Posts by Jaelle

    Selfiran ist Dienstag dabei. Mit mindestens drei Leuten (Protektor, Senator, Chefin vom Lazarett), wir bringen was zu Essen mit.


    Zur Samstags-Feier würde ich mir nen Nord-Cocktail überlegen; dieses Jahr schaffe ich es wohl nicht, die Heilbar zu eröffnen.

    Schon von weitem sieht er das ihm bereits bekannte Pferd und daneben eine Gestalt mit dem ebenfalls bekannten Hut.


    Als Mekarion am Tor ankommt, begrüßt Jaelle ihn mit entgegengestreckter Hand. Willkommen Mekarion! Ich habe Deiner Gruppe bereits ein Quartier zurecht machen lassen und eine gute Suppe wartet. Ich habe bemerkt, dass einige Deiner Gefährten ein wenig...langsam laufen. Ich denke, ein warmes Fußbad mit Arnika und Fichtennadel sollte helfen.


    Jaelle winkte einen sehr jungen, etwas schüchtern wirkenden Mann in rotweißer Uniform heran. Er nahm Haltung an und grüßte militärisch korrekt.


    Warte hier mit Mekarion, bis der Rest der Gruppe angekommen ist. Beantworte seine Fragen so gut Du kannst. Wenn die Gruppe vollständig ist, führe sie in das Quartier, das ich dir genannt habe. Offensichtlich konnte Jaelle auch in Befehlston reden.


    An Mekarion gewandt Das ist Johann. Er wird deine Gruppe hier in Selfiran herumführen und begleiten, wenn ihr etwas braucht, wird er euch helfen. Er ist nicht euer Aufpasser. Wenn ihr also in die Wälder wollt, wird er euch nicht aufhalten. Ich gebe Rochus bescheid, wo ihr euer Quartier habt. Ich selber bin in meinem Stadthaus im Zentrum. Man weiß hier in Selfiran Stadt, wo das ist. Jaelle kicherte fast. Hast du noch Fragen?

    Stimmt. Jaelle lächelte leicht. Ich seh euch dann später am Südtor.


    Sie trabte etwas vor die Gruppe und brachte ihr Pferd dann mit einem Schnalzen und Fußhilfe in Galopp. Keine Sporen. Schnell verklang ihr freies Lachen - offensichtlich genoss sie die Geschwindigkeit - und sie war den Blicken der Gruppe entschwunden.

    Ah ja. Er hatte von euch erzählt.


    Ich bin Jaelle nha Syrio, Senatorin Selfirans. Ihr seid vermutlich durch Weidengrund gekommen, mein Gut ist dort in der Nähe.


    Sie legte den Kopf leicht schief und schien zu überlegen.


    Ich denke, es ist sinnvoller, wenn ich vorausreite, euch ein passendes Quartier besorge und alles vorbereiten lasse. Wir sind immer auf Besuch eingerichtet, aber nach einer langen Reise ist es vielleicht angenehm, sofort eine bequeme Bleibe, eine heiße Suppe und etwas zu trinken zu bekommen. Verlaufen könnt ihr euch ab jetzt nur, wenn ihr es darauf anlegt. Und das würde ich nicht empfehlen. Die Wälder Selfirans werden geschützt.


    Sie drehte sich im Sattel leicht um und sah sich die Gruppe an. Kämpfer, Heiler, hmmm...bestimmt auch ein paar Magier. Sie blickte den Reisenden in die Augen und lächelte ihnen mit einem leichten Kopfnicken zu.


    Mekarion. Es klang wie eine Feststellung. Ich hab es nicht so mit Namen. Auf Mythodea ist das kein Vorteil. Sie lachte kurz auf. Ich treffe euch am Tor und kann euch dann in euer Quartier bringen. Zu Rochus werden euch die Wachen bringen. Vermutlich ist er sowieso nicht in seinem eigenen Haus oder im Zimmer des Protektors, sondern bei den Wachen oder in der Kaserne.

    Von hinten hörten die Reisenden Hufgetrappel. Offensichtlich ein einzelner Reiter, der langsamer wurde, je näher er der Gruppe kam.


