, war Galwine ein wenig überrascht- positiv, wie er beschloss: Gewiss, er hatte sein Kommen angekündigt und sich einen Termin für die Audienz geben lassen, trotzdem hatte er damit gerechnet, einige Zeit warten zu müssen. Er hatte sich sogar etwas Lektüre mitgenommen, um sich abzulenken und einer in dieser Wartezeit möglicherweise aufkommenden Nervosität vorzubeugen. In einem der beiden Dokumentenbehälter, die an seinem Gürtel hingen, trug er die Übersetzung von Terocs Tagebuch mit sich herum. Noch immer war er mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Es schien, als wären den Übersetzern genau an den entscheidenden Stellen Fehler unterlaufen, sodass mit dem Resultat zwar einige aber nicht die wichtigsten Fragen beantwortet werden konnten.

    Er schob den Gedanken beiseite und konzentrierte sich auf das, was ihn erwartete- immerhin dazu blieb ihm genügend Zeit.


    Während sich die Türen öffneten, schenkte er dem Diener mit einem Seitenblick ein kleines Lächeln und dankbares Kopfnicken, wartete, bis sie ganz geöffnet waren und trat dann aufrecht in den Saal.

    Er schritt auf die Throne zu und ging, als er etwa auf halber Strecke das Gefühl hatte, einen angemessenen Abstand erreicht zu haben, in die Knie und senkte den Kopf. Dann verharrte er schweigend und bewegungslos.

    Der Blick der Wache war ihm recht unangenehm und vor ihren Augen schien Tristan ein wenig zu schrumpfen. Ein "Ich danke euch" brachte er aber doch über die Lippen, als die Wache ihren Entschluss verkündete.
    Als sie wieder an ihren Platz zurückgekehrt war, wusste er nicht so recht, was er sagen sollte, wagte es aber auch nicht, sich auch nur ein kleines Stückchen zu entfernen, für den Fall dass das als Zeichen seiner Ungeduld gedeutet würde. So blieb er, wo er war, rieb sich zögerlich alle paar Minuten die vor Kälte steifen Finger und vermied jeden Blickkontakt.
    Als er schließlich die Antwort des Bediensteten bekam, machte er eine Verbeugung, ähnlich jener, die dieser gerade gegenüber der Wache gezeigt hatte, bedankte sich und machte auf dem Absatz kehrt. Er war erst wenige Schritte gegangen, als er sich noch einmal eilig umdrehte und eine Verbeugung in Richtung der Wache machte. Dann verschwand er so schnell er konnte in die Richtung, aus der er gekommen war.
    Erst als er um ein paar Ecken gebogen war, fiel ihm ein, dass er eigentlich um eine Audienz bei Nyame und Archon gebeten hatte, der Diener aber bloß von der Nyame gesprochen hatte. Nun, auch damit wäre der Protektor vermutlich zufrieden und es war nicht ausgeschlossen, dass er sich verhört oder der Diener ihrer Exzellenz sich einfach nicht vollständig ausgedrückt hatte. Er beschloss, nicht noch einmal umzukehren.


    Die sechste Stunde hatte gerade begonnen, als drei imposante Larks auf einer der Straßenöffnungen erschienen, die von dem Vorplatz abgingen. Sie trugen je einen Reiter und ein in der Larkkunde bewanderter Zuschauer hätte auf den ersten Blick erkannt, dass der blaue Vogel an der Spitze ein Weibchen war, genauso wie die sandbraune Henne rechts hinter ihr, während es sich bei dem dritten Tier um einen grauen Hahn handelte. Auf den etwas zurückversetzt schreitenden Vögeln saßen Mitglieder der schwergerüsteten exilanischen Larkkavallerie, von Kopf bis Fuß in silbern glänzende Rüstungen gehüllt und auch ihre Tiere trugen Rüstungen, wenn auch etwas leichtere Varianten, als jene, welchen ihnen zur Schlacht angelegt wurden. Der Reiter der Henne trug an einer langen Stange das grüne exilianische Banner mit der schwarzen Schildkröte.


