• Wann: Vor der Abreise aus Kelriothar
    Wo: Am Rande des Eisernen Banners
    Wer: Sylvana und Remi, andere auf Anfrage
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    Sylvana hatte schon sehr früh das Lager verlassen. Die letzten Trommelschläge waren noch nicht sehr lange verklungen und in einigen Ecken feierten viele aus dem Banner der Einheit noch immer den Sieg über die Krähe. Ihr war nicht nach feiern. Mal ganz davon ab, dass feiern, sich dem Rausch hingeben und Genuss etwas war, das an ihr zerrte. Zumindest solange sie noch in dieser verfluchten Welt verweilten.


    Sie wurde von Gedanken und Erinnerungen der letzten Tage gequält. So viele, die ihr nahe gestanden hatten, waren gefallen. Sicher, es war Krieg und der Tod machte sein Geschäft damit, dennoch ... Es war etwas anderes wenn aus der grauen Masse Soldaten nicht heim kehrten oder wenn es enge Freunde waren.


    Wobei... sie mit jedem litt, der jemanden verlor... und für jede Seele ein Lied anstimmen würde, wenn sie denn von jeder erfahren würde.


    Im Grunde genommen fand die Waffenmeisterin in dieser Nacht keine Ruhe. Zuviel wirkte unsortiert und umkreiste ihren Verstand wie ein aufgescheuchter Bienenschwarm. Mit der Kapuze über dem Kopf bewegte sie sich durch die morgendlichen Schatten, über Wege und Wiesen... bis an den Rand des eisernen Banners.


    Was sie hier wollte? Sie wusste es nicht... sie hatte sich einfach leiten lassen...

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • Als sie näher in Richtung des Banners ging, konnte sie im schein vereinzelter Fackeln einen jungen Mann auf dem Boden sitzen sehen. Den Blick hatte er gen Himmel gerichtet, als suche er dort Sterne die ob der fremden Welt nicht zu sehen waren. Als er ihre Schritte vernahm wandte sich sein kopf leicht in ihre Richtung und der Feuerschein beleuchtete seine überraschte Miene.


    "Hallo Sylvana, was treibt dich denn zu so später Stunde noch hierher?" Seine Stimme klang ruhig, jedoch war ihr ein trauriger Unterton zu eigen.

  • Die Waffenmeisterin verharrte in der Bewegung und ließ sich bereitwillig ihren Gedankenströmen entreißen. Sie blinzelte kurz und schien ebenfalls überrascht.


    Remi. Die Elemente mit dir! setzte sie schnell hinterher und wandte sich ihm zu.


    Sie klang müde, auch wenn ihre Züge eher nachdenklich als erschöpft wirkten.


    Hrm... meine Füße haben mich zumindest hergetragen. Was mich hertrieb... da bin ich unsicher. Vermutlich bin ich einfach der feiernden Meute in meinem Viertel... nein... meines Banners entflohen.

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • "Im Banner der Eisernen ist es auch nicht anders, mich haben die Feierlichkeiten auch vertrieben." Die Überraschung war aus seinem Gesicht verschwunden, und Sorgen und Trauer machten sich kurz auf seinem Gesicht breit, bevor er es bemerkte und wieder ein freundliches Gesicht aufsetzte.
    "Setz dich doch" und er deutete mit der Hand auf einen kargen Flecken Erde neben ihm.

  • Ich wette ich gewinne den "mein Banner feiert schlimmer als deins" Wettbewerb... Ich wohne zwischen Bracar, Ulu Mulus und Chaoten...


    sagte sie mit einem leichten Schmunzeln.


    Ihre Schultern entspannten sich einen Moment.


    Gern... sie kam der Einladung nach und setzte sich zu ihm. Behutsam schlug sie ihren Wappenrock unter und setzte sich in den Schneidersitz. Strich Spruchband und Embleme wie gewohnt glatt... Ihr war sein Gesichtsausdruck nicht entgangen...


    Dabei sagt man doch vom Westen, ihr alle wäred so feuchtfröhliche Feierseelen... witzelte sie.

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • "Ich habe nichts gegen Feiern" entgegnete Remi ihr, während er ihrer Routine folgte.
    "Allerdings ist mir momentan nicht nach feiern zumute. Ich mache mir Sorgen um die Heimat und die dort verbliebenen. Bevor ich nicht weiß was die Winterbringerin dort angerichtet hat, werde ich auch nicht feiern können."

  • Sie nickte leicht, Leute ihre Hände in ihren Schoß und strich mit dem rechten Daumen über das Sonnenrad auf ihrem linken Handrücken.

    Das geht mir ähnlich... Ich bin nicht sicher ob es an dem Zustand liegt indem ich mich hier befinde oder an den bereits bekannten Verlusten... Aber für mich fühlt sich dieser Sieg sehr schahl an...

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • "Es sind einfach wieder zuviele Verluste gewesen.... " Sein Blick schweift wieder gen Himmel "...wer weiß wieviele es in der Heimat sind. Ich möchte eigentlich gar nicht drüber nachdenken. Ich bin froh wenn dieser Krieg einfach vorrüber ist." Ein Blick zu Sylvana "Wieviele verluste gab es bei euch?"