    Als der Reiter näher kam, sahen die Reisenden, dass es sich um eine Frau handelte. Helle Raulederhosen, eine weiße Bluse darüber ein rotes Lederkorsett. Die Oberschenkel waren mit extravaganten Schienen geschützt. Am auffälligsten war aber der Hut: Breitkrempig, eine Seite hochgeklappt, mit weißen Federn. Das übergroße, dennoch elegante Pferd sah ausgesprochen gut gepflegt und gesund aus. Sattel und Zaumzeug waren mit silberfarbigen Ziernieten und ...Perlen? geschmückt. An der der Gruppe zugewandten Seite trug sie einen langen Dolch.


    Guten Abend.


    Die Reiterin stieg nicht ab. Sie nickte kaum merklich und leitete ihr Pferd im Gang links an der Gruppe vorbei. Als sie an der Spitze ankam, passte sie die Geschwindigkeit ihres Pferdes an und beugte sich leicht hinab.


    Ihr wollt nach Selfiran Stadt?

    Jaelle erhielt den Brief auf ihrem Gut.


    Sie hatte die Mutter und die beiden Töchter der Häuslerfamilie zusammen mit etlichen Vorräten in ihr Stadthaus in Selfiran-Stadt geschickt. Sie selbst blieb mit dem Vater und dem Sohn der Häusler auf dem Gut. Jemand musste sich um das Vieh und die Gärten kümmern, auch in Kriegszeiten.


    Endlich dachte auch mal jemand anderes daran, dass im Krieg nicht nur das Militärische bedacht werden musste.


    Sie würde demnächst wohl einige Briefe schreiben müssen. An Vagi, um die Alchemisten zu organisieren, an Brayanne und vielleicht die Nyame wegen der weiteren Entwicklung des Rings der Heiler und der Organisation der Heiler des Nordens allgemein und jetzt eben auch Lindblum von den Waldtemplern. Vielleicht nochmal an ihre Exzellenz wegen der Obelisken des Schwarzen Eises. Hoffentlich hat jemand in Gales Morgan die Runen udn das Tintenrezept damals kopiert und findet sie jetzt wieder. Die Wasserbarriere würde sie schon wieder hinbekommen. Ihr Plan hatte schließlich schon einmal funktioniert.

    Klingt interessant. Ich hätte gerne eine Version. Gebunden scheinen sie ja eh zu sein. Zum Conquest oder, falls jemand durch Hamburg/nähere Umgebung stolpert, gern vorher.

    Für mich wären auch sechs Stunden Fahrt nicht schlimm, aber ich fahr auch sehr gerne Auto. Da ist dann zwrar der erste Abend für mich kurz, weil es dann eben doch auch anstrengt, aber was soll's. Und mit Hausunterbringung kann man auch Fahrgemeinschaften bilden (bei Zeltcons haben wir zu zweit schon wenig Platz). Kassel klingt aber für mich gut.

    Jaelle stand weit hinten in der Masse, etwas am Rand und doch unübersehbar...der Hut. Sie sah nach vorne zu Silvana. Ihr Gesichtsausdruck war hart und konzentriert, kein Lächeln, keine Furcht. Sie blickte ernst und irgendwie abgeklärt zur Spitze des Zuges. Sie hatte ihr Heilerzeug, ihren Alchemiekram und ihre Waffen dabei. Sie würde da sein, wenn man sie brauchte. Und sie würde zurückkehren. Mit so vielen, wie es ihr möglich war. Die Elemente gab es auf der anderen Seite nicht? Nun, was brauchte sie die. Sie konnte hören, sich erinnern, denken, heilen, brauen und wenn nötig auch anderes. Fraglich nur, ob die Neches-Re sich daran erinnerte und auch daran, dass ein Brief nicht immer ausreicht und auch für Jaelle Gold und Gut nicht alles ist. Sie würde sehen.
    Jaelle schaute sich um, wo der alte Mann stand. Ließ ihren Blick über die Ringmitglieder schweifen und schaute wieder nach vorn. Auf ihrem Gesicht hatte sich ein selbstbewusstes, leichtes Lächeln ausgebreitet. Sie legte den Kopf leicht schief, sah geradezu arrogant unter der breiten Hutkrempe hervor und wartete auf das Signal zum Aufbruch.

