Posts by Sylvana

    Ah... Moirea... ist das so... Gut... ich seh mir das Ganze an.


    Als sie sich neben ihn setzte fiel ihm der Waschbärschweif ins Auge, der an ihrem Gürtel befestigt war. Sylvana mochte ja vieles an ihren Gewändern haben, aber das passte so gar nicht ins Gesamtbild.


    Wenn du dringende Dinge hast, kannst du mich wieder über den Hort der Ruhe rufen... ich nutze ihn jetzt wieder.

    Sylvanas Züge zierte ein stimmloses Lachen.


    Das hätte die Antwort eines Waffenmeisters sein können. Warum sind wir uns nicht schon früher begegnet? Ach ja, weil dieser Kontinent uns die Aufgabe stellt, einander zu finden...


    Das Lächeln verschwand.


    Ich sehe es so wie du, viele tun das. Kaum einer spricht darüber. Fast überall klingt es zu schnell an, dass man ein Hochverräter sei. Ich frage dann immer, wo denn die Prioritäten liegen... bei den eigenen Animositäten, oder bei der Heilung dieses Landes? Manchmal bin ich mir fast sicher, dass dieses Land ohne uns gesünder wäre. Das sich das Schicksal immer wieder wiederholt... bis endlich genug Leute aufstehen und sich dagegen stellen, die selben Fehler von einst erneut und erneut zu begehen.


    Wenn Kriegstreiber sich langweilen, suchen sie sich ein neues Schlachtfeld... und am Ende haben nur die Toten das Ende des Krieges gesehen.


    Sie atmete tief aus.


    Aber es ist nicht meine Art so düster über die Zukunft zu sprechen oder zu denken. Wenn ich die Seelen um mich herum demotiviere, finde ich keine Verbündete darin, dieses Land zu heilen und unnötige Kriege zu verhindern.

    Das zuviele nach alten Mustern arbeiten ist nicht neu Vorn... ich bin nicht umsonst jemand, der aus diesen Mustern öffentlich ausbricht... aber auch ich bin nur eine... und auch wenn meinem Licht mehr Leute folgen... bleibe ich eine... bisher.


    Dann neigte sie den Kopf.


    Was für ein Gefallen wäre das?

    Sylvana folgte seinem Blick. Ihr fehlten die Sterne...


    Viele... mehr weiß ich nicht. Alles was, wir aus Kop Tar heraus bekommen haben war recht... durcheinander. Aber ich gehe davon aus, dass der Norden nicht mehr so aussehen wird, wie ich ihn kenne. Auch wir werden es wohl erst erfahren, wenn wir wieder drüben sind.


    Ihr Blick glitt einen Augenblick ins Leere, dann sah sie ihn nachdenklich an.


    Glaubst du denn, dass dieser Krieg vorrüber ist?

    Habe ich auch nicht behauptet. Ich kann nur diese Pauschalisierungen nicht mehr hören. Mal ganz davon ab, dass man nicht vergessen darf, wer ihn hergeholt hat. Das waren die Quihin Assil...


    Aber wir sind uns ja im Grunde einig. Ich habe die Jadeklingen nicht ins Leben gerufen, um ihn schalten und walten zu lassen. Von daher sollten wir uns über Dinge unterhalten, die wir konkret tun können.


    Sylvana wirkte ruhig und unbeeindruckt von seinen mitschwingenden Emotionen. Sie hatten beide kein leben geführt, das, wie die Menschen sagen würden, ein Zuckerschlecken gewesen war.


    Wir werden wohl im Süden Kontakt nach Tragant suchen, zu der Zusammenkunft reisen und danach wird es mich in den Westen ziehen, bevor es um die Jahreswende hoffentlich etwas ruhiger wird. Aber ich werde reisen, bis Elgon es anders entscheidet... oder der Norden mich wieder braucht.

    Du solltest Maerth'yar nicht mit den Alten Herrschern, die dieses Land ausbeuten wollen über einen Kamm scheren... Ich möchte diesen Mann nicht in Schutz nehmen, aber er hat gänzlich andere Intentionen... er will die naldar eigentlich nur davor bewahren, dass ihnen das gleiche geschieht wie einst... Nur seine Mittel sind mehr als nur fragwürdig...