    Als sie in der Mitte des Platzes angekommen waren, standen die Larks still. Der Reiter des grauen Larks sprang ab und blieb einen Augenblick in respektvollem Abstand stehen, während das blaue Exemplar langsam in die Knie ging und seinem Reiter einen bequemen Abstieg ermöglichte. Dann erhob es sich wieder, senkte aber seinen Kopf, bis er etwa zwei Meter über dem Boden schwebte.
    Galwine hob die Hand und strich Azuria über den Schnabel. Dann gab er ihre Zügel dem bereitstehenden Gardisten, wobei er darauf achtete, dass sie es sah.
    In der Zwischenzeit war Tristan auf den Platz geeilt und wartete nun, ein wenig außer Atem, neben dem Protektor. Dieser Öffnete die Schnalle seines Schwertgurts, legte sich dieses in den Arm und schritt, nach einem kurzen Blickkontakt mit den beiden Kriegern in Begleitung seines Dieners zum Tor des Palastes.
    Er wartete nicht, bis Tristan versuchte, ihn den Wachen vorzustellen, sondern sagte schlicht: „Ich bin Galwine Camdagnir, der Protektor Exilias. Ich werde erwartet.“
    An Tristan gewandt fügte er hinzu: „Du wartest hier bei den anderen.“ Er drückte ihm sein Schwert in die Hände und setzte, als er dessen sorgenvollen Blick bemerkte, hinzu: „Ich werde es nicht brauchen und hier lauert keine Gefahr, vor der du mich beschützen könntest.“
    Er drehte sich wieder zu der Wache um, die ihm am nächsten stand und gab mit einem leichten Nicken zu verstehen, dass es nun seinerseits keinen Anlass mehr gab, länger zu warten.

    Die Wachen konnten den jungen Mann schon seit einigen Minuten beobachten. Unter anderen Umständen wäre er kaum auffällig gewesen, aber aufgrund der Kälte kamen weniger Passanten als sonst vorüber und er war, als er den Platz betreten hatte, als einziger nicht auf kürzestem Wege in einer anderen Straße wieder verschwunden. Stattdessen war er nach wenigen Schritten stehengeblieben, von einem Fuß auf den anderen wippend und nervös zu den Wachen hinüberblickend. Er schien seinen Mut zu sammeln. Vielleicht war es der Kälte geschuldet, dass sich die Wachhabenden nicht noch länger gedulden mussten, denn schließlich kam er auf sie zu.
    Seine Kleidung war schlicht, aber in gutem Zustand und von guter Machart. Über einer kurzen weißen Tunika trug er eine grüne Weste, seine braune Hose sah weich aus und zeigte keine Flecken und falls der Staub einer Reise seine Stiefel beschmutzt haben sollte, so hatte er sie gründlich abgebürstet. Gegen die Kälte hatte er sich einen dicken Mantel aus Rothwolle um die Schultern gelegt, eine kleine Stickerei an dessen Kragen zeigte das stilisierte Abbild einer Schildkröte.
    Als er nah genug herangekommen war, um sie anzusprechen, öffnete er den Mund, hielt jedoch inne, und riss sich die kleine Mütze vom Kopf, ehe er erneut ansetzte:
    „Die Elemente mit Euch! Ich bin Tristan, Diener des Protektors von Exilia, Galwine Camdagnir. Mein Herr ist vor weniger als einer Stunde in der Stadt angekommen und schickt mich, für ihn um eine Audienz bei den Exzellenzen zu ersuchen. So sie ihm gewährt wird, bittet er um Auskunft, wann sein Erscheinen im Palast gewünscht ist.“
    Es wirkte, als hätte er sich die Worte vorher zurechtgelegt und versucht, sie auswendig zu lernen. Nun da die Botschaft überbracht war, wirkte er ein wenig entspannter und strich sich, vermutlich ohne es zu merken, über den ordentlich gestutzten Kinn- und Schnurrbart.

    Es verging einige Zeit, dann verließ ein Bote die Große Halle. Zunächst ging er zur Botschaft der Kaiserländer und übergab dort einen Brief, anschließend machte er sich an den Abstieg hinab zum Hafen und zum Kontor der Kaiserlichen Gilde. Auch dort hatte er einen Brief abzuliefern.

