• Wann: Kurz vor dem "Alte Spuren" Con



    Langsam ging die Sonne am Horizont auf und begann die Kühle der Nacht zu vertreiben.
    Die einsame Gestalt kniete mit dem Gesicht zu dem glühenden Feuerball am Himmel und meditierte.
    So, wie sie es bereits seit Tagen tat, nur unterbrochen von den Pausen, die der Körper verlangte.
    Er hatte viel nachgedacht.
    über vergangenes...
    über gegenwärtiges...
    über zukünftiges...
    Sein Weg war steinig. So steinig wie seit jeher und endlich, nach fast 3 Tagen fand er die Ruhe in sich, die er gesucht hatte.


    Bilder formten sich vor seinem inneren Auge.
    Bilder des Hasses.
    Emotionen und Taten, Gedanken und Worte.


    und leise begann er zu murmeln.
    Zuerst waren die Worte unverständlich die er sprach, doch dann wurden die Worte in der dunklen Sprache der Ilythiiri lauter.


    Kulith lu'xunden, ssiggrins lu'wiles usstan lar dos...
    Doer ulu uns'aa...
    Usstan belbau dos heeth lu'khel, shar lu'quortek...
    Doer ulu uns'aa...
    Usstan belbau dos dro lu'sila dosst aphyon...


    Er spürte die Blicke der Anderen auf Ihm wie heisse Nadeln. Er wollte sich umdrehen, doch er wusste, dass er niemanden sehen würde.
    Immer wieder wiederholte er die Beschwörung, fühlte, wie der Ruf in ihm lauter wurde.
    Spürte, wie er immer mehr in den Fokus der Anderen geriet, wie es näher kam.
    Wusste, wie ihn die Anderen für das was er tat hassten.


    Immer wieder wiederholte er die Beschwörung.


    Kulith lu'xunden, ssiggrins lu'wiles usstan lar dos...
    Doer ulu uns'aa...
    Usstan belbau dos heeth lu'khel, shar lu'quortek...
    Doer ulu uns'aa...
    Usstan belbau dos dro lu'sila dosst aphyon...



    Es kam näher...



    Kulith lu'xunden, ssiggrins lu'wiles usstan lar dos...
    Doer ulu uns'aa...
    Usstan belbau dos heeth lu'khel, shar lu'quortek...
    Doer ulu uns'aa...
    Usstan belbau dos dro lu'sila dosst aphyon...



    Je näher es kam, desto stärker wurde der Hass in ihm.
    Wie lange hatte er den Hass unterdrückt?
    Er wusste es nicht mehr, aber es tat gut ihn ungefiltert hinauszulassen.


    Schweiß lief ihm in Strömen über Gesicht und Rücken, sein Körper fing an zu zittern.
    Es war fast da...


    Kulith lu'xunden, ssiggrins lu'wiles usstan lar dos...
    Doer ulu uns'aa...
    Usstan belbau dos heeth lu'khel, shar lu'quortek...
    Doer ulu uns'aa...
    Usstan belbau dos dro lu'sila dosst aphyon...
    Usstan xhandal dos!


    Er riss die Augen auf.


    Dann kam der Schmerz. So plötzlich und unerwartet, dass er ein Aufschreien nicht verhindern konnte.
    Er klammerte sich an den Schmerz, versuchte verzweifelt bei Bewustsein zu bleiben.
    Dann wurde es schwarz um ihn.


    Als er aufwachte waren Stunden vergangen.
    Jede Faser seines Körpers rebellierte und er musste sich übergeben.
    Galle und Blut bildeten Bald eine kleine Lache auf dem Boden neben ihm.
    Mühsam rappelte er sich auf und sah sich um.


    Niemand war hier...
    Doch tief in seinem Inneren wusste er, dass das es hier war, dass die Beschwörung ein Erfolg gewesen war.
    Jetzt musste er es suchen.
    suchen...
    finden...
    und töten.


