Posts by Kirathen

    Kirathen lachte.


    "Das ihr dieses amüsant finden würdet, kann ich mir denken.
    Ich bin ihr zwar begegnet, als sie noch am Leben war am Traumdorn, doch nahmen wir uns eher ungewollt flüchtig wahr.
    Und nein, ich habe nicht ihre Seele noch wünschte ich sie zu haben.
    Der Wandel hat andere Pläne. Einige Punkte in der Zeit sind Konstanten.
    Und ihr Seelenfunke befindet sich auf einer Waage die nicht viele sehen können, sie ist aber dort wo sie sein muss in dieser Zeit! Wenn dieses nicht so sein sollte würden beide Welten brennen.


    Verwirrend, ja.


    Es ist nicht so, dass jener Kult von dem wir sprachen versucht hätte diese Konstante zu verändern. Der Herold des Zorns wurde ein Tag vor den Ereignissen von jenen Truppen in Stücke zerrissen und diese Stücke wurden dann auch noch beseitigt.
    Und doch war es der neue Herold des Zornes der sie mit Hilfe der Verfehmten niederstreckte.
    So wurde mir jedenfalls berichtet. Ob dieses eine subjektive Einschätzung ist kann ich noch nicht genau verifizieren.


    Wenn ihr nichts dagegen hättet würde ich gerne das Thema wechseln. Ich befürchte es gibt nicht genügen Met in Paolos Trutz, damit ich diese gerade gesagten Worte aus meinem Gedächtnis tilgen könnte."

    Kirathen setzte sich und goss den Gästen selber ein.
    "Interessant genug?
    Sagen wir Wege führen dort hin und man kann sie beschreiten. Es führen momentan aber auch Wege hinaus! Genauer gesagt sogar viel zu viele Wege raus.
    Was ich vorfand war eine Mangelwelt die danach gierte, die Fülle unsere Welt in sie aufzunehmen. Eine sehr tödliche Welt, ja. Interessant aus wissenschaftlichen Gründen, ja. Unsere einzige Chance unseren größten Feind die Ratio zu besiegen, ja. Doch verstehen die Siedler diese Welt, nein.


    Sie handeln zum Teil ohne zu denken. Oder sie denken nicht genug.
    Ein Beispiel, sei hier gestattet.
    Sie glauben, dass es weise sei seine Seele zu schützen in einem Seelenstein.
    Es ist richtig, dass wenn man stirbt in Kelriothar, die Seele in den Zyklus des dort vorherschenden Nechatons fließt. Ja, und man würde die Ratio so stärken und von ihr gelenkt werden.


    Aber seine Seele in einen Stein bannen?
    Ich als ehemaliger Eliondarträger weiß genau was den Eliondaren passierte, als sie versuchten dieser Welt zu entkommen. Gefangen in Seelensteinen in einer Schale.
    Umgeben vom schwarzen Eis, der Leere, der öligen Pestilenz, und des Nechatons des Untodes.
    Seelen die Jahrhunderte gefangen waren, bis nur noch ein kleiner Funke von ihnen über blieb.
    Ein Funke den wir Träger neu entflammten und im Elementar Magicas vereinten.
    Alle anderen Eliondare ohne uns Träger, verschunden in der Nichtexistenz, zu schwach um den Lebenswillen aufrecht zu erhalten.
    Ist es weise seine Seele mit einem Stein zu verbinden? Nun ich frage mich, wer hat dieses Netz gesponnen in
    das die Fliege fliegt hinein?
    Aber ich schweife ab. Ihr wolltet auch etwas von dem Kult wissen. Nun sie kämpften effizienter als andere auf dem Schlachfeld, tragen aber keinen Champion in ihren Reihen. Sie sind schnell, gut und folgen den Anweisungen Gorathiels.
    Doch besorgt sein?
    Es gibt wichtigere Sorgen."

    Kirathen runzelte die Stirn.


    "Nun Zeit ist in gewisser Maßen eine Betrachtungsweise. Daher sehr relativ. Doch Zeit ist verstrichen und ich glaube nicht zu Euren Ungunsten. Nur weil ich nicht in Eurer Nähe war heißt es nicht, dass mir Dinge entgangen sind. Das Chaos hat seinen festen angestammten Platz im Norden gefunden. Als Champion seid Ihr unbestritten, was mich sehr freut und auch wenn es zu Machtwechseln im Punkto des Archontenamtes kommt, so wird dieses sicher auch nicht Euer Schaden sein würde ich meinen."
    "Ein wenig Seelenraub um auf diese guten Gründe anzustoßen?"