    Zunächst dachte man sich nichts weiter dabei. Rasche Wetterumschwünge an der Küste waren keine Seltenheit, doch Graupel, Hagel und Schnee im Sommer? Das hatte man in Exilia noch nicht erlebt. Gegen Mittag war das öffentliche Leben auf den Straßen praktisch zum Erliegen gekommen. Nur noch vereinzelt sah man dick vermummte Gestalten durch das Gestöber stapfen- zumeist Soldaten der Stadtwache auf Patrouille.
    Am Abend versammelte sich mehr Volk als üblich zu dieser Jahreszeit in der großen Halle und obwohl sich die Temperaturen inzwischen wieder weitgehend normalisiert hatten, schürte man die Feuer besonders gründlich und ließ die Flammen hoch steigen, sodass jeder das Gefühl bekommen konnte, spüren zu können, wie die unerwartete Kälte vertrieben wurde.
    Galwine ließ die überschaubare Priesterschar des Aerisschreins, einige Alchemisten sowie Nammu Manannan, die Hafenmeisterin, und einige Fischer und Lotsen, die heute auf See gewesen waren, zu sich kommen, um sie zu befragen. In erster Linie interessierte es ihn, ob es Vorzeichen gegeben hatte, ob man mit weiteren Stürmen rechnen musste und ob sich ein Ursprung jenseits der wechselhaften Launen Aeris ausmachen ließ, man es womöglich mit einem Phänomen zu tun hatte, das mehr erforderte, als die bloße Gewöhnung an den Gedanken, zukünftig auch im Sommer hin und wieder auf eine zusätzliche Rothwollweste angewiesen zu sein.

    "Oh, wie zuvorkommend," kam die leicht überraschte aber ehrlich erfreute Antwort in Richtung Tobi.
    Als Galwine sah, dass die Kaiserländer aufgestanden waren und offenbar noch eine weitere Regung von ihm erwarteten, erhob er sich ebenfalls und sagtemit einem Lächeln aber beschließendem Ton in der Stimme:"Hervorragend, meine Herren. Av'Sha wird Euch nachher im grünen Graben abholen. Lasst es Euch munden!"
    Dann setzte er sich wieder und wartete, bis die Kaiserländer den Raum verlassen hatten, ehe er sich an Dorna wandte und mit ihr das weitere Vorgehen besprach.

    Es gab immer wieder Momente, in denen Galwine bewusst wurde, dass sich Kulturen, die sich oberflächlich noch so sehr ähneln mochten, in manchen Details überraschend unterscheiden mochten und dass auch im Falle der Kaiserlande bisweilen ein nicht unerhebliches Maß an Toleranz gefordert war. Ein Gast, der ein Gespräch mit einem höhergestellten Gastgeber beendet und sich herausnimmt, den richtigen Zeitpunkt für das nächste Mahl festzulegen und seinem Gastgeber auf diese Weise möglicherweise sogar unzureichende Gastfreundschaft unterstellt? Er unterdrückte ein Seufzen und nahm sich zusammen. Gut, dass in der Tat schon alles Wichtige besprochen war.
    „Ganz wie Ihr meint.“ Er wandte sich an Tobi: „Ich behalte die Charta einstweilen bei mir, um sie detailliert zu studieren, falls Ihr nichts dagegen habt.“ Dann fügte er an alle gewandt hinzu: „Ihr werdet im Grünen Graben speisen, nehme ich an. Den Weg in den Hafen werde ich Euch heute nicht mehr zumuten, das hat auch bis morgen Zeit, aber Av’Sha wird Euch nach der Mahlzeit im Gasthaus abholen und Euch die Räumlichkeiten hier in der Stadt zeigen, die mir für eine Botschaft geeignet scheinen.“
    Damit waren die Gäste entlassen.

