Posts by Pepin von Miriquidi

    Der Herr nickte bedächtig und zog ein kleines Buch heraus, in welchem er eine Weile herumblätterte. Dann erwiderte er „Ja die Dame Mahrukka … hier haben wir sie ja. Einladung ist herausgegangen und ein Zimmer im tanzenden Bieber reserviert worden. Nun das scheint sich ja jetzt erledigt zu haben.“ Er blickte den Boten an „Ihr sollt das Päckchen bei der Hochzeit übergeben oder mir aushändigen damit ich es auf den Tisch der Gaben plaziere?

    Der Mann registriete den Neuankömmling mit einem Nicken und antwortete dann: "Nun zu aller erst solltet ihr euch wohl bei dem alten Williams Grends melden. Der verwaltet hier die ganze Feier und wer weiß vielleicht ist ja ein Happen, eine Unterkunft oder ein Willkommensgeschenk für euch schon bereit gelegt und ihr wisst es nur nicht." sagte er mit einem Augenzwinkern. "Ansonsten würde ich mir auf jeden Fall die Magica Kathedrale anschaun, das ist schon ein imposantes Gebäude ... natürlich nach der Wasserleitung" fügte er schelmisch hinzu. "Nun entschuldigt mich aber bitte, denn die Fässer liefern sich leider nicht von selber aus". So verabschiedete er sich und griff wieder zu seinem Handkarren.

    Der Mann packte ein Stück Trockenfleisch aus und biss ein kräftiges Stück ab ehe er ein weiteres dem Fremden anbot "Nun in gut fünf Tagen soll hier das Fest steigen ... und Reich naja man sieht es ihm nicht an, aber es heißt die Nyame selbst würde für seine Wasserleitung zahlen und die währe quasi Gold wert. Da schadet es nichts wenn er mal ein bisschen Großzügig ist."

    Der Mann musterte den Neuankömmling und nickte ganz heftig. "Ja ja da seid ihr vollkommen richtig. Noch ein paar Tage und dann steigt die Sause. Der Pepin hat ja nahezu die ganze Stadt eingeladen sodass es bestimmt genügend zu Essen und zu Trinken geben wird. Soll ja nicht so arm sein dieser Miriquidi erzählt man sich."

    Über Wochen trafen in der Hauptstadt Händler ein, welche die Bestellungen für Pepin lieferten. Beinahe schien es so als hätte sich der kleine Handwerksmeister zum Ziele gesetzt den Norden leer zu kaufen, oder gar dem Hofstaat ihrer Exzellenz mit einem rauschenden Feste selbst Konkurrenz zu machen. In ausgesuchten Herbergen waren Betten für die Gäste reserviert, eine Unzahl von Bediensteten engagiert. Einladungen waren in alle Teile Mythodeas versandt worden, ebenso in nahezu jeden Handwerkerhaushalt von Paolos Trutz. Jetzt nur wenige Tage vor dem eigentlichen Fest fieberte die Stadt in ansteigender Erwartung.


    Alle Aktivitäten des Festes wurden von einem dafür eingestellten Verwalter namens Williams Grends aufs gewissenhafteste überprüft. Täglich sah man ihn auf den Straßen der Hauptstadt die einzelnen Läden besuchen, Waren prüfen oder den Stand der Schmückung des Festplatzes überprüfen.

    Wo: Paolos Trutz
    Wann: zwei Tage vor Samhain
    Wer: Pepin und jeder der möchte
    Status: offen
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    Zufrieden saß Pepin vor dem Kamin seiner Arbeitsstube und überprüfte die Liste … bereits zum dritten Mal. Er fühlte sich angekommen, geborgen und nun war es Zeit den nächsten Schritt zu gehen. Der unterschriebene Kaufvertrag für sein Anwesen hier in Paolos Trutz würde ein prächtiges Geschenk abgeben. Wer hätte gedacht, dass er ausgerechnet hier in diesem feindlich wirkenden Land sein Herz verlieren würde. Die nun kommende Hochzeit würde zudem seinen Stand in der Handwerkergemeinde sichern und ihn näher an den Sitz einer eigenen Zunft in der Stadt bringen. Es gab so gesehen nur Gewinner.