    Aber auch er ist nur das, was man aus ihm gemacht hat...


    Und auch er war einmal Neches Re... dachte sie bei sich.

    Dazu kann ich nicht viel sagen... da ich eher Kontakte zur anderen Seite habe kann ich nur beurteilen, was ich dort sehe... und das macht auch keinen guten, oder runden Eindruck. Das Land leidet... weil sie es nicht schaffen sich zu einen... Gariann wirkt leichtfertig. Ich würde mich gerne vom Gegenteil überzeugen...


    Wir können all diese Dinge nicht gebrauchen.

    Der Süden hat mehr Probleme als nur Tuchal. Er ist zerrissen, wankelmütig und inkonsequent in seinen Entscheidungen. Gariann ist zuviel zu schnell egal und sie ruht sich auf dem Ruhm der Bracar aus, die sich ihr verschworen haben.


    Sie sagte all das sehr sachlich und spielte dabei mit einem kunstvoll gefertigten Anhänger an dem schwarze und rote Federn befestigt waren.


    Elgon? Xas... du wirst über ihn gelesen haben. Man nannte ihn einst auch den schwarzen Naldar. Er war der Neches Re, der den jüngsten Sohn Abendsterns aus dem Vulkan rettete...

    Nau... Elgon und Cupa lassen sich treiben... ich achte nur auf zwei Freunde, denen ich verpflichtet bin.


    Sie zog die Kapuze von ihrem Kopf... im Schein des Restlichtes konnte Vorn erkennen, dass sich die Farbe ihres Haares verändert hatte. Auch ihre Züge wirkten... verändert...


    Dann ging es sicherlich um Sturmhart... sagte sie schlicht.

    Sie gesellte sich zu ihm und dachte über seine Frage nach.


    Viele Dinge... Aufgaben, würde ich sagen. Grundsätzlich möchte ich zu der Zusammenkunft im Süden, wo über Tuachal verhandelt werden soll... Ansonsten folge ich derzeit Cupa und Elgon überall dorthin, wohin Aeris sie treibt.


    Sie lehnte sich gegen einen Baum.


    Eine Einladung von Stauffenberg? Oha...

    Sylvana konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Vor allem nicht, als Erinnerungen sie für einen kurzen Moment einholten.


    Sie klopfte dem Pferd auf den Hals und trat näher an das Lager heran.


    Die Neches Re außer Dienst trug bequeme Reisekleidung in dunklem erdigem Rot und Schwarz. Die Schnitte erinnerten an die, die Vorn aus seiner Heimat gewohnt war. Eine weite Gugel schützte sie vor dem Wind und ließ ihr Gesicht im Schatten verharren. Auch wenn die Reisekleidung eher bequemer Natur war konnte man dennoch deutlich erkennen, wer sie war.


    Ob es nun Zeichen ihres Elementes waren, der Flammende Zorn, welcher leicht im Dunkeln zu glimmen schien, oder das deutliche Wappen der Waffenmeister auf dunklem Grund. Verstecken gab es nicht mehr. Es waren andere Zeiten angebrochen.


    Vendui... Es ist lange her, dass die Elemente uns an einem Ort zusammenführten an dem man weder dich noch mich sonderlich erwarten würde...

    Wie lange war das her, dass diese so wertvolle Verbindung sich in dieser Form geregt hatte? Sylvana wusste es nicht mehr zu sagen. Aber inzwischen spielte Zeit in derlei Dingen auch absolut keine Rolle mehr. Weder für sie, noch für jene, die zu ihr eine Verbindung in dieser Weise hatten.


    Sie glaubte nicht an Zufälle... daher musste es einen guten Grund dafür geben, dass diese beiden Seelen sich an diesem Ort nah beieinander befanden und sich etwas in ihrem Inneren auf diese Weise Gehör verschaffte.


    Sie hatte sich bei ihren beiden Begleitern achtsam abgemeldet, wohlgleich zumindest einer der beiden argwöhnisch blieb, dass sie sich alleine zu entfernen suchte.


