mal wieder ein Schiff

  • wann: unmittelbar vor dem Valentinstag
    Wo: auf dem Weg nach Exilia
    Wer: erstmal nur ich, andere dann auf nachfrage

    (vor 7 Tagen)
    "Ihr meint, wir schaffen es noch rechtzeitig zu diesem Fest?" Der Gildeacademicus machte keinen all zu zuversichtlichen Eindruck, zumal ihm Kapitän Rogatus Hallsteyn gerade eröffnet hatte, dass er gedenke, durch Meobes Strudel zu segeln, um rechtzeitig in Exilia zu sein. "Ihr wisst wie gefährlich dieser weg ist?"
    "Ja, und ich bin ihn bereits drei mal gesegelt. Ich kenne diesen strudel und weiss mit ihm umzugehen, Magister." Der Kapitän, ein boemischer Zwerg, strahlte Ruhe und Gelassenheit aus, er war ein erfarener Seemann und hatte die Mannschaft für diese Reise extra zusammengestellt. jeder an Bord, mit Ausnahme des Magisters, hatte Erfahrung mit Meobes Strudel, jenem magischen Portal, das von unberechenbarem Wetterchaos und Stürmen umgeben war. "Ah, da ist ja der andere Passagier, dann kanns ja los gehen. Fertigmachen zum Ablegen!"


    Der Passagier war niemand anderes als Ser Heinrich Rotmantel, der eine eilige und wichtige Aufgabe in Exilia zu erfüllen hatte. Man munkelte, er käme direkt vom Hof des Kaisers, was durchaus wahrscheinlich war, da er als Abreisehafen Antweerp gewählt hatte, wohin er mit einem Flussschiff von Virteburg aus hatte schnell reisen können. Ser Heinrich hatte nur eine Dokumententasche bei sich, der Rest seines Gepäcks war bereits an Bord gewesen.

    (vor 6 Tagen)

    Die REGINA VENTII war ein kleines und schnelles aber robustes Schiff. Sie wurde gezielt für schnelle und gefährliche Fahrten der Gilde eingesetzt und hatte schon manches überstanden. Sie hatte auch Meobes Strudel schon mehrfach durchquert und so war es nicht weiter verwunderlich, dass sie auch dieses mal heil und ohne Verluste hindurchsegelte. Ein Vergnügen war das freilich nicht, denn das Schiff wurde durchgeschaukelt und geschüttelt. Man hatte die takelage weitgehend festgezurrt, bevor man mit Minimalbeseglung in den strudel fuhr. In dem getöse machte sich kein Mensch darüber gedanken, dass sie in Stunden eine Strecke zurücklegten, für die man normalerweise mehrere Wochen benötigte...

    (vor 3 Tagen)
    "Wir sind jetzt etwa 2 Tagesreisen von der Nordküste entfernt. Allerdings sind wir sehr viel weiter östlich als ich gehofft hatte, Ser." Heute war es dem kapitän endlich möglich gewesen, anhand der Sterne die genaue Position zu ermitteln.
    "Schaffen wir es rechtzeitig, Kapitän?" "Ja ich denke schon, immer vorausgesetzt, es kommt nichts mehr dazwischen.""Gut, beeilen wir uns."
    "Warum habt Ihr es denn so eilig, Ser Heinrich?" "Das werdet Ihr in Exilia erfahren, noch darf ich darüber nicht reden. " "Ist das eine Anweisung vom Kaiser?" Heinrich nickte nur und verliess die Messe.


    (Valentinstag)
    Ser Heinrich hatte sich in seiner Kabine eingeschlossen. Kapitän Rogatus hatte versichert, dass man Exilia heute noch erreichen würde und am späten nachmittag erschien die Steilküste am Horizont. Durch das gute fernrohr des kapitäns war eine regelmässige, kuppelförmige Truktur erkennbar, die Grosse Halle. Magister Johannes hatte es sich nicht nehmen lassen, an Deck zu stehen und sich das anzusehen, obwohl ein sehr scharfer und kalter Wind durch seine Robe drang und ihn frieren liess.
    Kurz vor Sonnenuntergang signalisierte die REGINA VENTII, dass sie einen Lotsen anfordere. Sobald dieser an Bord war, manövrierte das schlanke Schiff durch die Untiefen und fuhr mit den letzten Sonnenstrahlen in den Hafen ein. Kaum hatte das Schiff festgemacht, gingen Ser Heinrich und Magister Johannes, unmittelbar von Bord und verliessen den Hafen Richtung Stadt. Ser Heinrich trug dabei eine sehr elegante Tracht wie man sie von den Adligen aus dem Osten des kaiserreiches kannte, während magister Johannes eine schwarze Robe trug, über die er einen etwas zerknitterten Tabert mit dem Wappen der Gilde geworfen hatte.

  • nachdem die Kaiserländer die Feierlichkeiten verlassen hatten, begaben sie sich in das Botschaftsgebäude. Noch vor Tagesanbruch begaben sich Ser Heinrich und Kapitän Rogatus wieder zum Hafen, die REGINA VENTII war am Abend gar nicht erst hafenklar gemacht worden und konnte so ohne längere Vorbereitung gleich ablegen. Die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne strahlten fielen auf das Deck des schnellen Botenschiffes, als dieses den Hafen verliess und in östliche Richtung davonsegelte.


    Magister Johannes verblieb noch zwei Tage in Exilia, in denen er sich vor allem im Gildekontor aufhielt und dort die Handelsbilanzen des ersten Jahres auswertete. Nachdem er das fertiggestellt hatte, begab er sich an Bord eines Hanseschiffes und verliess Exilia, um später mit einem der Schiffe von Silvio da Goa in die AlteWelt zurückzukehren.