    Während Heinrich gesprochen hatte, hatte Galwine immer wieder bedächtig mit dem Kopf genickt. Die vielen unterschiedlichen Rechtssysteme ließen ihn ein wenig angewidert schaudern. Aber er würde es sich merken, vielleicht bestand einmal der Bedarf Dorna oder einen der anderen Rechtsgelehrten auf eine lange Forschungsreise zu schicken. Dort wäre sie mit Sicherheit gut beschäftigt. Nun sagte er:
    „Ich stimme Euch zu, Heinrich, die Charta scheint eine naheliegende Lösung zu sein, und Eurer Zusammenfassung folgend kann ich ihr auch weitgehend zustimmen. Nebenbei hatte ich ohnehin nicht die Gerichtsbarkeit über all jene angestrebt, die Exilia verlassen haben, um in den Kaiserlanden zu leben.
    Auch eurem Vorschlag gegenseitiger Bereitstellung von Räumlichkeiten stimme ich gerne zu. Ich habe bereits ein geeignetes Gebäude im Sinn. Vielleicht erinnert ihr Euch an das Haus am Exerzierplatz im Principal nahe der inneren Mauer. Ich glaube, es wäre von angemessener Größe und hat einen guter Standort für die Kaiserliche Botschaft.
    Ich habe allerdings folgende Einschränkungen zu der von Euch beschriebenen Charta zu machen: Das Recht auf freies Geleit kann nur soweit gewährt werden, wie ich es auch jedem anderen Exilanten gewähre. Das bedeutet im Wesentlichen -wie schon beim Warentransport der Gilde- nach Schluss der Stadttore sind diese auch für die Gesandten nicht zu passieren. Was den Geleitschutz angeht, so kann ich die Sicherheit innerhalb der Grenzen meines Protektorats gewähren und dort bei Bedarf auch einen Geleitschutz stellen, außerhalb davon werde ich das aber wenigstens im Normalfall nicht tun. Auf die ständige Kennzeichnung der Gesandten innerhalb der Stadt lege ich keinen gesteigerten Wert. Exilia ist klein genug, dass jeder jeden ausreichend kennt.“
    Er blickte seine Gäste an und musterte ihre Kleidung. „Außerdem glaube ich, dass sie auch ohne besondere Kennzeichnung als Kaiserländer erkannt werden. Handhabt das nach Gutdünken. Allerdings möchte ich, dass jeder Botschaftsangehörige, der neu nach Exilia kommt, im Fall höherer Stellung bei mir, in allen anderen Fällen bei Av’Sha vorstellig wird. Gleiches gilt für die dauerhafte Abreise.
    Es mag sein, dass es sinnvoll ist, in allen Hafenstädten, die die Gilde anläuft, Vertretungen im jeweiligen Gildekontor einzurichten, allerdings glaube ich, dass wir uns damit Zeit lassen und erlauben können, den sich entwickelnden Bedarf abzuwarten. Vorerst sollten wir uns auf die Botschaft in der Kaiserstadt konzentrieren.
    Jene Exilanten, die vor einigen Monaten mit euch reisten- wisst ihr, wo sie sich niedergelassen haben?"

    Bietet:
    Öl (Brennstoff)
    Fisch (Nahrung)
    Getreide (hochwertiger Duronius-Weizen), (Nahrung)
    Fleisch, (Nahrung)
    Wild,(Nahrung)

    Holz (Baustoff und Brennstoff)
    Kohle, (Brennstoff)
    Pilzlampen (Luxusgut)
    Salz (RR)
    Löwenrum (RR)


    Sucht:
    Erz und Metalle aller Art

    Stein
    Zuckerrohr (RR)
    Große Linsen für Teleskop (einmalig)


    „Aus meiner Perspektive ist zu diesem Thema vorläufig alles wesentliche geklärt. Alles weitere ergibt sich bei der Besichtigung des Geländes, das mir im Moment vorschwebt und in der ausgearbeiteten Fassung des Vertrags, sobald Dorna ihn fertiggestellt hat.
    Gut, kommen wir also zur Gesandschaft: prinzipiell bin ich auch diesem Vorschlag und auch der Wechselseitigkeit sehr zugeneigt, ich denke allerdings, dass der Umfang dieser Niederlassungen wenigstens für den Anfang der Beziehungen zwischen Kaiserlanden und Exilia noch nicht besonders groß angelegt sein muss. Auch bin ich mir nicht sicher, ob ich in der Lage wäre, Euch auf eurer Heimreise sofort einen geeigneten Exilianischen Botschafter mit auf den Weg zu geben. Zwar habe ich bereits einen Kandidaten im Sinn, aber er wird vielleicht ein paar Wochen der Vorbereitung benötigen, um die Aufgabe in meinem Sinne erfüllen zu können. Darüber hinaus befindet er sich im Augenblick in Avis Liberis und wird frühestens morgen hier eintreffen, wenn ich heute nach ihm schicken lasse.
    Im Wesentlichen sehe ich es als Hauptaufgabe der Botschafter an, für eine Stabilisierung unserer Beziehungen zu sorgen, indem sie ein verlässlicher Ansprechpartner für die jeweils andere Seite vor Ort sind. Sie garantieren einen Informationsaustausch und organisieren in Zusammenarbeit mit der Gilde den Personentransport zwischen unseren Ländern. Ein Postsystem begrüße ich ebenfalls. Insbesondere jene Exilanten, die bereits mit euch gezogen sind, aber auch jene, die als Botschaftsangehörige in die Kaiserlade ziehen werden, werden das Bedürfnis haben, auf diesem Weg Kontakt zu ihren Angehörigen in ihrer Heimat zu halten und umgekehrt wird das wohl auch für die Kaiserländer gelten, die längerfristig hier bleiben.
    Was den rechtlichen Status eurer Botschaftsangehörigen angeht, so denke ich, werden wir es genauso handhaben wie bei den Arbeitern im Kontor. Umgekehrt werden auch die von mir entsendeten Exilanten Exilanten bleiben- das versteht sich bei Botschaften eigentlich von selbst. Während ich sie verpflichte, sich den Gesetzen der Kaiserlande unterzuordnen, muss ich allerdings darauf bestehen, dass ich die oberste gerichtliche Instanz für sie bleibe. Das bin ich ihnen als Protektor schuldig. Es wird also kein Exilant von einem kaiserlichen Gericht rechtskräftig verurteilt werden.
    Welche Anforderungen, denkt ihr, muss die Kaiserliche Niederlassung in Exilia erfüllen?“

