Posts by Melekh Blacksoul

    Melekh erwiderte die Umarmung. Zu lange waren sie getrennt gewesen. Er strich ihr sanft über das Haar, fühlte die Wärme ihres Körpers.
    Die Worte die er Sylvana sagen wollte, blieben ihm im Hals stecken. So lächelte er sie nur an und zog sie an sich um sie zu küssen.


    Die Worte Cupas drangen leise an sein Ohr und zogen ihn zurück in die Wirklichkeit. Freunde, welch seltsamen Klang dieses Wort hatte.

    Plötzlich sah er ihn, den hellen Schein eines Feuers zwischen den dunklen Stämmen der Bäume.


    Ravi musste schon vor ihm angekommen sein, trotzdem blieb Melekh vorsichtig.
    Er wusste nicht genau, wer von Cupa eingeladen worden war, obwohl er sich ein ungefähres Bild machen konnte.
    Das Bild roter Haare huschte durch seine Gedanken.


    Leise näherte er sich dem Schein der Flammen.

    Melekh war tief in Gedanken versunken gewesen, so dass er Ravi schon vor einiger Zeit aus den Augen verloren hatte, doch war er nicht besorgt als er jetzt wieder mehr auf seine Umgebung achtete.
    Auch er folgte seinem Wegweiser und schritt stumm durch die Nacht. Melekh lauschte den Geräuschen des Waldes und atmete tief ein. Er hatte die Nacht schon immer gemocht, und das war ihm in seiner Zeit mit den Drow entgegen gekommen.


    Auf einer kleinen Lichtung blieb er einen Augenblick lang stehen und blickte in den dunklen Nachthimmel, spürte den Wind auf seiner Haut. Was würde von all dem übrig bleiben?


    Sein Blick viel auf den Wegweiser. Es wurde Zeit, dachte er sich und trat wieder in die tieferen Schatten unter den Bäumen.

    Melekh fing Ernsts Blick auf. Dann war es entschieden. Zusammenarbeit mit Ernst, wieder einmal. Das mochte noch interessant werden. Melekh liebte den Wandel der in allem steckte.

    Melekhs Blick war eisig als er Maya ansah. Er sagte jedoch nichts sondern machte sich nur eine Notiz. Dann blickte er auf die Karten des Nordens und des Ostens und verschaffte sich einen kurzen Überblick.


    "Die Idee mit den Feen ist nicht schlecht. Die Kommunikation hier funktioniert sehr zufriedenstellend. Maya hat natürlich Recht, wenn Sie sagt, dass eine willkürliche Telephatie mit unvorbereiteten Leuten keine Standardlösung sein kann und darf. Wobei mir dies einerseits auch nicht vorschwebte und ich andererseits durchaus einige wüsste, die zu kontaktieren möglich wäre. Aber wir müssen entscheiden, welche Risiken wir in der jetzigen Lage einzugehen bereit sind. Um ausreichend Informationen zu erlangen müssten wir entweder sehr viele ausschicken, die jeden Kriegsschauplatz im Auge behalten. Einer wird hier nicht reichen. Oder wir gehen andere Wege. So oder so müssen wir Risiken eingehen, die durchaus zu Verlusten und unscharfen Informationen führen können."


    Er blickte Vorn fragend an.

    "Da fällt mir ein, wo ist eigentlich Gorathiel? Wird er zu uns stoßen oder begleitet er den Archon?"

    Melekh nickte. "Natürlich besteht die Möglichkeit mehr Informationen auf magischem Wege zur erhalten. Zudem kann man noch andere... Dinge schicken als Vögel. Und Ansprechpartner im Heerzug des Archons oder in Yunalesc sind bekannt. Mich würde jedoch interessieren, was wir ansonsten zu tun gedenken. Die Idee diesen Rat einzuberufen war gut, da er genügend Einfluss besitzt mögliche notwendigen Schritte zu unternehmen. Wir sollten nun jedoch unser Wissen auf einen gemeinsamen Stand bringen. Danach werden wir sehen, wie wir auf magischem Wege weiteres Wissen hinzufügen." Er legte den Kopf schief und sah Vorn fest an. "Außer natürlich, ihr könnt euren bisherigen Informationen rein gar nichts mehr hinzufügen."

    Melekh nickte als ihm Maya einige Worte zuflüsterte.