    Es würde sich verstecken, aber es würde nicht entkommen.
    Nur einer würde am Ende übrig bleiben...

    Orga Quellar Xarann

    Charaktere:

    Tarabas Nightshadow, Waffenmeister Aquas

    Usst'Sargtlin Tal'Shar Xarann (Hausadel)

    Theodorik zu Wolfenau


    "Die Kleinigkeiten erzeugen Perfektion, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit."

  • Er hörte ein Geräusch und fuhr herum.
    Naira stand vor ihm, sah ihn an.... ihr Blick durchbohrte ihn, so als müsste die Zeit in diesem Moment stillstehen und jeder Atemzug eine fatale Reaktion provozieren.


    Die Lethi trug ihren schweren weißen Mantel, die Kapuze war abgestreift und ihr Haar zurückgeschoben, so dass ihre Spitzohren sichtbar waren.
    Sie stand schräg zu ihm und betrachtete ihn über ihre Schulter mit solcher Abscheu, wie er es nie zuvor an ihr und vermutlich selten an einem anderen Wesen gesehen hatte...
    Ihr Blick schien ihn zu Boden zu stoßen und von oben herab zu betrachten.
    Sie sah ihm direkt in die Augen, doch gleichzeitig gab sie ihm zu verstehen, dass sie ALLES Schändliche erfasst hatte - seine Abdrücke am Boden, das Erbrochene, das Blut...


    Hätte sie ihm vor die Füße gespuckt - es wäre mehr Aufmerksamkeit gewesen, als sie ihn offenbar für wert hielt.


    "Du bis-t un-w´hürdi´g", hauchte und grollte ihre Stimme zugleich scharf; der Akzent war deutlich hörbar.
    "Du bis-tt schwach-h! Geh zurück d´su den Ss-nagga, Dünnblu-tt! Wir v-err-w´heigern dirr... die Jag-d! "

  • Er ging zu Ihr.
    Seine Haltung erinnerte an ein Raubtier, bereit zum Sprung.
    Abschätzend, langsam und vorsichtig näherte er sich der Lethi.
    Seine Augen glommen in einem dunklen Ton, der das Licht zu schlucken schien, als er sie musterte.


    "t'hys' ja hämin ouk' arno-ussss- sai!"
    Es war nicht seine Stimme...
    Sie klang viel tiefer und ... dunkler... älter ...
    Man hörte die Macht, die in diesen Worten lag auch ohne zu verstehen, was Sie bedeuteten.


    Er richtete sich auf und schaute zu Naira hinab. Sah die Münze in Ihrer Hand und musterte Sie ... abwertend.

    Orga Quellar Xarann

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    Theodorik zu Wolfenau


    "Die Kleinigkeiten erzeugen Perfektion, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit."

  • Sie hob den Kopf stolz ein wenig mehr, weiter die Haltung äußerster Verachtung beibehaltend.
    Ihre Augenbraue aber zuckte kurz und schien ein wenig höher gewandert zu sein, als sie ihrerseits noch einen Schritt auf ihn zu machte, langsam.


    Sie standen sich nun Auge in Auge gegenüber, sie immer noch schräg zu ihm gedreht.
    Ihre Nüstern blähten sich und sie sog erkennbar seinen Geruch ein, wobei ihr Mundwinkel andeutete, was sie davon hielt.


    "T´hereja bia - t´hys´ja dejnee...", grollte sie zurück, und nun war auch ihre Stimme dunkler, hauchiger, so als würden unter ihrer Stimme andere Töne mitschwingen.
    Es klang drohend - und lockend zugleich.


    Ihre Hand, die er sehen konnte, erhob die Münze vor sein Gesicht.
    Es war eine einfache aber schwere Münze mit starker Prägung, eine Münze der Menschen.


    Ihre Augen glitten zu dem Metallstück und für einen Augenblick verengten sie sich, so als fiele es ihr mit einem Mal schwer, sich zu konzentrieren.

  • Sein Blick glitt zu der Münze, dann wieder zu der Lethi.


