In den Wäldern

  • Rochus marschierte, mit auffällig lauten Schitten die einen Widerhall in seiner Rüstung fanden, entlang der wenigen befestigten Straßen in Gales Morgan.
    Er schien einem inneren Kompasss zu folgen, einem Weg dem ihn seine Beine vorgaben, aber an den sein Geist kaum Erinnerungen trug.


    Zwischenzeitlich, genauer gesagt alle paar Schritte, hielt der alte Mann inne und grinste in die Dunkelheit.
    Ein freches Zwinkern, ein Winken in die Nacht, und schon setze der alte Mann... laut pfeifend... seinen Weg fort.


    Alleine, wenn auch schwer gerüsstet, nächtlich auffällig in strahlendem Weiß gekleidet... mag es (abgesehen von dem Gepfeiffe und dem Gesang) vielleicht nicht lange dauern bis seine Anwesenheit bemerkt wird.

  • Rochus wußte, dass er tunlichst auf den Wegen bleiben sollte. Der Wald in Gales Morgan war alles andere als ein lauschiges Plätzchen.
    Sicherlich gab es Patroulien, die sich ihm ersteinmal nicht zeigen würden.

  • Rochus setze seinen Weg unbeirrt fort.


    Natürlich blieb er auf den Wegen. Schritt für Schritt... wenn auch nicht besonders schnell, als wenn er alle Zeit der Welt sein Eigen nennen könnte, stapfte Rochus unter lautem Geklirre und Geschepper der Rüstung zielstrebig die Straße entlang.


    Wenn er ein Ziel hatte, musste es irgendwo am Ende der Straße liegen. Und wenn er keines hatte, musste der alte Mann wohl eine sehr merkwürdige Vorliebe für Wanderwege haben.

  • Rochus hätte schwören können, dass er mindestens zwei oder drei Schatten bei sich hatte. Oder war es nur einer?
    Er sah ein Reh die Straße queren, das jedoch nicht weit kam. Eine Falle schnellte hervor und spießte das Tier auf.

  • "Blut und Eiter!" platze es Rochus heraus, als das Reh vor ihm erschien und mechanisch-kompetent vom Leben in den Tod befördert wurde.


    "Was soll denn das?" brummte Rochus im schulmeisterlichem Ton hervor und stemmte dabei die gepanzerten, durch das Kettenhemd im Mondlicht funkelnden Arme an die Tallie.


    Kopfschütteld stapfte Rochus auf das Fleisch am Spieß zu und schüttelte den Kopf dabei. Die Arme wanderten von der Hüfte auf den Rücken, alr er zungeschnalzend tatsächlich anfing auf das Reh einzureden.


    "Das war deine ganz eigene Schuld.. tze.. aber wir verschwenden schon nichts"


    Erneut etwas, das im Mondlicht aufblitze. Rochus zog den rechten Arm hervor und stiess die Klinge des hervorgezogenen Messers in den Hals des Rehs.


    "Shhh... shhh" machte der alte Mann leise und streichelte dem Reh, mit der erhobenen linken Hand, sanft über den Kopf.

    "Mhhh mhhhmmmm"
    Ein leises Summen begleitete die schmatzenden, schabenden Geräusche, als der alte Mann mitten auf dem Weg die Klinge mit gründlichen.. zielgerichteten Schnitten über den Unterleib des Rehs führte.


    Das Summen hielt leise an.. und ein nachtsichtiger Beobachter könnte.. mit guten Augen.. sogar erkennen das der weisshaarige Mann die Augen dösig geschlossen hält.. beinahe wie in Trance.
    Die linke Hand hob hier und da mal ein Bein an, oder drehte den Hals, damit die Klinge saubere Schnitte entlang der Krätzen bis zu den Hufen führen konnte.


    Blut tropfte vom Boden, von der Klinge. Auch wenn Rochus Bewegungen präzise waren, so waren sie keineswegs sanft, was bei den schnellen tiefen Schnitten entlang der Haut und unter dem Fettgewebe.. durch die Sehnen hindurch.. ein ekelhaften Kratzen verlieh.


    Nachdem die Haut, unter Nutzung des Fleischspießes, sorgsam abgezogen und neben dem Kadaver abgelegt wurde, begann Rochus mit der Fingerfertigkeit eines Gerbers.. oder Schlachters.. das Tier zu zerlegen.


    Während dieses langwierigen Vorgangs konnten die Tiere der Umgebung stets seltsames Gemurmel hören.
    Der Alte Mann sprach zu sich selbst....