    Nach ihren Fragen an Vorn nickte er erneut und wandte sich an Vorn.
    "Das sind gute Fragen, Vorn."
    Er blickte sich um.
    "Die Kompetenz dieses Kriegsrats ist unbestritten, doch ich hoffe wir können auf mehr zurückgreifen als auf pure Vermutungen. Es wäre törricht, ohne besseres Wissen kopflose Entscheidungen zu treffen, seien es Angriffs- oder Verdeidigungsmaßnahmen. Aber natürlich wisst ihr das besser als ich. Daher hoffe ich, dass wir nicht ganz blind sind."

    Die Tür hatte sich hinter Violante noch nicht geschlossen als auch der Erzhexer die Halle betrat. Sein Blick glitt über die Anwesenden, streifte Maya und Ernst und blieb dann auf Vorn hafte.


    Er neigte den Kopf zur Begrüßung.
    "Seid gegrüßt Vorn, ich kam sofort als mich der Bote erreichte. Wie ich sehe, waren andere wohl schneller."
    Sein Lächeln war kalt. Dann gesellte er sich zu den anderen an den Tisch.

    Er nickte, als sie ihm über das Verlorensein erzählte.
    "Wenn man sich verläuft, ist es, als rufe man um Hilfe. Und manchmal wird dieser Ruf gehört, auch von denen, die uns nicht hätten hören sollen. Und wenn man Aufmerksamkeit auf sich zieht ist es fast unmöglich sie wieder zu verlieren."
    Er wirkte mit einme mal recht still und in sich gekehrt.


    "Ihr müsst wissen, dass ihr euch auf einem gefährlichen weg befindet. An eurer Rede höre ich, dass ihr voller Zweifel seid, nicht bereit euch vollends für das zu öffnen was vor euch liegt. Ihr sagt, ihr isst nicht, ob euch die Veränderungen in euch gefallen. Vielleicht befürchtet ihr, dass ihr euch verliert. Das Chaos hat nichts zu tun mit gut und böse, auch wenn euch das viele glauben machen wollen. Es bietet euch einfach Möglichkeiten, die anderen verschlossen bleiben. Viele nehmen diese Chancen frei an, suchen gerade zu nach diesen Wegen. Andere bemerken vielleicht gar nicht, auf welche Pfade sie sich begeben haben. Aber, ob bewusst oder unbewusst auf dem Weg des Chaos wandelnd, riskiert, sich als nicht stark genug für die Freiheit zu zeigen und daran zu zerbrechen. Schwächere werden sich in den niederen Emotionen verlieren, verwandeln sich in blutdürstige Bestien. Andere scheitern daran, sich ihrer inneren Zwänge zu entledigen, scheitern an den Grenzen in ihrem Kopf und verlieren sich im Wahnsinn."


    Er blickte sie fest an.

    "Es bietet sich euch hier eine Gelegenheit. Diese kann euch stärker machen und weiter bringen, als ihr je geglaubt hättet. Sie würde euch dazu bringen, euer Potential voll zu entfalten. Aber wenn ihr zögert, wenn ihr euch nicht sicher seid, moralische Bedenken habt und diese nicht überwinden könnt, dann seid sicher, dass ihr auf eure ultimative Vernichtung zustrebt. Und damit meine ich nicht nur eine rein körperliche."


    Für einen kurzen Augenblick blickte er sie mit zwei dunkelbraunen Augen an. "Es ist noch nicht zu spät."


    Dann verging der Moment. Die weiße Iris leuchtete hell als der Hexer lachte und sich erhob.

    "Der nächste Sharun'ar? Glaubt ihr denn, dass er wirklich frei war? Er war genauso in seinen Wünschen und Hoffnungen gefangen wie der geringste Bauer. Als abgrundtief bösen Vernichter sehe auch ich ihn nicht, wobei ich mit dem Konzept von Gut und Böse generell eher wenig anfangen kann. Und wenn es war ist, dass er nur für die Freiheit und gegen die Zwänge der Elemente kämpfte, dann ist sein Weg noch bedauerlicher und zeigt umso mehr auf, dass er moralischen Konventionen unterlag. Aber warum sollte ich danach streben einen Kontinent zu beherrschen?"
    Er schüttelte den Kopf.
    "Ämter und Würden sind nur wieder neue Bande die wir uns auferlegen. Und wer liegt in stärkeren Fesseln als der Herrscher eines Landes? Jeder Landstreicher ist freier."