    Wieder musterte er sie mit diese kalten schwarzen Flecken, die einmal seine Augen gewesen waren.
    Er beobachtete Ihre Haltung, jede ihrer Bewegngen. Er musterte Sie von Kopf bis Fuß, jeden Zentimeter Ihrer Gestalt, während Sie sich langsam wie im Tanz umrundeten.
    Ein Lächeln zeigte sich plötzlich auf seinem Gesicht, aber es war kalt.


    "Du has-st k-hein Recht mehr unss die Jah-gd zu v-eer-weig-eern.... jetzt ni-cht me-hr..."


    Sein Blick fixierte wieder die Münze.


    "Gi-hb Ssie mirr..."

    Orga Quellar Xarann

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    Theodorik zu Wolfenau


    "Die Kleinigkeiten erzeugen Perfektion, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit."

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  • Sie hob ihren Kopf noch ein Stückchen höher und erhob sich auch tatsächlich ein wenig auf die Zehenspitzen.
    Wieder witterte sie, diesmal aber ohne das Zucken der Mundwinkel.
    Was auch immer in ihrem Inneren vorging, schien zwiespältig zu sein, denn ihre Augen gewannen kurz etwas Vertrautes und Warmes zurück.
    Dann erlosch das wieder und ihr Blick wurde hart.


    Sie ballte die Faust um die Münze, sie nach unten haltend.
    "Dreck-iger... Mensch!", zischte sie hasserfüllt.
    Sie sog die Luft ein, so als wollte sie Kraft schöpfen.
    Sie konzentrierte sich; das konnte man sehen. Sie kniff die Augen kurz zusammen.


    "Dünnblut...", knurrte sie dann wieder, aber ohne den Akzent. "...wäre ich du, ich hätte Angst!"
    Und dann lächelte sie ein Lächeln, das kalt und fein war. Listig. Es wirkte viel ruhiger als das, was sie ihm noch eben zuvor an Verachtung gezeigt hatte.

  • Auch seine Stimme wurde wieder ähnlicher der, die Ihr bekannt war.


    "Angsst? Vor we-m? Ein-her Ver-uhnreinig-then wie Dirr? Nie-mahls...
    Gi-hb Ssie mirr!"


    Es war drängend, erlaubte keine Wiederrede.

    Orga Quellar Xarann

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    Theodorik zu Wolfenau


    "Die Kleinigkeiten erzeugen Perfektion, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit."

  • Sie senkte den Kopf und sah ihn von unten herauf an, plötzlich wie aus dem Tritt gekommen.
    Er meinte sie knurren zu hören wie ein Tier.
    Sie bewegte sich wieder geschmeidiger, ihn ihrerseits umrundend, und nun konnte er fühlen, dass er es wieder mit Naira zu tun hatte.

    "St´erblicher!"
    , spuckte sie aus. "Wass weiß-t du von Angst-t?! Wass weiß-t du von ch´Reinheit!"


    Und sie presste die Hand mit der Münze an ihre Brust, als wollte sie sagen >Meins! Das bekommst du nicht!<

  • Das Dunkel in seinen Augen erlosch und er schien kurz verwirrt.


    'Noch nicht... die Zeit ist noch nicht gekommen...'


    'Sie verweigert es Dir... Das darf sie nicht...'


    'Sie vertraut Dir aber...'


    'Das ist Ihre Schuld...


    'Sie will helfen...'


    'Wir brauchen die Hilfe nicht...'


    'Lass sie gehen...'


    'Dafür ist es zu spät...'


    Verschiedene Stimmen tobten in Ihm und sprachen durcheinander.
    Er griff sich an den Kopf, wollte Ruhe.


    "Seid still......Aaaaarrrgggghhh!"


    Blut begann aus seiner Nase zu tropfen uns seine Augen richteten sich wieder auf die Lethi.


    "Du trägst die Schuld an all dem. Du allein!"


    und mit einem Aufbrüllen stürzte er sich auf Sie und versuchte Sie zu fassen.

