Auf dem Weg zu Ganura Fidòsi

  • Einige Zeit nach der Rückehr aus Siegelstadt kehrt Vel'Inthull nach Paolos Trutz zurück, als r dort die massiven Bauarbeiten an zwei Gebäuden betrachtet, wendet er sich nach kurzem ab und wendet seine Schritte zur zum Sitz der Juristrix, wo er freundlich aber bestimmt nach einem baldigen termin anfragt.

  • Das einfache Volk weicht offensichtlich zurück vor der imposanten Gestalt des Magiers und auch im Amt der Jurisdiktion lässt man ihn sofort nach vorn. Für ihn scheint es kein Problem zu sein, vorgelassen zu werden, und nach einer kurzen Zeit de Wartens tritt ein alter, menschlicher, spindeldürrer Beamter an Vel'Inthull heran und winkt ihn wortlos heran. Anscheinend soll er ihm durch einen schmalen Aufgang nach oben folgen. Es schien, als würden sie einen nicht ganz so offiziellen Weg gehen...


    Tief in die Eingeweide des Amtes, durch verworrene Treppen und Korridore führt er ihn bis ganz hinauf ins oberste Stockwerk, wo erfurchtinflösende Stille die Gänge füllt und kein Laut von unten herauf dringt vor eine große doppelflügelige Tür, die unter leichtem hölzernen Säufzen von zwei Dienern für den Drow geöffnet wird.

  • Vel'Inthull folgt dem Beamten, mustert das Gebäude und seine Gedanken beginnen zu wandern. Schon diese spezielle Art der Wegeführung war eine seltsame Eigenart von Behörden. Es war immer wieder beeindruckend, nein erschreckend, wie schnell Ämter diesen eigenartigen Charakter von Bürokratie, Regeln und Stillstand entwickelten.


    Er unterdrückt ein gewisses Unbehagen. ... Bürokratie und Magie vertragen sich in seinen Augen nicht und werden es nie tun. Magie strebte danach zu verändern frei zu sein und sich nicht durch Forschriften zügeln zu lassen, sie muss wachsen gedeihen, wild um sich schlagen und sich enfalten können und auch Formeln waren nicht mehr als ein Katalysator um diese Entfaltung zu ermöglichen. Bürokratie hingegen war da um zu ordnen und einzugrenzen, sogar im Norden ... und es zeigten sich die ersten Vorboten.


    Als er schließlich vor der Tür angelangt ist durchschreitet er unverzüglich und bleibt dann stehen um nach der Hochjuristin umzusehen.

  • Großartig umsehen musste Vel'Inthull sich nicht, wenn er nicht vollkommen blind war.


    Die Präsens der Iuristrx Maxima erfüllte den Raum wie ein unsichtbarer Nebel, ein sachtes Wispern dunkler Zungen. Sie saß, prachtvoll herausgeputzt in Samt und Seide, auf einem hohen, thronartigen Sitz hinter einem mächtigen Schreibtisch inmitten eines mit wertvollen Möbeln und Dokumenten versehenen Arbeitsraumes. Die Wände waren mit dunkelbraunem Holz getäfelt, der Fußboden mit Marmormosaik verziert, und an so manchen Stellen bedeckt mit silbrig glitzernden, bunt gemusterten Teppichen, die schweren Deckenbalken geformt in einer wilden Abfolge bedeutungsschwerer fremdländischer Symbole. Und immer wieder die Raute, die sich Ganura Fidòsi selbst als Wappen gewählt hatte.
    Der Raum schien sich um ihre Person zu beugen, sie schien überall zu sein.
    Die Wandregale bogen sich schwer von der Last unzähliger Folianten und gerollter Pergamente, von vielen hingen bunte Siegel herab und mehrere Durchgänge führten in weitere Räume, die noch mehr Schriften, Karten und Kostbarkeiten zu bergen schienen.


