Nach dem Gespräch mit Shalima

  • Sie verzog das Gesicht und biss die Zähne zusammen, als das Gift zu wirken begann.


    Sie spülte sich auch den Mund noch einmal mit Wasser aus, danach mit etwas aus einem Flachmann.

    Beides spuckte sie in die Waschschüssel...


    Sie schaute Jassir bei seinen Ausführungen mit einer gewissen Fassungslosigkeit an.

    Sie schwieg einfach nur einen Moment, nachdem er geendet hatte und starrte ihn mit hochgegangen Brauen an.


    Sie holte das Buch und einen Stift.


    Gut... Was habt Ihr als Schrapnelle verwendet?

    Was für Gifte, was für Parasiten?

    Wie eliminiert man die Gifte und die Parasiten?


    Die blutenden Schnitte an seinem Bein waren ihr zu diesem Zeitpunkt gänzlich egal. Sie strahlte eine Ruhe aus, die man manchmal bei Personen jenseits von Panik fand...

    [...]die Nyame ist eine sehr verständnisvolle Person... Mit einem Gespühr für Schwächen wie ein Bluthund. [...]

  • Jassir erklärte ihr im Detail alle Schrapnelle, Gifte und Parasiten, fügte aber noch hinzu wofür er sie eigentlich verwenden wollte und betonte erneut, dass es ein Unfall war. Danach erklärte er ausführlich die Zersetzung des Giftes durch entsprechende Tränke und Blutreinigung und die Wirkungsweise und Dauer. Zuletzt diktierte er ihr ein Rezept zur Tötung der Parasiten mittels eines Non-Letalen Giftes, welches aber die Parasiten effektiv abtötet.


    "In meiner Tasche ist ein passendes Gegengift. Eine braune Glasflasche, fingerdick, roter Korken, gelbes Band um den Flaschenhals, ohne Etikett. Das wird die Wirkung des konzentrierten Atigax Giftes neutralisieren. Ein Alchemist kann einen Schnelltest des Gegengiftes machen in dem er das Gift in der lilanen, kastanienförmigen Flasche mit schwarzem Band neutralisiert, welches ebenfalls konzentriertes Atigax Gift ist. Das Gift reicht aus um zwei Pferde damit zu lähmen, also vorsicht; das Gift könnt ihr ja vorher testen an einem Tier oder so. Vielleicht solltet ihr nicht sagen, wo ihr es her habt... An der Tasche könnte noch Komagift sein und es stecken Schrapnelle drin, zieht besser Handschuhe an und wascht die Flaschen mit Alkohol ab. Ich habe leider gerade kein Gift für die Parasiten, die Flasche ist durch die Explosion kaputt gegangen. Könntet Ihr wenigstens das Bein abbinden bevor ihr zu Ihrer Exzellenz geht?"

  • Sie schrieb mit, was er ihr erzählte.

    In sehr seltenen Fällen kam sie nicht ganz mit und bat ihn, etwas zu wiederholen.

    Sie hakte bei den Giften nach der genauen Wirkweise und dem Beginn des Einsetzens der Effekte nach.


    Wenn die Parasiten in der Blutbahn eines Menschen leben: wie lange überdauern sie dann an der Luft? Oder sind sie diesbezüglich eher wie Frösche oder Molche von der Lebensart her?



    Sie wägte ab, als er sie um den Druckverband bat.


    Sie griff in die Tasche und holte eine kleine sehr stabile Glasflasche mit gelblichem Inhalt heraus, stellte sie kurz ab und nahm ihren Gürtel ab, von dem sie den in einer Scheide getragenen Dolch und das Kurzschwert abstriff und beides auf den Tisch, an dem sie saß, ablegte.


    Sie ging zu Jassir, schob die Bettdecke zur Seite und schob das Kettenhemd so weit hoch, dass sie problemlos an seine Leiste heran kam. Ihre Bewegungen waren dabei weder vorsichtig, noch grobschlächtig, noch schien sie irgendwelche Probleme mit seiner Nacktheit zu haben. - es war pragmatisch und musste schnell gehen.

    Sie suchte nach einer Stelle mit möglichst geringen Verbrennungen an der Außenseite.

    Dann legte sie den Gürtel um den Oberschenkel, schob die Flasche unter den Gürtel, so dass sie auf die Schlagader drückte und zog den Gürtel fest, wobei sie ihn abschließend mit einer untergeschobenen Schlaufe verschloss.

    Sie prüfte noch einmal den Sitz von beidem.


    Denkt daran: Stärke und Konstitution. Und tut bitte nichts Dummes.