    Er wies mit einer Handbewegung auf den Raum. "Glaubt ihr, mir läge etwas an Titeln? An den Zwängen die sich mit sich bringen? Aber machmal sind es Stationen, die auf unserem Weg liegen."


    Er trat ans Fenster, blickte hianus und drehte ihr den Rücken zu.
    "Ich strebe nicht nach dem was Argus im Sinn hatte. Aber ihr solltet euch fragen, was euer Weg ist, sonst werdet ihr zum Spielball anderer. Es war ein Vergnügen eure Bekanntschaft gemacht zu haben."

    Der Magier lächelte zufrieden und nickte als sie Slaanesh erwähnte, zog jedoch die Augenbrauen zusammen, als sie über die Ereignisse des Sommers berichtete.
    "Mit Zeitalter der Vernunft meinte ich den Willen zu lernen, die Bereitschaft moralische Bedenken zu überwinden."


    Er machte eine wegwerfende Bewegung mit der Hand.


    "Zeitalter von Dunkelheit und Angst sagt ihr? Warum sollte das etwas Schlechtes sein? Es ist ein Wandel der durch das Land geht, der das Etablierte umstürzt und hinwegfegt. Und auch dieses Zeitalter wird vorbeigehen. ich sehe vielmehr Gelegenheiten und Möglichkeiten die sich auftun und die zu ergreifen die wir alle aufgefordert sind."


    Er lauscht ihren letzten Sätzen und schüttelte dann den Kopf.
    "Ich sehe keine Gefahren, höchstens für die zögerlichen und Zauderer. Wir sind es selbst, die für uns bestimmen, welche Grenzen wir uns auferlegen lassen, oder ob wir unser Potential ausschöpfen wollen ohne Einschränkungen zu unterliegen. Es gilt nicht neue Grenzen abzustecken, sondern die ultimative Freiheit zu erzielen. Streift eure moralischen Fessen ab, schöpft aus den Vollen eures Potentials. Werdet zu dem, was in euch steckt."


    Seine Augen zogen sich zusammen, und in seiner eignene sprunghaften Art wechselte er mit einem mal das Thema.
    "Sagt mir, was glaubt ihr, hat der dunkle Prinz in euch berührt? Kann er euch das geben nach dem ihr verlangt? Die Erfüllung in dem was ihr tut?"

    "Um ehrlich zu sein mag ich den Begriff Chaosheiler nicht. Er lässt mich fast so sehr schaudern, wie der Ausdruck Chaosmagier."


    Er lehnte sich wieder zurück.

    "Das Chaos ist mehr ein Sammelbegriff für diejenigen, die die einzelnen Strömungen nicht verstehen können oder verstehen wollen. Versteht ihr was ich sagen will? Es sind die Beweggründe die den Unterschied machen. Sich weniger um Schmerzen scheren... Ich weiß nicht ob es das richtig trifft. Womöglich ist es für die Anhänger Slaanesh tatsächlich so, dass sie aus den Leiden des Patienten Befriedigung ziehen, oder dem Patienten diese Verschaffen wollen. Womöglich ist es auc hbei einigen Barbarenstämmen des Nordens so, dass sie die "Funktionstüchtigkeit" wieder herstellen wollen. Aber es ist falsch zu glauben, dass das die Heilkünste des Chaos seinen. Es mag sein, dass Normalsterbliche diese Art als einzige wahrnehmen und mit dem Chaos verbinden, aber in Wirklichkeit ist es nicht so."


    Er machte eine kurze Pause.


    "Was glaubt ihr, treibt die Heiler an den großen Universitäten an, immer weiter zu forschen und neue Entdeckungen zu machen? Es ist nicht die Lust an Schmerzen, am Blutvergießen und solchen martialischen Dingen. Aber es ist auch zu naiv zu glauben, dass es einzig das Wohl der Patienten wäre. In früheren Zeiten mutmaßte man über Krankheiten, mussten Heiler im Verborgenen Leichen ausgraben um Wissen zu erlangen. Doch dieser Zwänge, diese moralischen Bedenken wurden durchbrochen. Das Zeitalter der Vernunft ist angebrochen. Heutzutage wissen die Gelehrten mehr über die Anatomie des Menschen als je zuvor, wusstet ihr das? Es ist das Erlangen von Wissen, der Drang zu Erkenntnis zu gelangen, der eigene Ehrgeiz der Menschen, verpackt in schöne Worte und Mitgefühl. Aber dazu muss man nun einmal Beschränkungen abschütteln und Hemmnissen durchbrechen."