    Hohe Bogenfenster warfen verhalten etwas Licht hinein, doch herrschte fahle Dunkelheit, kaum erhellt von der warmen Glut in einem großen Kamin an einer Seite des Raumes und noch viel mehr erstickt von mehreren Kohlebecken, voll mit Weihrauch, die ihre süße Schwere von anderen Teilen des Raumes aus verbreiten.


    In all dem saß sie. Aufrecht, prachtvoll, das Gesicht weiß, ihre Lippen schwarz, das Haar hoch aufgetürmt und ihr Blick stach aus der Dunkelheit hervor, bohrend und drängend.


    Langsam formten ihre Züge ein schmales, unnachahmliches Lächeln und all ihre Aufmerksamkeit lag auf dem Faern.


    Die schweren Türen wurden ohne Vorwarnung hinter ihm geschlossen, mit einem lauten Schaben an den polierten Steinfliesen, wie der Deckel eines Sarges.



    "Vel'Inthull"
    , troff es wie Honig aus ihren Lippen hervor, "Was führt Euch hierher?"

  • Vel lässt seinen Blick aufmerksam durch den Raum wandern, nicht zögerlich oder suchend und auch nicht zu lange um unhöflich zu wirken, aber lange genug um die Eindrücke in sich aufzunehmen. Die Gemächer der Mächtigen sagten häufig soviel über Ihre Bewohner aus, Ihre Vorlieben, Ihre Prunksucht, ihre Eitelkeit ....


    Die roten Augen des Drow glühen leicht im schimmer der Kohlen aber sie wirken ruhig und entspannt. Ein seltenes lächeln legt sich auf seine Lippen als er seinen Blick schließlich der Juristrix zuwendet und verdrängt so für eine Weile die üblicherweise strenge Mine des Meister und über das schliessen der Türen geht er nonchalant hinweg.


    Er nickt der Juristrix freundlich zu und deutet eine Verbeugung an. Seine Stimme ist fest strahlt aber jene ruhige Gelassenheit aus von jemandem der sich zu einer guten Tasse Tee verabredet hat "Habt Dank das ihr mich so überaus zügig empfangen habt, ich weis dies zu schätzen." er legt die Hände locker ineinander bevor er fortfährt "Nun meine Wege treiben mich dieser Tage leider nur alzu selten nach Paolos Trutz und nur alzuschnell wieder fort, aber ich kam nicht umhin zu bemerken wie rasant sich die Stadt doch verändert. Zum Guten wie ich mein, aber dabei wurde mir auch bewusst das euch noch nie in eurerm Amt besucht zu haben.

  • Sie sah den Faern unverholen einige Augenblicke lang an, dann - überraschend - ließ sie ihre strenge Miene fallen und ein breites Lächeln legte sich auf ihre Züge. Es war das offenste, das Vel'Inthull an ihr jemals gesehen haben konnte, doch hatte es nichts innig Freudiges. Es war viel mehr, ein entblößen ihrer scharfen, weißen Zähne.


    "Setzt Euch doch." der Juristin etwas seitlich gegenüber stand ein schwerer mit Leder gepolsterter Stuhl, nicht ganz so opulent wie der ihre, doch immerhin.


    "Nun ich hörte, dass Euch Eure Geschäfte in so manchen Teil des Reiches führten, doch ist mir nicht entgangen, dass die Hauptstadt nur selten das Ziel Eurer Reisen war. Kaum verwunderlich, ist sie doch viel mehr eine Stadt der Menschen. Doch frage ich mich ob ein illustrer Plausch obgleich wohl der angenehmeren Sorte wohl der einzige Grund Eures Besuchs sein könnte."

  • "Habt Dank" Vel erwiedert mit einem freundlichen lächeln was auf den Lippen eines Drow immer etwas seltsam aussah und viel zu häufig als Bedrohung ausgefasst wurde. Daher entspannt sich seine Mine auch kurz darauf wieder und blickte freunldich un neutral drein.