    Sie nahm ihre Waffen, steckte auch den Wurfdolch und das Bambusstäbchen wieder in die Tasche und nahm die Notizen, so dass sie nun die Waffen und die Tasche in der linken Hand und das Buch in der Rechten hatte.


    Sie öffnete die Tür und wandte sich an eine der beiden Wachen:

    Ich muss dringend zu ihrer Exzellenz.

    Bitte geht in den Raum und achtet darauf, dass Jassir weder Fluchtversuche unternimmt noch versucht, sich zu töten.

    Und fasst bitte nichts an - weder ihn, noch seine Tasche, noch das Blut auf dem Boden. Tut allgemein nichts, worum er Euch bittet...


    Die Wache stimmte ihr zu.


    Dann legte sie Waffen und Tasche außerhalb des Raumes ab und eilte den Gang entlang.

    [...]die Nyame ist eine sehr verständnisvolle Person... Mit einem Gespühr für Schwächen wie ein Bluthund. [...]

  • "Sie leben 90% ihres Lebens in einem Wirtskörper, fressen sich dann frei und fliegen als Insekt umher um sich befruchten zu lassen. Dann legen sie ihre Eier in neue Wirtskörper und sterben. Eine Mischung aus Wurm, Käfer und Libelle mit einem Beißwerkzeug."


    Er schaute Ihren Handlungen zu. "Geht nur, ich komme zurecht. Es ist wichtig, dass die Informationen zu Ihrer Exzellenz kommen."


    Als sie mit der Wache sprach rief er ihr hinterher: "Ihr habt das Gegengift vergessen..." er schüttelte kaum merklich den Kopf. "Dummes Kind" flüsterte er leise, als sie verschwand. Er schloss die Augen und schlief ein.

  • Einige Zeit später...


    Die Tür öffnete sich. Nicht heimlich, aber leise.

    Sianna betrat den kleinen Raum.

    Ihr Gesicht spiegelte weiterhin Anspannung wider, aber auch eine gewisse Ruhe. Sie hatte alles ihr mögliche getan. Alles weitere lag nicht in ihren Händen...


    Sie schaute auf das Bett und blickte dann fragend die Wache an...


    Er hat ruhig geschlafen. Die Atmung ist stabil. Er schlief beinahe sofort ein, nachdem Ihr das Zimmer verlassen habt...


    Ich danke Euch vielmals!

    Ich werde nun wieder meiner Aufgabe nachkommen.


    Die Worte waren in normaler Lautstärke gesprochen. Man konnte aus der Art der Sprache erkennen, dass es keinen enormen Standesunterschied zwischen Sianna und der Wache in diesem Moment gab, auch wenn Sianna stets bemüht war, sehr ruhig und höflich zu sein.


    Mit einem Nicken verließ die Wache das Zimmer.

    [...]die Nyame ist eine sehr verständnisvolle Person... Mit einem Gespühr für Schwächen wie ein Bluthund. [...]

  • Nein, ich habe mich erst in Euren Aufzeichnungen vergewissert, dass Ihr und nicht die Leere in Euch gesprochen hat. Das erschien mir wichtiger, als zuerst das Gift zu holen, was alles mögliche hätte sein können...

    [...]die Nyame ist eine sehr verständnisvolle Person... Mit einem Gespühr für Schwächen wie ein Bluthund. [...]

  • "...und gefährdet damit das Leben Eurer Herrin. Es steht doch alles in den Büchern, fragt mich doch. Stattdessen rennt ihr nur wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend. Ihr habt nichts gelernt, ihr müsst Euch mehr fokussieren, Sianna!!!" sagte Jassir leicht traurig und mit freundlicher Stimme. "Wie oft soll ich noch sagen, dass es ein Unfall war und ich die Bombe versehentlich fallen gelassen habe. Wenn Ihr in meine Dienste wollt um etwas zu lernen, dann seid wenigstens ein bisschen offen für das, was ich sage. Es ist ziemlich anstrengend und nervenaufreibend, wenn eine Sklavin sich so pikiert und damit Ihre Herrin gefährdet." wiederholte er sich in einem anderen, genervten Tonfall. Den Unterschied erkannte man deutlich in der Stimme.

  • Und jetzt denkt einmal kurz über die Worte nach, die Ihr eben gesagt habt. Wenn Ihr Euch noch an sie erinnert.


    Dann wisst Ihr, dass ich alles getan habe, um meine Herrin zu schützen.


    Ich weiß nicht, ob Ihr mittlerweile... Den anderen ... in Euch kennt.