  • Sylvana folgte seinem Blick. Ihr fehlten die Sterne...


    Viele... mehr weiß ich nicht. Alles was, wir aus Kop Tar heraus bekommen haben war recht... durcheinander. Aber ich gehe davon aus, dass der Norden nicht mehr so aussehen wird, wie ich ihn kenne. Auch wir werden es wohl erst erfahren, wenn wir wieder drüben sind.


    Ihr Blick glitt einen Augenblick ins Leere, dann sah sie ihn nachdenklich an.


    Glaubst du denn, dass dieser Krieg vorrüber ist?

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • "Mein Beileid, ich fürchte im Westen wird es ähnlich aussehen." Auf ihre Frage nach dem Ende des Krieges folgt ein kurzes Schnauben, fast wie ein auflachen. "Dieser Krieg. Nein noch nicht. Und es wird vermutlich nicht der letzte Sein. Was passiert mit den ganzen Veteranen, wenn die verfemten geschlagen sind? Werden die Herrscher sich mit dem Land, welches sie dann besitzen, zufrieden geben? Ich glaube nicht. Es wird immer Krieg geben, und ich fürchte irgendwann auch offen zwischen denn Herrschern des Landes." Er stockt kurz und fährt dann fort "Wie sagte Ain doch gleich? Lasst uns endlich dieses Gemetzel in dem wir leben beenden, damit die vorgetäuschte Einigkeit endlich enden, und der Krieg zwischen den Siegeln beginnen kann." Seine Stimme klingt ungewönlich Hoffnungslos "Ich fürchte dass einzige was wir tun können ist, die Freundschaften zwischen den Siedlern siegelübergreifend zu stärken, und zu hoffen dass diese Bande nicht aufgrund von Befehlen gebrochen werden"

  • Sylvanas Züge zierte ein stimmloses Lachen.


    Das hätte die Antwort eines Waffenmeisters sein können. Warum sind wir uns nicht schon früher begegnet? Ach ja, weil dieser Kontinent uns die Aufgabe stellt, einander zu finden...


    Das Lächeln verschwand.


    Ich sehe es so wie du, viele tun das. Kaum einer spricht darüber. Fast überall klingt es zu schnell an, dass man ein Hochverräter sei. Ich frage dann immer, wo denn die Prioritäten liegen... bei den eigenen Animositäten, oder bei der Heilung dieses Landes? Manchmal bin ich mir fast sicher, dass dieses Land ohne uns gesünder wäre. Das sich das Schicksal immer wieder wiederholt... bis endlich genug Leute aufstehen und sich dagegen stellen, die selben Fehler von einst erneut und erneut zu begehen.


    Wenn Kriegstreiber sich langweilen, suchen sie sich ein neues Schlachtfeld... und am Ende haben nur die Toten das Ende des Krieges gesehen.


    Sie atmete tief aus.


    Aber es ist nicht meine Art so düster über die Zukunft zu sprechen oder zu denken. Wenn ich die Seelen um mich herum demotiviere, finde ich keine Verbündete darin, dieses Land zu heilen und unnötige Kriege zu verhindern.

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • Das Gesicht des Waldläufers hellte sich zunächst auf, als sie erwähnte dass es die Antwort eines Waffenmeisters sein könnte, wurde dann jedoch wieder düster "Wenn Menschlichkeit, Empathie und Freundschaft als Hochverrat bezeichnet werden, wäre das Land ohne uns mit großer Gewissheit gesünder, und ich hoffe trotzdem darauf dass es nie soweit kommen wird. Sollte es jedoch soweit kommen, bin ich gerne bereit für diese Werte in den Kreislauf zu gehen."

    Er wandte sich Sylvana vollkommen zu und blickte ihr dann in die Augen


    "Was ist es anderes als Hoffnung und Heilung für das Land, die Geschichte zu verarbeiten, und dafür zu sorgen dass sie sich nicht wiederholt? Daran zu glauben, dass die Völker und Herrscher sich ändern können und den Frieden herstellen. In dem Moment wo ich die bisherige Geschichte verdränge und nicht mehr beachte, führt uns die Zukunft wieder an die Anfänge zurück. Sei Hoffnungsvoll, aber behalte immer das Schlechte im Blick um es zu bekämpfen wo immer möglich und nötig."

  • Sie hörte ihm aufmerksam zu und da war es wieder... dieses kaum merkliche, fast ein wenig schalkhafte Lächeln, welches ihr so eigen war.


    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen, geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun. ziterte sie mit fester Stimme. Einem Mantra gleich, welches sie schon so oft ausgesprochen hatte.


    Und genau das ist es... Es ist nicht nur an den Herrschern... sondern auch an uns. Wenn sie fehl gehen, denn weder Krone noch Zepter machen sie unfehlbar, müssen wir den Mut haben ihnen ihre Fehler aufzuzeigen. Wir sind mittendrin in einer Wiederholung der schwerwiegendsten Fehler alter Zeit... Wir müssen wahrhaft aufmerksam sein.