    Galwine hatte während der Ausführungen von Konrad und Heinrich mehrfach zustimmend leicht mit dem Kopf genickt. Den Hinweis auf die erbetene Liste illegaler Waren begleitete er mit einem Blickkontakt zu Dorna, der diese wohl darauf hinweisen sollte, dass er es als ihre Aufgabe ansah, sich darum zu kümmern.
    Nun sagte er: „Gut, ich denke wir werden uns in diesen Belangen schnell einig. Das ist sehr erfreulich. Ich bin gerne bereit, euch in den angesprochenen Punkten erstmal soweit wie möglich entgegenzukommen, um den organisatorischen Aufwand gering zu halten. Die Gildenangehörigen bekommen also den Status von Gästen, respektive der Apokryphe folgend: Flüchtlingen- wobei hier eine entsprechende Anpassung des Terminus’ in naher Zukunft erfolgen soll, damit sich niemand kompromittiert fühlen muss.“ Erneut warf er Dorna an dieser Stelle eine stumme Aufforderung zu. „Was die Rekrutierung von Arbeitskräften in Exilia angeht, so schlage ich vor, dass ihr zunächst seht, inwieweit ihr in der Lage seid, euren Bedarf mit „gildeüblicher“ Entlohnung zu decken. Die Höhe dieser Bezahlung werde ich dabei nicht regulieren wollen, ich möchte aber darauf hinweisen, dass ihr bei dieser Regelung nur auf die Arbeitskraft zurückgreifen könnt, die die von euch angeworbenen Exilanten über ihr täglich zu verrichtendes Arbeitspensum für das Protektorat hinaus zu leisten bereit sind. Selbstverständlich darf die Hauptaufgabe der Betreffenden nicht darunter leiden- egal wie hoch die Entlohnung auch sein möge. Aber ich glaube nicht, dass sich dabei ein Problem ergeben wird. Falls doch, müssen wir über Lösungen nachdenken, die durch das Protektorat verwaltete Arbeit einschließt.
    Ich fasse die finanziellen Posten nocheinmal zusammen: die Gildeangehörigen bezahlen entsprechend für die erhaltenen Leistungen an Lebensmitteln, Wohnraum und sonstigem Bedarf in Bar an das Protektorat, darüber hinaus fallen Pacht und Liegegebühren sowie Abgaben auf die umgeschlagenen Waren an, die aber anteilig mit der Pacht verrechnet werden können. Dies alles wickelt ihr mit der Protektoratsverwaltung ab und ich denke, dass wir versuchsweise all diese Angelegenheiten in der Hand Name Mannanans zusammenführen. Exilianische Arbeitskräfte bezahlt ihr davon unabhängig in eigener Verwaltung.
    Ich denke, wir können schon morgen das Gelände und Gebäude besichtigen, das mir als Kontor vorschwebt. Dorna wird in der Zwischenzeit einen entsprechenden Vertrag aufsetzen."