    Ich kenne ihn seit Eurem zweiten Gespräch mit ihrer Exzellenz...



    Wo Ihr selbst von fokussieren sprecht: Stärke, Beständigkeit... Und Ihr dreht Euch um und schlaft?


    Sie hatte sich bei ihren letzten Worten auf die Bettkante gesetzt, so dass sie sein Gesicht sah, und schaute ihm ohne jegliche Scheu in die Augen.

    [...]die Nyame ist eine sehr verständnisvolle Person... Mit einem Gespühr für Schwächen wie ein Bluthund. [...]

  • Jassir sah traurig aus, gebrochen und kraftlos. Es wirkte so, als ob er mit sich absolut nicht im Gleichgewicht ist. Seine Augen schaute auf die nackte Wand, die Augenlider halb geschlossen. Seine Kiefermuskulatur spannte sich unregelmäßig an, wahrscheinlich durch die Schmerzen. "Was wollt ihr? Ihr solltet Eurer Herrin helfen, nicht Euch zu mir setzen."

  • Bei meiner Herrin sind fähige Heiler.

    Ich kann dort wenig bis nichts tun.


    Man sah, dass ihr der letzte Gedanke nicht gefiel.


    Iria kümmert sich um alle Eure Nettigkeiten aus der Bombe nachdem sich Liadan und Milan um die Wunden gekümmert haben. Ich war ungefähr anderthalb Stunden unterwegs...


    Einerseits bin ich durch ihr Wort bei Euch andererseits wäre es schade, wenn ihr einfach so verreckt...

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  • Als ich gegangen bin, hatte sie das Gegengift und Iria wollte sich noch einmal eine eigene Meinung bzgl seiner Wirkung bilden.

    Möchtet Ihr noch etwas zu dem Gegengift anmerken?


    Man sah in ihren Augen eine flehentliche Hoffnung, dass den nicht so war...

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  • "Nur, dass es nicht gerade angenehm ist, wenn man es zu sich nimmt. Einfach viel Wasser dazu trinken und nicht wasserlassen für ein paar Stunden. Lieber viel trinken, als einzuhalten. Die Übelkeit und der Schwindel sind schlimmer als das brennen zwischen den Beinen. Je mehr Gegengift, desto heftiger, aber auch schneller ist alles vorbei."

  • Diese Informationen standen auch in Euren Notizen... Ich bin mir sicher, das dies die Laune ihrer Exzellenz stetig verbessern wird...

    Wenn ich es richtig mitbekommen habe, hat sie neben dem Lähmungsgift auch die Parasiten abbekommen...

    [...]die Nyame ist eine sehr verständnisvolle Person... Mit einem Gespühr für Schwächen wie ein Bluthund. [...]

  • Wie sicher ist diese Information?

    Wobei... Ich bin mir sehr sicher, dass Ihre Exzellenz trotzdem die Maßnahmen zum Töten der Larven vorbereiten lassen wird.

    Und vermutlich auch präventiv einsetzen wird...

    [...]die Nyame ist eine sehr verständnisvolle Person... Mit einem Gespühr für Schwächen wie ein Bluthund. [...]

  • "Pult doch ein Ei raus, öffnet sie vorsichtig und dann seht ihr doch ob sie lebt. In den Hülsen bleiben meistens ein paar zurück. Ich habe die Bombe für einen Herold gebaut und die Larven überleben nicht lange im Ei Stadium. Es ist zwar mein Buch, aber da steht es auch drin. Die Eier halten circa 2-3 Wochen, ich habe sie eine Woche vor dem Feldzug gebaut, eine Woche Feldzug und dann eine Woche Rückreise ist das absolute Maximum. Sie sind so tot wie ich, wenn ich Lüge. Außerdem ist das Gift immer noch anwendbar, wenn die Larven geschlüpft sind. Sie wird schnell die Lähmung spüren und könnte dann immer noch das Parasitengift trinken. Es besteht keine Gefahr."

  • Sie nickte. Ich werde die Information später weitergeben. Das Gift wird so oder so gebraut werden, ich brauche mich dabei nicht zu eilen

    Es gibt in Arach Suliss Spinnen, die eine ähnliche Metamorphose durchleben - unterbewusst rieb beziehungsweise kratzte sie sich am linken Unterarm - die zwar nicht paralysieren, aber auch eine gewisse Zeit in einem Wirtskörper leben... Die malla Yathrin hat mit diesen recht umfangreiche Erfahrungen...

    [...]die Nyame ist eine sehr verständnisvolle Person... Mit einem Gespühr für Schwächen wie ein Bluthund. [...]