    Aus Respekt wartete er auf eine Antwort, obwohl er auch gerne noch über andere Dinge gesprochen hätte, dieses konnte man ihm anmerken.

    Eine Stimme klang von oben herab:


    "Mayoe, jhal l'solen d'l'nyame ph'foldraevals bauth udossa lu'il 'udtila naut saph ulu nym'uer folbol qua'laen c'rintrin"
    Kirathen schritt die Treppe herunter.
    "Nun ich würde Euch natürlich einen Platz im dritten Stock anbieten, doch zur Zeit wird dort noch ein wenig sagen wir gearbeitet und ihr wolltet mich sprechen."
    "Es sind seltsame Zeiten für war und dennoch fühle ich mich sehr geehrt wenn ich so hohen Besuch empfangen darf."

    Er deutete mit der Hand auf den großen Tisch und bot einen der reich verzierten Stühle zum sitzen an. Während dessen brachten 3 Bedienstete verschiedene Fleischgerichte und Karaffen mit Getränken an den Tisch.

    Die Schankmaid, die auf die Frage antworten wollte, bekam eine zarte Frauenhand auf die Schulter gelegt.
    Eine zierliche Frau in weiten Gewändern sprach mit fester Stimme:


    "Dem Wandel auch Euch zum Gruße.
    Nun der Adel der Stadt bevorzugt die obere Galerie um ungestört zu sein.
    Hier ist der Ausblick auf die beiden Bühnen der Beste und wir haben auch einen großen Tisch für besondere Gäste frei."


    "Wenn Ihr mir folgen würdet, der Herr des Hauses ist anwesend und wird sich in baldiger Kürze Eurer annehmen."


    "Derweilen zögert nicht Eure Wünsche weiter zu äußern, wenn ihr mir folgen würdet?".


    So schritt sie ohne sich nocheinmal umzudrehen die Treppe hinauf und steuerte einen großen Tisch an der Balustrade an.

    Es war Nacht geworden in Paolos Trutz. Die sonst überquellenden Straßen der Oberstadt wurden langsam leerer und wer konnte suchte Schutz vor der Nacht.
    In der Herberge "Zum Drachen" gab es fast keinen freien Platz mehr, und man diskutierte das Eine oder das Andere. Vorallem der Tod der Almahandra auf dem letzten Feldzug in Kelriothar bewegte die Gemühter der Händler, des Adels oder auch der Reisenden. Selbst die kleinsten wirresten Gespräche führten zu Gerüchten und ein Händler behauptete sogar, dass das Licht im Schankraum sich verändert hätte in ein warmes, weiches Rot. Das Personal hingegen ließ sich nicht auf solche Gespräche ein, als ob es ihnen jemand befohlen hatte und man fragte nach Getränken, Essen und Zeitvertreib.
    Auch wenn der Herbst sich näherte, so waren die Tage recht warm und zu einer Erfrischung sagte niemand schwer "NEIN".

    "Nun, ich vermute, dass das Treffen auf einen gewissen Brief zurückzuführen ist. Worte müssen gesprochen werden, bevor der Sommer den Winter verdrängt und es werden nicht nur Hoffnungen sein, die der Sommer verkündet. Aber der Brief sollte als positives Zeichen verstanden werden."

    "Und ich wäre ein schlechter Gastgeber, wenn ich Euch nicht einladen würde in Punkto Essen und Trinken. Habt Ihr schon etwas bestellt, sonst äußert Eure wünsche."
    Kirathen rückte mit dem rechten Fuß den Stuhl zurecht und setzte sich.

    Grace wirkte sehr fröhlich:
    "Ich verstehe recht gut was Ihr meint. Man kann natürlich einen Menschen mit einem Buch über Heilung erschlagen. Doch wurde es zu diesem Zweck geschrieben? Und wenn diesem so wäre, würdet Ihr gerne diesen Autor kennenlernen? Ich bezweifele dieses."
    Grace stand auf und wand sich zur Theke um.
    "Ich wünsche eine gute Jagd Schwester."