    Jaelle lächelte und schwang den Korb ein wenig vor und zurück.
    Ja. Und nein. Also meine Eltern waren nicht grade reich, um mal richtig zu untertreiben, und irgendwann wollte ich mehr von der Welt sehen. Also ging ich. Vollkommen planlos. Sie lachte leise.
    Ich hab dann den alten Mann wieder getroffen, er war früher bei meinen Eltern. Ich glaube, er kannte meinen Vater, aber ich konnte mich kaum erinnern. Naja, und eine Weile blieb ich. Aber irgendwann wollte ich noch mehr sehen. Ich heuerte auf einem Schiff an. War ne Weile ganz gut, aber dann...naja, auf See ist es rau und die Leute werden rau. Sie lächelte mit ernsten Augen.
    Ich hab viel gelernt. Im Feld und nachher auf dem Schiff. Bei den Feldschern, beim Schiffsarzt, in der Küche und der Kombüse. Dann kam ich wieder an Land. Und fing an, Geld zu verdienen. Sie grinste breit.
    Am meisten beim Baron. Weißt du, ich war ein paar Jahre Leibheilerin eines Barons. Gutes Essen, gutes Geld und ein Gut. Aber Adelige können echt anstrengend sein! Sie lachte wieder.
    Wie sieht es bei dir aus? Wie kommst du hierher?

    Jaelle pflückte ncoh ein paar Brombeeren in den Korb und lief Lessa dann hinterher. Schlendern war ihr schon immer schwer gefallen, aber sie wusste, dass es manchmal besser war, sich Zeit zu lassen und die Dinge ruhiger anzugehen. Ach! Frag nicht, was ich früher alles gegessen habe! Sie winkte ab. Auf dem Schiff gab es zu oft ungewollte Fleischbeilage und manchmal gab es eben gar nichts. Meine Familie hatte ja auch nichts. Ich glaube, sie wären stolz auf mich, wenn sie mich jetzt so sehen würden. Jaelle lächelte, als sie zurückdachte. War trotzdem schön. Aber irgendwann muss man sehen, wie man weiterkommt. Und landet vielleicht eine Zeit bei jemandem wie dem alten Mann. Sie lachte laut und scheuchte damit ein paar Vögel auf. Was sie noch mehr lachen ließ, nicht böse, einfach nur irgendwie leicht.

    Ein paar Beerensträucher will ich auch haben. Brombeeren, Himbeeren, natürlich eine Holunderhecke. Wusstest du, dass man Brombeeren nicht nur süß machen muss? Sie passen sehr gut zu Wild! Mit ein paar Gewürzen und zu einer dickeren Sauce eingekocht! Dazu gebratene Pilze. Am liebsten Safranschirmpilze, aber die wachsen hier im Wald eher nicht. Und dann wirklich nur mit Pfeffer und ganz am Schluss Salz drüber und kurz durchschwenken! Nicht vorher, sonst ziehen die Pilze Wasser.
    Jaelle liebte es, über Essen und Kochen und Rezepte zu reden. Meist war nicht genug Zeit dafür, aber jetzt kehrte Ruhe ein.


    Mist! Wenn nur die Stacheln nicht wären! Jaelle lachte, als sie den winzigkleinen Dorn aus dem Finger zog und gleich wieder in die Hecke griff, um eine besonders große, tiefschwarze Beere zu pflücken.
    Oder Brombeerlikör! Und die Blätter trocknen oder frisch verwenden. Bei Beschwerden in Magen und Darm oder auf Wunden. Sie grinste kurz zu Lessa, die mit ihren weiteren Ärmeln und ihrem Kleid wesentlich mehr Schwierigkeiten mit dem dornigen Brombeergestrüpp hatte.
    Was meinst du? Ein Korb Pilze, einer Brombeeren? Dann legen wir jetzt zusammen und gehen weiter?