    Eine große Feier würde es werden, die Barden waren für einen kleinen Ball bestellt und alleine die drei besten Köche der Stadt würden für die Hochzeitsgesellschaft ein würdiges Essen bereiten. Der Handwerker wischte den Gedanken zur Seite, ging noch einmal die Liste der Hochzeitsgäste durch auf der unter anderem Sylvana, Alexej aber auch auf Anraten seiner Gattin Hofmagus Menotos stand.

    Wohl hatte man den kleinen Erfinder und Bannerführer gesehen wie er auf der Seite der Spiegelwelt sich aufopferungsvoll darum gekümmert hatte, dass ein jeder seiner Schützlinge wohlbehalten durch das Tor nach Mythodea zurück gelangte, doch in all dem dort anherrschenden Tumult hatte nicht nur Liandra sondern auch die Leibwächter des Hauses Xaran ihn aus dem Auge verloren. Hier nun in Mythodea angelangt wusste keiner so recht zu berichten wo er sich derzeit aufhielt.

    Pepin nickte und brummte vor sich hin ... Wenn ich sowas nur in Bewegung machen könnte ... Quasi eine Meditation und zugleich handelnder Akt. DNn hielt er jedoch seinen Mund legte sich auf seinen Platz und begann seine Atmung zu verlangsamen.

    Essen ...? Ach ja natürlich. Also es ist folgendermaßen. Es ist mir gelungen die Ausmaße des Batodnetzwerkes in Beziehung zu der durchschnittlichen Flussstärke zu errechnen, welche notwendig ist das System stabil zu halten. Leider komme ich bei dieser Berechnung immer wieder zu einem Punkt an welcher sich die Gleichung nicht ausgleicht, was wiederum dazu führen müsste dass das System zusammenbrechen müsste, was aber seit dem Bestehen der Spiegelwelt nicht passiert ist. Das wiederum bedeutet, dass ich entweder nicht mehr rechnen kann oder es quasi eine Variable gibt welche ich bislang übersehen habe.

    Waren es anfangs auf den Zeichngen Dinge wie Bewässerungssysteme und Windmühlen so nahmen diese mit der Zeit immer wüstere Formen an. Seit über einer Woche brütete der Erfinder an ein und der Selben Zeichnung welche letztlich einen Stein mit einem Kristall an der Spitze zeigte in immer verschiedenen Formen. Daneben standen Formel und Zahlenreihen, jedoch weit über dem Verständnis der Frau gelegen. Missmutig brummte Pepin, Liandra kaum wahrnehmend ... Ach immer noch die Schwingungsgleichung. Irgend etwas daran stimmt nicht. Der Leitwiederstand ist zu hoch.

    Neben den Sitzungen mit der Heilerin arbeitete der Erfinder die folgenden Tage und Wochen wie besessen. Er zeichnete, schrieb, zerriss und verbrannte Papiere und setzte wieder neu an. Während dieser Zeit war er derartig konzentriert, dass er sogar das Essen vergas.

    Pepin, von Liandra in die Unterkunft geführt bedankte sich nach einem kurzen Blick und begann dann nachdem die Heilerin gegangen war langsam sich in dem Gewölbe einzurichten. Nach und nach entstand so eine Lagerstadt und ein freier Tisch sowie einen Tisch zum stehen.


    Interessanterweise zeigte der Erfinder keine Anstalten eine Werkstatt aufzubauen. Vielmehr bat er um eine Unmenge an Papier und Kohlestaub sowie etwas Holz. Er gab Liandra einen Prall gefüllten Beutel mit der Bitte es sinnvoll zu verwenden.

    Ich würde gern wie daheim in der Nähe meiner Werkstatt sein, es fühlt sich einfach Vertrauter an. Zudem möchte ich keinen stören, wenn ich schon eure Stille beeinträchtige.


    Bist du dir sicher, dass ich ihn nicht störe... Er hat so grimmig geschaut.

    Pepin nickte ihm nur stumm zu, seine Hand fest um die von Tiara erhaltene Heldenschuppe geklammert. Bloß keine Angst haben sagte er sich immer wieder im Geiste. Die Angst ließ ihn nach außen schwach erscheinen, steigerte jedoch eigentlich die Gefahr für seine Umwelt ... keine Angst!. So setzte er ein verhaltenes Lächeln auf und meinte leise, "Habt Dank für das Willkommen."


    Da er keine Ahnung ob der hiesigen Bräuche hatte suchte sein Blick hilfesuchend dén von Liandra...