    Orga Quellar Xarann

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    "Die Kleinigkeiten erzeugen Perfektion, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit."

  • Das Spitzohr wich seinem Angriff wendig aus, machte aber keine Anstalten weiter weg zu fliehen.
    Sie kräuselte die Nase vor Freude und lachte höhnisch auf.
    Seine Schwäche, sich auf sich selbst zu konzentrieren, machte es ihr einfacher, ihre Rolle wiederzufinden.


    Sie versuchte zwischendurch wieder aufrecht zu stehen und die Hände rückwärts in die Hüften zu stemmen, und dabei verächtlich zu blicken:
    "Die Schwachen werden vertilgt werden!", sagte sie energisch und mit tiefer Stimme.
    "Du musst deinen Wert erst noch erweisen! Dein Tanz geht in die Irre! Mein Dunkel ist nicht dafür geschaffen, erreicht zu werden!"

  • Er funkelte Sie an und entspannte sich ein wenig.


    „Dich zu jagen wäre zu einfach für Dich. Die Qualen sollen Dir nicht erspart bleiben.“


    Wieder sah er an Ihr herunter.


    „Nein, der Tod ist zu gut für Dich. Wer von uns beiden ist schwach? Du belügst Dich selbst, Lethi. Bist Du das überhaupt noch? Oder bist Du bereits ein Elf, ein dreckiger Darthiiri.“

    Orga Quellar Xarann

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  • Jetzt wurde sie wirklich zornig, und sie ließ es instinktiv zu.
    Die Rolle war ihr in diesem Moment einerlei. Dies ging zu tief!


    "Wir sind mehr als zuvor, du, der du die Vereinigung im Dunkel nicht kennst - sie dir noch nicht verdient hast, Nachfahre! Wir werden gewandelt und bleiben doch ewig gleich. Ewig zusammen! Im Dunkel, im Fels. Nur ein Narr - ein selbstüberschätzter, dem Tod geweihter DROW kann glauben, dass die Macht im Überwältigen besteht! Wir aber gleiten in der Woge, untertauchend, auftauchend, hingegeben, dargeboten dem, was geschieht. .. wir SIND. Vollkommene Finsternis! "


    Das Spitzohr schien über diese heftige Ansprache sich immer mehr zu begeistern. Ein Glühen trat auf ihre Wangen und sie wirkte bewegt und fast ein wenig fanatisch. ..

  • Ein Lächeln stohl sichauf sein Gesicht.


    "Und trotzdem bist Du allein...
    Und trotzdem kannst auch Du vergehen...
    Und dann werden die Lethi vergessen sein, wie sie es bereits einmal waren..."


    Er reizte Sie weiter, sollte Sie doch kommen...

    Orga Quellar Xarann

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    "Die Kleinigkeiten erzeugen Perfektion, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit."

  • Ein Sturm zog herauf in ihr, das war spürbar... auch sie bemerkte mit Erstaunen, wie stark diesed Gefühl geworden war.
    Fest und ruhig wie der Fels, ja.... doch das hier war sie selbst! DAS war Naira, sie ganz allein.
    Und sie wusste nicht, ob sie auch so akzeptiert wurde - so dazugehörte.
    Das tat weh!


    "Ich bin nicht allein! ", brüllte sie dennoch, und sie spürte, wie sich ihr Leib schmerzhaft zusammen zog bei dem Gedanken, die Verbindung zu verlieren. ..
    "Wir werden überdauern, wir gehen zurück in den Kreis! Ich bin. ...."
    Sie keuchte. Es zog in ihr.
    "Ich bin in der Finsternis und die Finsternis ist bei mir, für immer! "

  • "Die kleine Naira ganz allein und voller Angst.... wie damals in Dros Rock...."


    Er lachte auf.


    "Und genau das werde ich jetzt auch tun. Dich alleine lassen. Ich habe eine Beute zu jagen."