    Jaelle lachte leise.
    Ja, auch. Zuletzt jedenfalls die Höhle eines alten Bären! Und ich meine nciht den alten Mann! Jaelle lachte laut auf. Pilze klingt gut. Ich ess die ja sehr gerne. Mal sehen, was wir finden. Vielleicht auch ein paar, die man nicht unbedingt essen sollte, die aber sonst nützlich sind.


    Och, wenn man sein Ziel kennt, findet man einen Weg. Ein Schiff ohne Ziel findet nie seinen Hafen, hat der Schiffsarzt früher immer gesagt. Aber das wird mir heute fast schon zu philosophisch.
    Jaelle ließ den Weidenkorb an ihrem Arm vor und zurück schwingen und summte kurz. Sie fühlte sich gut. Sie hatte wieder ein richtiges Zuhause und bald würde sie auch anderen eines verschaffen können. Und sie hatte Menschen und andere Wesen, die sie mochte und bei denen sie sich wohl fühlte. Der alte Mann schien auch zufrieden. Sie hatte wieder eine so etwas wie Familie und der ging es anscheinend gut. Sie lächelte leicht und ihr Gang federte leicht auf dem weichen Boden.

    Wer: Lessa, Jaelle, wer des Wegs kommt
    Wo: Wälder außerhalb der Akademie



    Jaelle ging mit Lessa aus der Siedlung und in den umgebenden Wald.
    Sie atmete den Waldgeruch tief ein und schloss kurz die Augen.
    Hmmm, das riecht gut! Nach alldem...
    Ein kleiner Schatten huschte über ihr Gesicht, war aber sofort verschwunden und mit einem ruhigen, leichten Lächeln öffnete sie die Augen und sah Lessa direkt an.
    Na? Welchen Weg?
    Sie deklamierte Zwei Wege boten sich mir dar und ich ging den, der weniger begangen war?

    Mir geht's gut. Viel zu tun eben. Ich hab doch jetzt hier ein neues Gut. Und das will noch richtig eingerichtet werden. Also Gärten anlegen, Ackerflächen urbar machen, ne nette Hütte. Ich bin zu oft unterwegs, als dass ich das alles selber machen könnte, es ist auch einfach zu groß. ich hatte Gwaew-Gedo angesprochen, ob er nicht eine zuverlässige Fmailie kennt, die vielleicht unverschuldet in Not kam und nun ein ordentliches Auskommen sucht. Ja, ich weiß, aber ich zahle für gute Arbeit gutes Geld.
    Jaelle grinste. Sie wusste durchaus, was alle über sie dachten; sie war vielleicht manchmal sehr dem Gold zugetan, wusste es aber auch sinnvoll auszugeben.
    Gwaew-Gedo meinte, er wüsste da vielleicht eine Familie. Und Cupa...Erik hat beim Erkunden Spuren eines sehr großen, alten Schwarzbären gefunden. Er selber schlug vor, den Bären zu jagen. Cupa meinte, er könne das vielleicht anders lösen. Ich will da ja keine Familie als Bärenmahlzeit haben. Aber die Kalkhöhlen will cih schonnutzen. Schinken, Käse vielleicht lässt sich sogar einiges an Weinen lagern. Wohl eher Frucht, für Trauben ist es etwas kühl.
    Jaelle plauderte fröhlich und enthusiastisch über eines ihrer Lieblingsthemen: gutes Essen. Sie wusste das Leben zu genießen; es war oft genug schlimm genug.
    Lass uns im Wald nach Cupa suchen. Und nach Pilzen! Vielleicht finden wir noch etliche Brombeeren! Mit Gweaw-Gedo kann ich auch später reden. Das Bärenproblem geht da eh vor.
    Jaelle wartete ab, dass Lessa vorging. Sie verbeugte sich leicht und wies mit einem Arm den Gang entlang. Ihr Grinsen machte sehr klar, dass es keine Geste war, die auch nur annähernd Unterwürfigkeit zeigte.