    Sie ließ ihre Schritte von ihrem Gefühl leiten. Vielleicht war es auch der Umstand, dass Elgon eine seltsame Wirkung auf sie hatte, dass sie wieder mehr zu sich selbst zu finden schien... und wieder auf innere Stimmen hörte, statt auf all die lauten Stimmen um sich herum.


    So ließ sie sich treiben. Vom Flüstern Terras... von der Melodie Aeris... mit der Sicherheit ihres inneren Feuers... Weit entfernt konnte er nicht sein.

    Sie nickte leicht, Leute ihre Hände in ihren Schoß und strich mit dem rechten Daumen über das Sonnenrad auf ihrem linken Handrücken.

    Das geht mir ähnlich... Ich bin nicht sicher ob es an dem Zustand liegt indem ich mich hier befinde oder an den bereits bekannten Verlusten... Aber für mich fühlt sich dieser Sieg sehr schahl an...

    Ich wette ich gewinne den "mein Banner feiert schlimmer als deins" Wettbewerb... Ich wohne zwischen Bracar, Ulu Mulus und Chaoten...


    sagte sie mit einem leichten Schmunzeln.


    Ihre Schultern entspannten sich einen Moment.


    Gern... sie kam der Einladung nach und setzte sich zu ihm. Behutsam schlug sie ihren Wappenrock unter und setzte sich in den Schneidersitz. Strich Spruchband und Embleme wie gewohnt glatt... Ihr war sein Gesichtsausdruck nicht entgangen...


    Dabei sagt man doch vom Westen, ihr alle wäred so feuchtfröhliche Feierseelen... witzelte sie.

    Die Waffenmeisterin verharrte in der Bewegung und ließ sich bereitwillig ihren Gedankenströmen entreißen. Sie blinzelte kurz und schien ebenfalls überrascht.


    Remi. Die Elemente mit dir! setzte sie schnell hinterher und wandte sich ihm zu.


    Sie klang müde, auch wenn ihre Züge eher nachdenklich als erschöpft wirkten.


    Hrm... meine Füße haben mich zumindest hergetragen. Was mich hertrieb... da bin ich unsicher. Vermutlich bin ich einfach der feiernden Meute in meinem Viertel... nein... meines Banners entflohen.

    Sie antwortete nicht gleich...

    Was ich ihr vorwerfe ist, dass sie jenen die sie geliebt haben so sehr weh tut... und das sie das Geschenk des Lebens aufgibt anstatt mit uns gemeinsam diesen Krieg zu gewinnen und den Feind für diesen Verlust bezahlen zu lassen...


    Liebe... kann ich ihr nicht vorwerfen... Ich habe so viele dumme Dinge für die Liebe getan... und tue sie noch...

    Sylvana stockte für einen Moment der Atem... ihr wurde heiß und kalt zugleich... Fetzen von Erinnerungen strömten auf sie ein, sie hörte wieder all die Stimmen, fühlte Mandreds Hand in der ihren, sah die verzweifelten Heiler, die ihr nicht glauben wollten, spürte den Regen...


    ... war für einen Moment wieder dort...


    Dann schlug sie die Augen nieder und antwortete nicht gleich.


    Sie hat ihr Leben für den Mann, den sie liebte aufgegeben... Da sie wusste, dass er nicht zu retten war... sie hob leicht die Schultern.


    Sie ist ihm gefolgt, wie eben zu Lebzeiten. Um jeden erdenklichen Preis.

    Sie schüttelte den Kopf.

    Wenn er mich wirklich mit dem Seelenreißer verwundet hätte, wäre ich jetzt nicht hier... seine Schneide lag an meinem Hals. Ich weiß nicht einmal ob er irgendwas getan hat, oder ob es die Kelriothar selbst war die so sehr an mir gezehrt hat, dass ich mich nicht an alles erinnere...


    Aber um deine Frage zu beantworten, nau... dafür war keine Zeit. Und ich war nicht verletzt... der Schmerz war in meinem Verstand.