    Mit einem gemeinen Lachen drehte sich Tarabas von der Lethi weg und ging Richtung Waldrand.

    Orga Quellar Xarann

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    "Die Kleinigkeiten erzeugen Perfektion, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit."

  • Die Woge schäumte auf und schlug über. Das Spitzohr sah aus, als würde sie ihm an den Hals springen, blieb aber wie angewurzelt stehen und starrte.


    Tarabas war der See, und der See wurde der Baum, und der Baum die Finsternis. Und in der Finsternis war nichts... war es leer. Und sie war allein!
    Blickte dem nach, den sie fortgeschickt hatte - und der WIRKLICH ging!
    Es war alles so ähnlich, dass sie nicht mehr wusste, wer er war.


    Nein!!!


    "Du gehst nicht!", hörte sie sich selbst brüllen, bevor sie darüber nachgedacht hatte.
    "Du bringst das hier und jetzt zuende, oder ich werde dich töten!"
    Sofort aber krümmte sie sich und verzog das Gesicht, denn der Bauch schmerzte erneut.
    Die Lethi fühlte Kraft in sich pulsieren, und diese Kraft war dunkel - war anders als sie, und doch gleich.


    "T´heratea ejmi, t´herao se...", fing sie an, aber ihr Zorn brachte alles durcheinander. Sie fühlte, dass er nur spiegelte, was sie selbst ihm gab - die Erinnerung an das, was sie auf IHRER Jagd erlebt hatte!
    Ein Trick, ein feiger Trick!
    Und ihre Jagd war doch nun schließlich vorbei! Alles war gut... sie war eine Lethi, eine vollständige, und sie hatte ihren Weg gefunden.


    Naira atmete einen Moment durch, während sie versuchte, sich auf die Fakten und nicht den Sturm in ihrem Inneren zu konzentrieren.
    Doch das Gefühl in ihrem Bauch war übermächtig.
    Sie musste sich verteidigen! Bewahren!
    Egal ob es eine Bedrohung gab..... egal ob es ihr selbst galt.....
    Etwas Neues flüsterte in ihrem Kopf, die Woge schwoll an und stieß sie voran, den Feind niederzuwerfen...


    Die Kraft strömte aus dem Bauch in ihren Rücken, und der Rücken erinnerte sich an den Fels, auf dem sie gelegen hatte.
    Der Fels strömte in sie, in ihr, das Dunkel verband das eine mit dem anderen.
    Sie war nicht nur eine Lethi.... ihr Dunkel war Finsternis geworden, und die Finsternis wollte BEWAHREN, was in ihr heranwuchs...


    Naira richtete sich auf.
    "Dyspn-oois erebos hyp-halon epidram´pn-oais k´oidma kylindej byssot-hen kelainan boulan...", grollte sie entschlossen und beschwörend.
    Dann sprang sie nach vorn und auf seinen Rücken, ihre Hände um seinen Hals schlingend.
    In der einen hielt sie noch immer die Münze, die nun hart an seine Haut gepresst wurde.

  • Tarabas hatte vermutet, dass Sie das tun würde, es geradezu herausgefordert. Und doch war etwas von der Heftigkeit des Angriffes überrascht.
    Jahrelang geschulte Reflexe übernahmen....


    Er ballte die Faust und lies seinen Ellenbogen nach hinten fahren, während sich die Muskeln in seinem Hals versteiften, er sich gegen die Panik der fehlenden Luft sträubte.

    Orga Quellar Xarann

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    "Die Kleinigkeiten erzeugen Perfektion, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit."

  • Der Stoß traf sie in die Seite, und ihr ganzes Wesen konzentrierte sich darauf, keinen Laut von sich zu geben.
    Sie klammerte sich weiter fest, wie ein Aal schlang sie sich um ihn und passte sich seinen Bewegungen an.
    Schmerz nährt die Stille - das war eine der wichtigsten Lektionen, die sie als Kind gelernt hatte!