    "Hrmpf.. du bist erbärmlich, wenn dich DAS schon reizt"

    Kopfschüttelnd, schnaubend, brummte er "Ist das mein Verschulden das DU so dämlich bist und einwilligst?"


    Ein kurzes Lachen hallte durch die Nacht "HA! Du wärst nicht der Erste!"


    Fast schon tuschnaubend, bellte Rochus "DU weisst doch ganz genau das ich es nicht nur bei Tieren kann"


    grinsend, herablassend schüttelte Rochus das ergraute Haupt "Meine Erinnerungen lesen..aye? von wegen!"


    breit grinsend breitete Rochus irgendwann die Haut des Rehs aus und stapelte alles verwertete auf einem kleinen Haufen. Fleisch, Sehnen, Knochen.. sogar die einzelnen Organe.

  • ALs Rochus fast fertig war, traten zwei Drow aus dem Wald auf den Weg und beobachteten ihn.


    Der eine Sprach laut, dass Rochus es auch hören musste: Ob das dem Fallenaufsteller gefällt, wage ich zu bezweifeln.
    Sollte Rochus hinschauen, würde er sehen, dass der angesprochene leicht nickt.

  • "Mhmmh...." Rochus summte ungestört weiter vor sich hin. Der alte Mann bemerkte die Ilithirii entweder nicht, oder ignorierte sie gekonnt in seinem Rücken. Was für eine Beleidigung!

    "So.. fertig!"
    Sagte der alte Mann schliesslich und nickte zufrieden zu dem Fellsack, den er verschnürte.



    Grob wische sich Rochus die blutigen Hände an der roten Hose ab, kniete sich dann in den Dreck und versuchte.. sofern bei der Bauart möglich, die Falle wieder aufzustellen.


    Verdutzt zuckte Rochus dann zusammen und sagte erstaunt "Ohja, du hast recht!"


    Der Kopf des Alten drehte sich zur Schulter, damit er über diese hinweg zu den Ilithirii spähen konnte.


    Brummend, aber dennoch nicht ohne Freundlichkeit sprach er nach hinten "Ah, da seid ihr ja.. wo sind die anderen hin? Hrm.. na egal... wisst ihr.. ich hab's im Rücken. Helft ihr mir kurz die Falle wieder bereit zu machen? Sauerei, kann ja nicht sein das hier die Rehe versterben nur weil keine Riviil in die Fallen laufen, eh? Und dann sollte die Falle zumindest wieder bereit gemacht werden, hm?!"

  • Der eine schüttelte nur leicht Kopf.
    Nachdem sich die zwei abgesprochen hatten, kam der erste Rochus zur Hilfe.
    Sie versuchten, die Falle so es ging, wieder zu richten und anschließend schulterten sie das Fleisch.

  • "hrm... ich werd' nichts verraten. Ehrenwort... und ich meine: Rivil-Ehrenwort"


    sagte Rochus schmunzelnd, als die beiden Ilithirii ihm zur Hand gingen.


    Total überrascht von dem plötzlichen Gedankenblitz, formten Rochus' Lippen ein stummes "O" das dann langgezogen an Lautstärke gewann.


    "Oh! Wie unhöflich von mir, bitte entschuldigt. Mein Name ist Rochus, komme aus Selfiran" sagte Rochus zwar freundlich, aber eher mit knappen Worten


    "bin nach Gales Morgan gewandert weil ich einige Angelegenheiten mit Abbil Tarabas besprechen wollte. Und persönlich finde ich in diesen Tagen besser als Schriftverkehr. Liegt nicht an den Boten, wisst ihr? Liegt mehr an den Schriftstücken an sich. Schriftstücke lügen viel öfter als Namensgeber...... und anders als Namensgeber.. kann man es am Papier nicht einfach ablesen"

  • Herablassend, wie sie nun einmal waren, kommt zur Antwort. Wir wissen, wer du bist. Es gibt Berichte, in denen du erwähnt wirst.


    Die beiden Drow deuteten Rochus ihnen zu folgen. Der eine ging vor ihm, der anderen hinter ihm. Mit geschickten und schnellen Schritten folgeten sie dem gewundenen Pfad, bis sie endlich die Lichtung rund um Cress d'Velven erreichten. Sie wiesen ihm den Weg und ließen Rochus einfach stehen.


    Ab hier ist es nicht mehr so gefährlich. gaben sie ihm noch knapp zurück, nachdem sie ihm die Richtung des Haupttores gewiesen hatten.