    "Ja eine Stadt der Menschen ist es wahlrich geworden. Aber nein, ihr habt natürlich recht. Wenn es mir nur um einen plausch gegeangen wäre hätte ich euch nicht während der Dienstzeiten aufgesucht. Gleichwohl vielleicht läst sich dies ja bei Gelegenheit nachholen. Ich kenne mich lediglich mit den Gasthäusern dieser Stadt nicht gut genug aus um einen angemessenen Ort für einen gutes Glas Wein zu finden."


    Er faltete seine Hände im Schoss
    "Ich bin aus zwei Gründen hier. Zum einen würde ich euch gerne ein kleines Gastgeschenk überreichen. Etwas verspätet aber ihr seid nun hochoffiziell für unsere wundervolle Haupstadt verantwortlich. Dazu möchte ich euch gratulieren. Ihr erlaubt?"


    Er deutet auf seinen Beutel und begann ein in dunkles Papier gewickeltes Objekt herauszuholen. Vom Format her würde es sich wohl um ein Bild oder ein Buch handeln und überreichte es ihr

  • Er überreicht ihr das Paket. Das Papier war schwer, dennoch fein und aufwendig gearbeitet, die Schnurr die es verschnürrte schimmerte leicht golden.
    Als sie es öffnet kam ein großes Buch mit dunklem Einband zum Vorschein. Ein Buch was sich schon beim ersten Blick als Werk der Drow und nach kurzer Betrachtung über eine reich bebilderte und verzierte Abhandlung über Architektur entpuppte. Es schien sich nicht um eine Kopie zu handeln, zumindest nicht um eine von Menschen erstellte.


    Freundlich lächelnd fügte er hinzu

    "Ich hoffe dieses Buch erfreut euch ein wenig und verschafft euch vielleicht sogar etwas Zerstreuung ...und sagen wir einmal Inspiration bei der Gestaltung unserer Hauptstadt."

  • Neugierig blätterte die Juristrix ein paar Seiten um, vorsichtig, mit spitzen Fingern. Es schien ihr zu gefallen und sie schenkte Vel'inthull ein sehr seltenes Lächeln, eines, das nicht von Bosheit troff.


    "Sehr schön. Wirklich. Euer Volk vermag es wie so oft eure Überlegenheit durch die feinen Künste auszudrücken. Ich nahm seit langem schon an, dass die wahren Städte eures Volkes - nicht diese mickrigen Dörfer hier im Unterreich - überschwänglich sein müssen, voll der Pracht... Ich danke Euch aufrichtig für diesen Einblick in Eure Kultur." Sie hatte tatsächlich danke gesagt. Die Momente, in denen das geschehen war, konnte man an einer Hand abzählen. Vel'Inthull hatte sichtlich das richtigen Nerv getroffen.


    "Doch Ihr sagtet, Ihr hättet ein weiteres Anliegen..."

  • Vel nickte ihr zu und erwiederte ihr laecheln hoeflich. Er schien offensichtlich erfreut darueber das sie das Buch zu schaetzen wusste, wahr es wehmut mit dem er dem Buch nachblickte, oder dachte er nur ueber seine naechsten Worte nach?


    "Es ist mir eine Freude euch laecheln zu sehen und wer weis vielleicht habt ihr eines tages Gelegenheit noch mehr ueber unsere Kultur zu erfahren. Unsere Siedlungen hier in Mitrasperas sind tatsaechlich kein Vergleich."


    Er faltet die Haende und lehnte sich zurueck


    "Nun wo wir schon beim Thema Paolos Trutz sind. Ich hatte seit laengerem wieder einmal die Chance in Ruhe durch unsere Hauptstadt zu wandern und kamm nicht umhin festzustellen das an einer weiteren Magier Akademie gearbeitet wird. Ein gewaltiges Unterfangen, in den Zeiten wo die vorhandenen Resourcen so vielen Zwecken dienen muessen. Ich bin positv ueberrascht welcher Stellenwert der Magie beigemessen wird. In Kuerze haben wir somit drei Akademien im Reiche, da Bedarf es einem gewissen Mass an Koordination ... Koennt ihr mir etwas ueber dies neue Akademie und die Beweggruende erzaehlen?