    "Wenn man damit rechnet, dass der Dolch einen in den Rücken trifft, so kommt er meistens von vorn. Ein altes Sprichwort. Viel wichtiger ist es den Feind zu kennen und es ist nicht wirklich hilfreich, wenn Ihr Eure Schwächen zeigt. Versucht keine Angriffsfläche zu bieten."

    Hinter der Schankmaid erklang eine Stimme. "Nun, dann wird dieses dann wohl auch so sein."
    Kirathen umkreiste die Schankmaid und lächelte beide Besucher an.
    "Wobei es manchmal auch länger dauern könnte, mich momentan zu finden."
    Er nickte beiden zu und fragte: " Ihr habt sicher nichts dagegen wenn ich mich zu Euch setze?"

    "Esssss geeeeeht dochhhh. Meinettt weeegennn bekommmmt Ihrrrrr diie Eerrrrrren auchhhh alssss Pffffflanzzzzeee. Sehht essss alllssss Gessssschhhhenk."
    Sie drehten sich um, die Kaputze wurde wieder über den Kopf gezogen und sie gingen in Richtung Hintertür.
    Gracia lächelte Sen an: "Wirken wir wirklich so befremdlich auf Euch. Insgesammt waren wir doch alle sehr höflich, oder?"

    Die Klaue der rechten Hand zogen die Kaputze herunter. Gelbe funkelnde Raubtieraugen schauten aus einem Katzengesicht Lutos entgegen und beugten sich zu ihn herab.
    "Ihrrrr solllltet Euchhhhhhh klarrrerrrr ausssssdrrrrrrückenn. Wassss wolllltttt Ihrrrrr nun gennau! Ihrrrrr rrredet nichhhhht klarrrrr gennug finnnnde ichhhhh." Dabei peitschte der fast 2 Meter lange Schwanz kurz 2 mal auf den Boden.

    Die Schankmaid kicherte leicht und lächelte den Erzhexer an:
    "Nun es leben viele ähm Menschen in Paolos Trutz, aber der Name Kirathen kommt nicht so häufig vor. Wäre es denn etwas wichtiges, oder sucht Ihr ihn nur beiläufig, da man Euch erzählte, dass man Ihn hier häufiger finden könnte?"


    Auf der Bühne gesellten sich nun Feuerpoi Tänzerinnen zu den Feuertänzern. Die Tänzer sprangen wild über die Pois hinweg und schlugen Räder oder Salti zur Musik. Wilder und wilder wurde die Musik und die Taktzahl erhöhte sich rapide.

    Eine der hinteren Robenträger schnurrte leicht, wurde aber durch eine Handbewegung der forderen Robenträgerin zum Schweigen gebracht. "Bei derrrr Teufelskrrralllle ist fürrrr Euchhhh ehhhhh nurrrr die Wurrrrrzel interrressssant, verrrrmute ichhhh, oderrrr wolllt ihrrrr die ganzzzze Pffflanzzze? Wirrr könnnten auch Sammmmen unnnd Sprrrrrosssslinge Euchhhh geben, wennnn Ihrrrr langfrrrristiiiigerrr planen wollllt? "

    Eine heitere ausgelassene Stimmung herrschte im Drachen und die meisten Personen richteten ihre Aufmerksamkeit auf eine Gruppe von Feuertänzern die auf dem 10 x 10 Meter Podest auftraten. Eine der Schankdamen kam an den Tisch und fragte, ob und wie sie behilflich sein dürfte.

    Ohne eine Bewegung begann das Gespräch:"Nunnn, sagen wirrr 5 Silberrrr und 8 Kupfffferrr wenn ihrrrr Tacca mitt dabeii habenn wolllt unnnd 8 Silberrrr wennn ihrrr nochh Teufelskrrralle wünschhhht. Sonnnst biete ichhhh euchhhh auch Pflanzzzen fürrrrr 3 Silberrrrr annn, alles billigerrrre verrrrrschaffft Euchhhh derrrr Herrrr neben mirrrrr."
    Auch wenn das billiger sicher nicht als ein Kompliment gedacht war, so wurde alles sehr gleichförmig von sich gegeben, man merkte keinen Hohn oder Spott.