  • "Berichte über mich? Und dann nur zwei? Verdammt... diese Berichte müssen ja wirklich Ungenau sein"


    Rochus wirke schockiert, oder erstaunt.
    Einer der wenigen Augenblicke in denen er tatsächlich sprachlos war.



    Nach einiger Zeit erst fand er, nach Gurgeln und Räuspern, seine Stimme wieder.



    "Was ein Glück das ich kein Reh bin, eh?" sagte Rochus mit einem breiten Grinsen, als die Illithirii ihn "ablieferten"

    "vielen Dank für eure Gesellschaft.. alleine wäre der Weg nur halb so erfreulich gewesen. Auf bald, Freunde"


    Dann winkte Rochus nochmals heftig, etwas albern, mit dem Arm und durchschritt das Tor.

  • [OT Das Tor ist immer verschlossen ;D]


    Als Rochus endlich an der Festung angekommen, stand eine Wache vor dem verschlossenen Tor und wartete.


    Die Wache musterte Rochus mit seiner Ladung.
    Vendui!
    Es liegt keine Nachricht über eine fremde Fleischlieferung vor. Also, was willst du hier, Rivvil?

    Die Wache war nicht besonders abweisend, aber von einer Art Freundlichkeit konnte nicht gesprochen werden. Aber das kannte Rochus von den Illithiri ja zu genüge. Dieser hier kannte ihn wahrscheinlich noch nicht.

  • [Mein Fehler :D Hab' zu selfiranisch gedacht ^^]



    "Hrm.. Ven-was?" Rochus, die Reh-Haut mit den Innereien, Sehnen, Fleisch und Knochen locker über die Schulter geworfen, hielt inne und blickte den schwarzhäutigen Elfen grübelnd an.


    Dann sah man sprichwörtlich wie dem Alten ein Licht aufging, er aufblickte und seinen Gegenüber anstrahlte.

    "Ah.. Fehnduyi!.. sag das doch gleich!"
    .. seine Betoung und Aussprache war, wenn es um die Zunge der Ilithirii ging, wie üblich Folter für die Ohren.


    "Hrm.. das da?" Der alte Mann nickte zu seiner Schulter, auf der der verschnürte Fellbeutel lag

    "Das stammt aus einer eurer Riviil-Fallen. Hat leider das Reh anstatt mich erwischt und ich dachte mir.. tja.. Rochus, dein Abbil Tarabas ist bestimmt kein Freund von Verschwendung. Also habe ich mal alles verwertbare verwertet, die Falle wieder bereit gemacht und nun steh ich hier"


    Der Redeschwall von Rochus war wie gewöhnt SEHR flüssig.... man musste aufpassen von diesem Redefluß nicht mitgerissen zu werden.


    "Ah, wo wir grad' von Abbil Tarabas sprechen. Wegen ihm bin ich hier... Rochus Birkenfeldt mein Name, Militärprotektor Selfirans."


    Wie selbstvrstendlich schoss Rochus rechter Arm vor. Der Alte bot mit einem strahlenden Grinsen doch tatsächlich seine kräftige.. blutverkrustete Hand zum Schütteln an.
    Noch während Rochus die Hand anbot, grübelte er flüchtig und fügte noch schnell hinzu...


    "Oh.. 'tschuldige. Dieser Riefhyl is' in diplomatischer Mission unterwegs, also hier und jetzt, und wollte Abbil Tarabas sehen"


    Zumindest ein Wort der Illithirii-Sprache schien der Alte Mann mit verdächtig schwindendem Aktzend aussprechen zu können.

  • Nur mit sehr geübtem Blick würde man erkennen können, dass der Illithiri angewidert von der Aussprache das Gesicht "verzog".
    Dann legte sich die Stirn kurz in Falten. Mit freundlicherer Stimme antwortete die Wache.
    Werter Protektor, dann trtet bitte ein. Es wird einbe nachricht an Jabbuk Tarabas geschickt, dass ihr ihn zu sprechen wünscht. Mit diesen Worten machte er den Weg frei.


    Hinter dem Tor war die Arena zu erkennen, in der natürlich die Soldaten trainierten.


    Rochus konnte noch sehen, wie sich ein Soldat schnell vom Tor entfernte und in die Festung lief.
    Neben ihm tauchte plötzlich ein Sklave auf und sprach ihn vorsichtig an. Jabbuk, darf euch das Paket abnehmen? Dabei verbeugte er sich. Ein zweiter stand hinter diesem.