    Er lachte leise. "Wenn doch die Menschheit das nur verstehen würde."

    Er lies sich nicht herausfordern. "Hinaus? Ich will auf gar nicht hinaus." Er lächelte.


    "Ich plausche nur gern ein wenig." Er blickte ihr in die Augen.


    "Mich würde jedoch interessieren, was euch der Sammler über seine Heilkunst erzählt hat und was ihr darüber denkt. Und was ihr über die Ansichten anderer Heilkundiger Urquarts gehört habt."

    Er lehnte sich etwas vor.


    "Ich würde gerne verstehen, warum ihr diesen Beruf ausübt, was es ist, dass euch an diesem Beruf so fasziniert."

    Sein Lächeln wurde eine Spur breiter.


    "Wie ihr wünscht."
    Mit einer Handbewegung entlies er den Diener, der die Tür hinter sich zuzog. Nun waren sie allein im Raum.


    Der Hexer lehnte sich zurück.

    "Sicher fragt ihr euch, warum ich euch eingeladen habe. Nun, ich habe im Sommer einige Erfahrungen mit der Notwendigkeit der Heiler machen dürfen. Um ehrlich zu sein hätte ich darauf gut verzichten können, aber es war nur einmal so, dass einige mir nahestehnende Personen und auch ich eure Dienste benötigten, und ich habe erkannt wie überaus unentbehrlich euer Berufsstand in solchen Situationen ist. Ich möchte damit nicht andeuten, dass ich nicht vertraut damit wäre. Auch bei den Anhängern meines Glaubens gibt es Heiler oder ... ähnliches.
    Wahre Meister ihres Fachs, möchte ich meinen. Ich habe sie Dinge tun und Wunden heilen sehen, an denen viele gestorben wären. Es ist unglaublich was man leisten kann, wenn man aufgeschlossen durch die Welt geht."


    Er winkte ab.


    "Aber was erzähle ich euch das. So etwas wird euch sicherlich nicht interessieren."

    Melekh nahm ihr gegenüber Platz und lies sie nicht aus den Augen. Der Diener stand stumm wartend an der Tür.


    "Ich freue mich euch hier zu sehen. Kann ich euch zunächst etwas anbieten? Wasser, Wein, oder vielleicht etwas anderes? Wenn ihr so schnell gekommen seid, möchtet ihr euch vielleicht erst ein wenig stärken?"


    Er lachte leise, seine Augen blieben jedoch kühl.
    "Jetzt klinge ich ja schon so besorgt, wie viele Heiler im Lazarett."

    Der Geschmack des Erzhexers schien sich auch hier zu zeigen, auch wenn das Amt keineswegs die irrwitzigen Proportionen und verwirrenden architektonischen Baustile aufwies, wie die Akademie in Kláh Verden Avendre. Dennoch konnte man sich wohl auch hier verlaufen.


    Der Diener zeigte sich jedoch überaus freundlich und führte die Besucherin über einige Treppenfluchten und durch mehrere Gänge zu einer hohen Tür. Er klopfte kurz und betrat den Raum.
    Kurz danach winkte er Lessa zu ihm zu folgen.


    Der Raum war kleiner als vielleicht erwartet und enthielt neben einigen Regalen einen großen Schreibtisch und mehrere Sessel.
    Der Erzhexer lächelte Lessa entgegen als er sie hereintreten sah, stand auf und schritt um den Tisch herum auf sie zu.

    "Ahh, wie schön, dass ihr einen Besuch so schnell möglich machen konntet. Setzt euch doch."
    Er wies auf einen der hochlehnigen Sessel.

    [Teilnehmer: Lessa und Melekh]


    Es waren einige Woche vergangen sei die Einladung des Erzhexers sie erreicht hatte.
    Doch nun hatte sie ihr Weg nach Paolos Trutz und vor die Tore des Amts für Magie geführt.


    Das große Portal aus dunklem Holz stand offen, während ein reges Ein und Aus herrschte.

    Er erwiderte ihre Umarmung, hielt sie fest an sich gedrückt.


    "Und ich liebe dich", flüsterte er leise.


    Seine innere Anspannung war gewichen, seine aufkeimende Wut war verraucht.
    Lange hielten sie sich fest.