  • "Nun, wie Ihr gewiss nicht übersehen konntet, sind wir gerade dabei, die gewaltige Zitadelle zu Ehren Magicas fertigzustellen, und ein solches Gotteshaus benötigt auch solche, die es unterhalten.
    Die Akademie zu Paolos Trutz wird nicht dazu dienen, die magisch Begabten zur Perfektion zu formen, viel mehr rechte Diener der Magica heran zu bilden und gleichwohl auch die Kriegsmagier der Trutz auszubilden.
    Sie wird keine Konkurrenz darstellen für die anderen Akademien des Nordens, eher noch wird sie den Kindern des Nordens eine erste Anlaufstelle sein, so sie denn den Funken Magicas in sich verspüren und dann - sollten sie sich als fähig erweisen - ihre Ausbildung fortführen an einer der großen Akademien."

  • "Oh Konkurrenz ist nicht meine Sorge, lediglich das wir darauf achten muessen das der Norden gerade auch in diesen belangen geschlossen agiert und sich eine so wichtige Disziplin wie die Magie nicht in mehre unterschiedlich und letztlich unkompatible Zweige entwickelt. Jene die diesen Funken in sich tragen sind eine zu wertvolle Resource. Aber dies sind unter Umstaenden Details mit denen ich euch nicht belaestigen sollte. Wer wird den die Fuehrung des Tempels respektive der Akademie uebernehmen."

  • Vel gab sich keine Mühe seine Überraschung zu verbergen sein Ton blieb dennoch sachlich freundlich. "Bitte wen? Zumindest den ersten Namen habe ich schon einmal gehört. Das ist diese seltsame Elfe die vor einigen Monaten im Norden aufgetaucht ist, richtig? Und um wem handelt es sich bei der zweite Person?"


    Er zog die Stirn kraus "Und habe ich recht verstanden das ihr gedenkt beide Ämter an ein und die selber Person zu vergeben? Es handelt sich um sehr unterschiedliche Aufgaben, oder?"

  • Sie schien nicht verwundert obschon Vel'Inthulls Mime.


    "Nun, fähiges Volk ist rar im Norden. Ihr habt recht, erstere ist diese blonde Elfe, Senatorin von Aes Piovra dazu und recht unbedarft, doch sie schien nicht unbegabt in der Anwendung der Magie im Kampfe. Sie wäre bislang meine erste Wahl für die Akademie. Wenn ich niemanden sonst finde, plane ich zunächst beide Ämter an eine Person zu geben." Einen Moment schien sie zu zögern, ob sie weitersprechen sollte, doch es sprach nichts dagegen.
    "Dass Ihr Meaner nicht kennt, ist nicht verwunderlich. Er stammt aus Drachengard und gehört seit längerem meinem Beamtenstab an. Ich kann Euch versichern, dass er wie gemacht wäre für den Vorstand des Tempels. Doch warum kümmert Euch dies?"

  • "Nun es interessiert mich wie sich die Strukturen im Norden entwickeln. Ich denke es gibt Bedarf daran das die belange der Magier etwas straffer organisiert werden, aber das ist ein anderes Thema. Aber was den Tempel betrifft seid ihr euch sicher das beide Kanidaten eine entsprechend verehrung für Magica mit sich bringen? Ich konnte keine der beiden im Lager Magicas antreffen, oder täusche ich mich da?"

  • Vel schüttelt entscheiden den Kopf "Absolut nicht, wenn dem so wäre würde ich sicherlich andere Wege gehen als ein Gespräch zu suchen. Allein ich bin verwundert das ihr euch in solchen Fragen nicht mehr auf die Unterstützung von Experten zurückgreift. Ihr leistet bereits soviel für dieses Land, da kann man nicht erwarten das ihr eure kostbare Zeit für Details verschwendet, und insbesondere das Gebiet der Magie ist hinreichend speziell. Es gibt hervorragende, treue Diener dieses Reiches die euch in solchen Fragen gerne unterstützen. Meister Melekh, Meister Urqaurdt und nicht zuletzt ich stehen euch gerne zur Verfügung um euch zu beraten."