    Rochus konnte sich noch erinnern, dass jeder Besucher hier einen Sklaven zugewiesen bekam, um sich nicht in der Festung zu verlaufen. Sofern Rochus etwas genauer hinsah, konnte er ein leichtes Grinsen in dem Gesicht des zweiten Sklaven erkennen.

  • "Jabbuk? Pfft... von wegen!" brummte Rochus, irgendwie abfällig und schüttelte leicht den Kopf.


    Jedoch hielt er, entgegen seiner Worte, das Fellbündel bereitwillig vor. So war es einfach ihm sein "Gepäck" abzunehmen.

    "Nur keine Eile, ich möchte nicht das der Eindruck entsteht ich wäre aus irgendwelchen dringlichen Gründen hier. Wenn Abbil Tarabas keine Zeit hat, dann komme ich ein Andernmal wieder"


    Ein herzhaftes Lachen entwich der lauten Kehle des ergrauten Kriegers.


    "Und wenn er keine Zeit für ein treffen hat, dann hab' ich wenigstens einen erfrischenden Spaziergang durch's schöne, nächtliche Gales Morgan geniessen dürfen!"

  • Der Sklave nahm des "Gepäck" entgegen und verschwandt in der Feste.


    Der erste Sklave sprach Rochus respektvoll an. Jabbuk, wenn ihr mir bitte folgen wollt. Ihr braucht nicht draußen zu stehen.
    Er verbeugte sich und wies mit der Hand zu einem Eingang in die Festung, die Rochus ja schon ein wenig "kannte".

  • Rochus blickte zu dem Sklaven, dann zum Eingang der Festung und gleich wieder zurück.

    "Ähm.. hast du eine Laterne, Bursche?"


    fragte Rochus mit väterlich brummender Stimme, lächelte schief und deutete mit einer blutverkrusteten Hand in Richtung Eingang.

    "Sonst macht es wohl keinen Sinn einzutreten"
    sprach Rochus weiter, in einem Tonfall der implizierte das er nicht den winzigsten Gedanken daran verschwendete, dass man seine Worte nicht verstehen könnte.

  • Zuerst sah der Sklave Rochus leicht verdutzt an. Dann erhellt sich sein Gesicht, da man ihm wohl doch einige Informationenn gegeben hatte und zückte eine kleine Laterne aus dem Gewand und gab sie ihm.


    Der Sklave ging voran durch die spärlich durch Feenlicht erhellten Gänge. Diese mochte Rochus nun wirklich nicht und gingen bei seinem Vorbeigehen immer aus, aber das kannte er ja schon.
    Der Sklave versucht Rochus möglichst weit von ihnen fernzuhalten.
    Vor einer Kammer blieb er stehen und öffnete die Tür.


    Bitte tretet ein , Jabbuk.

  • Rochus ging dem Sklaven hinterher, die Arme gemütlich auf dem Rücken zusammengelegt, und zischte der Ein oder Anderen Laterne bei Gelegenheit "Zhashoun" , "Souzhshoun!", oder etwas vergleichbares zu.


    "Hrm.. sieht wie immer nett aus hier, ähm.. achja"


    Nachdem der alte Mann der Bitte des Sklaven nachgekommen ist, den Raum betrat, wandte er sich um.
    Schmunzelnd musterte er den Sklaven mit flüchtigem Blick, aber wachen Augen und brummte dann vergnüglich.

    ".. du solltest der Faern ausrichten das hier hier bin. Sie würde es bestimmt als Beleidigung ansehen nicht zeitig über meine Ankunft informiert worden zu sein."


    Rochus machte anstalten sich umzudrehen, hielt aber inne und machte auf halbem Wege nochmal auf der Ferse kehrt...

    "Oh! Und sag am besten nicht das ich weiss das sie weiss, das ich es weiss... aye?"
    Hier zwinkerte Rochus nochmal und ging in den Raum.. dem Sklaven keinerlei Aufmerksamkeit schenkend.

  • Der Sklave konnte sich das Grinsen gerade noch verkneifen, als der alte versuchte die Feenlichter zu entzünden. Seine Aussprache war grauenhaft, sogar für die Ohren eines Menschen.


    Ich werde sehen, ob die Faern Zeit erübrigen kann, Jabbuk. Der Sklave verbeugte sich und wollte gerade gehen, als ihm wohl noch etwas einfiel.
    Habt ihr sonst noch einen Wunsch, Jabbuk?