    Dann musterte sie seine Züge für einen Moment. Kurz, vielleicht nur einen Herzschlag lang, glitt ihr Blick in die Ferne, dann erwiederte sie den seinen.


    Ich werde derlei Urteile nicht noch einmal hinnehmen... nicht, wenn ich es verhindern kann. Solltest du je in eine solche Situation kommen... suche die Waffenmeister auf. Oder lass nach uns schicken... Ich kann dir nichts versprechen, da ich noch nicht weiß wie es mit der Gemeinschaft weitergehen wird, aber ich weiß sehr wohl, was ich gedenke mit meinem Einfluss in dieser Welt zu tun.


    Diese Welt braucht Seelen wie dich... wenn sie heilen soll. Nur selten haben unnötige Tode am Ende doch einen tieferen Sinn. Ich würde das Risiko in deinem Fall ungern eingehen.

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • Im Schein der Fackeln konnte sie sehen, wie seine Wangen angesichts ihrer Worte rot anliefen
    "Danke, für das Angebot, ich weiß es sehr zu schätzen und weiß was sie bedeuten, hoffe jedoch dass ich nie darauf zurück kommen muss. Das schwierigste an Herrschern die Fehler machen, ist leider meistens sie diese als solche erkennen zu lassen. Ich musste leider die Erfahrung machen, dass mit der Herrschaft und dem Alter meist eine große Menge Arroganz die Bühne betritt."


    Dann lächelte er
    "Aber es ist unglaublich toll, zu wissen dass diese Krankheit offenbar nicht jeden befällt, sobald er über eine gewisse Macht verfügt. Das lässt meine Hoffnung für das Land erblühen, und ich hoffe dass du diesen Funken der Hoffnung in die zukünftigen Aufgaben der neuen Waffenmeister tragen kannst. Nur mithilfe der Mächtigen, die nicht nach mehr Macht sondern nach Heilung streben, kann es eine Zukunft geben, in der niemand einen neuen Krieg fürchten muss."

  • Welche Macht soll ich denn haben? Funke der Hoffnung... Deine Worte ehren mich sehr...


    Auch sie wirkte für den Moment verlegen.


    Und ja... auch ich hoffe, dass du niemals in diese Situation kommst, oder ich mich gezwungen sehe mich in Dinge einzumischen, in einem Siegel, indem ich eh schon kein gern gesehener Gast bin...


    Sie spielte unbewusst einem geflochtenen Band, welches an ihrem Gürtel befestigt war.


    Funke der Hoffnung... Weg zur Erleuchtung... Licht auf dem Feld...


    Was die Zukunft der Waffenmeister angeht... Ich frage mich noch immer, was dieses Land braucht und wie ich eine Aufgabe formulieren kann, die den Elementen zusagt. Was glaubst du? Was braucht dieses Land? Was können die Waffenmeister tun, um etwas auszugeichen was zu fehlen scheint?

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • "Du fragst welche Macht du hast? Du bist Waffenmeisterin, du hast Kontakte, deine Worte werden gehört. Und ich glaube dass genau das es ist was dieses Land braucht. Eine Elementare Stimme der Vernunft, unabhängig von Siegelinteressen und Machtansprüchen, den Elementen und dem Volk dienend und den Herrschern die Stirn bietend wenn sie einem Irrtum unterliegen. Einen Nein-Sager."

  • Sylvana seufzte.


    Ihr sagt alle das selbe... aber keiner kann die Frage beantworten, die dahinter steht.


    Ihre grünen Augen schauten in die Nacht hinaus...

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

  • Seit dem Konvent wandern die Waffenmeister durch die Siegel und stellen allen die selbe Frage... "Wir suchen eine neue Aufgabe für die Waffenmeister, da jene aus der Alten Zeit in der neuen Zeit keinen Platz hat. Was glaubt ihr braucht dieses Land?". Wir haben so viele gefragt... Siedler, Herrscher, alte Seelen... Elementarvölker... Alle sagen das gleiche... Nein-Sager... Stimmen der Vernunft... Personen, die in der Gunst der Elemente stehen, sich aber nicht darin verlieren... oder sich zumindest besänftigen lassen, sollte es dennoch geschehen...


    Jetzt frage ich dich... wie treten wir vor die Elemente und nennen ihnen dazu ein Ziel, eine Aufgabe...? Wie erkläre ich den Elementen, dass dieses Land Stimmen braucht, die jene Stimmen, die von den Quihin Assil geleitet werden, zur Vernunft bringen können?


    Sylvanas linke Hand ballte sich zu einer losen Faust.


    Wie sage ich denn zum Beispiel Ignis, dass es nötig war ihren Mitray Kor davon abzuhalten, andere Elementarschreine auszulöschen, als sie die Stärkste unter allen sein wollte?

    Nur indem wir unser eigenes Licht ohne Angst scheinen lassen geben wir anderen Menschen die Erlaubnis und den Mut, das Gleiche zu tun.

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