    Und der Schmerz fuhr in die Woge und peitschte sie auf - peitschte das Verlangen auf, zu bewahren und zu verteidigen!
    Alles in ihr war darauf gerichtet, ihn in die Dunkelheit zu reißen - ihn den Willen spüren zu lassen und ihn zu unterwerfen!


    Ein Lethi würde sein eigenes Dunkel mit ihrem verschlingen - sich von der Kraft mitreißen und darin einfach treiben lassen - sich vereinigen und hineinsinken, sich wandeln - und keinen Schaden nehmen.
    Aber ein Dünnblut - ein Unwürdiger - ein Sterblicher - würde sich wehren! Sich verheddern, seine Kraft dagegen werfen und sich verausgaben. Weil die Unwürdigen aus Angst in die Abwehr gingen - statt sich der Angst zu ergeben und stillzuhalten.
    So wie auch sie selbst stillgehalten hatte.


    Ihre Hände umfassten seinen Hals, aber zu seiner Überraschung würgte sie ihn nicht. Stattdessen fuhr Dunkelheit in ihn - wie sphärische Magie, wie Träume von uralten Stimmen - machtvoll und allumfassend.
    Es war offenbar kein Angriff, der unmittelbar seinem Leben galt. Aber das Gefühl, von einer schwarzen Welle überrollt zu werden, nahm ihm dennoch den Atem.
    Schmerz verlangte Stille... und die Woge wollte seinen Geist.

  • Als das Gefühl über ihn rollte hörte er sofort auf sich zu wehren.
    Aber anders als sein Körper, war sein Geist nicht ruhig, nicht still.


    Es überraschte ihn selbst, aber seine Prüfungen und die letzten Jahre seines Lebens als Waffenmeister Aquas bekamen die Oberhand.


    'Ein Geist muss fliessen...
    ein ruhiger Geist kann sich nicht anpassen...
    wer sich nicht anpassen kann wird untergehen...
    wird sterben...
    Aqua ist der Fluß, Aqua ist immer in Bewegung'


    Es war eine Welle, wie die die Naira ihm bereits einmal gezeigt hatte.
    Er lies die Woge kommen und lies sich mitreissen, treiben...
    Es ging nicht darum der Welle zu widerstehen.


    'Wer sich dagegen stellt wird weggerissen... zermahlen.'


    Als die Welle hereinbrach stöhnte sein Körper auf und ging in die Knie.


    Er hatte keine Angst... es gab keinen Grund für Angst...

    Orga Quellar Xarann

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    "Die Kleinigkeiten erzeugen Perfektion, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit."

  • Der große Drang, das Stürmen fuhr über beide hinweg, und von unten herauf, aus der Tiefe, quoll gänzliche Schwärze in ihnen empor.
    Es brüllte um sie und die Wasser tosten, doch die Schwärze umfasste auch dies und flutete darüber hinweg, wie eine jäh ausgegossene riesige Lache von Tinte, sich überall hin verbreitend.


    In der Woge schwankend, fielen sie zusammen hin.


    Die Strudel zerrten an ihnen - ihr Zorn, ihre Einsamkeit, ihre Schwäche widerstrebten der schwarzen Flut und wühlten die wild bewegten Wasser auf.
    Und ein Rauschen schwoll um sie, ein Flüstern und Grollen...


    Gemeinsam fielen sie, und gaben sich dem Ansturm der Stimmen hin, der Schwärze, dem überwachen Willen, den sie mit der Jagd gerufen hatten.
    Altes und Neues rang miteinander, Einzelnes und Alles.
    Ihr Sein wurde aufgenommen im Willen, herumgewirbelt vom Aufbäumen ihrer eigenen, noch widerstrebenden Gefühle -


    -und dann zugedeckt von vollkommener Finsternis, vollkommener Ruhe.


    Ihre Körper lagen still auf dem Erdboden, doch ihr Geist war in unendliche Tiefen gekehrt.


    Minuten verrannen.



    Und dann glommen die Lichter auf...
    (PM)