Posts by Maya Aedaa

    Maya besah sich die Karten und Modelle. Aldarias Wacht oder Yunalesc...
    "Wissen wir warum das Schwarze Eis jetzt marschiert? Kann es sein, dass der Angriff etwas mit den Geschehnissen vom Sturmberg zu tun hat? Immerhin ist dort Essenz zerstört worden, allerdings ist etwas davon entkommen. De Zeitpunkt wirkt wie eine.. Reaktion darauf. Vielleicht haben sie etwas erfahren, dass sie marschieren lässt."

    Maya folgte dem Pagen wortlos in die große Halle und sah sich dort angekommen um. Auch die beiden Anwesenden grüßte sie mit einem ruhigen "Guten Abend."


    Sie trat an den Tisch heran, setzte sich aber noch nicht. Sie besah sich lediglich die ausgebreiteten Karten und holte aus ihrer Tasche die Schriftrollen, die sie zuvor eingepackt hatte, um sie auf eine freie Fläche des Tisches zu legen.


    "Ich muss das Hochamt für Magie zunächst entschuldigen. Ein Bote wurde nach ihm geschickt, bis er eintrifft hoffe ich, dass ich alle Fragen in diesen Belangen beantworten kann."

    Ernst kam jedoch nicht alleine an, sondern wurde von Maya begleitet, wie üblich in ihren schwarzen Rock, die rote Robe und den schwarzen Samtmantel gekleidet, das Schwert am Gürtel und den Obsidianstab in einer Hand. Abgesehen davon, dass sie leicht müde aussah, mochte noch auffallen, dass ihre linke Gesichtshälfte nicht merh weiss war, das linke Auge jedoch noch immer blau und das rechte rot.


    "Guten Abend.. " ging es ruhig an die versammelten. Sie musterte alle ein Mal kurz und legte den KOpf etwas zur Seite. "Scheint ja eine größere Versammlung zu werden..."

    Maya nickte leicht.


    "Dann sollten wir wohl nicht trödeln."


    Sie beschleunigte ihre Schritte in Richtung Palast. Rennen tat sie nicht, aber sie ging etwas schneller. Bis zum Palast sollte es so oder so nicht mehr weit sein.

    Maya ging ruhig vorweg in Richtung Palast.
    "Eine KArte vom Palast? Nein. Aber so etwas könnte gefährlich sein, je nachdem was dort alles eingezeichnet ist. Ich wäre nicht begeistert, wenn jemand Karten von solchen Gebäuden verliert... Da fällt mir ein.. ihre Exzellenz die Nyame ist schon aus Aldarias Wacht zurück gekommen. Sicher. Ich hatte eine Nachricht letzten Abend bekommen."
    Also war Ka'Shalee schon mal in Sicherheit. Vermutlich irgendwo im Amt der Forschung.


    "Was eure Räume angeht, weiß ich nur wo einer der Schlüssel dazu ist... " Aber gespendet war wirklich eine nette Formulierung. Und wenn es Maya etwas ausmachte, dass Ernst hinter ihr ging.. quasi in ihrem Rücken, so ließ sie sich davon nichts anmerken.

    Sie schloss einen Moment die Augen und atmete durch.


    "Verstehe. Kriegsrat also." Sie ging zum Regal und griff sich sehr gezielt einige Schriftrollen und legte sie auf den Schreibtisch. "Als wir uns von dem Sturmberg zurückgezogen haben geschah dies auf Grund dessen, dass Anwesende mit Verbindungen zum Land oder der Freundschaft der Elemente starke Erschütterungen gespürt haben. Mehrere Schwärme hatten begonnen sich in unsere Richtung zu bewegen. Die Gerüchte variierten von drei bis zwanzig, also sehr ungenau. Auf jeden Fall genug für einen Rückzug. Magiekundige in der Stadt? Wenn wir tatsächlich in ein Hornissennest gestochen haben würde ich diejenigen empfehlen, die mit beim Sturmberg waren. Thyrion, Davion unter anderem. Und ja, das meiste sollte ich beantworten können. Ich habe die Bestände des Hochamts wieder aufgefüllt, während Melekh am Greifentor war, für die Vorbereitungen des vergangenen Feldzugs."


    Sie griff sich noch zwei weitere Rollen aus dem Regal und legte sie säuberlich mit auf den Stapel. Sie wirkte ruhig und auch nicht übermäßig besorgt. Aber wann tat sie das schon? Lediglich ihre Augen huschten manchmal kurz hin und her.


    "Ich bin gleich wieder da."


    Danach verschwand sie wieder. Es vergingen einige Augenblicke, vielleicht zehn, bis die Tür sich wieder öffnete und sie vollständig angekleidet wieder das Zimmer betrat. So wie man sie kannte in roter Robe und mit schwarzem Rock, die verschiedenen Wappen zierten den Wimpel am Gürtel und die Hand lag ruhig auf dem Stab aus Obsidian. Ihren Samtmantel hatte sie ebenfalls übergezogen und über einer Schulter hing ihre Tasche. Ein Kristall an einer Kette hatte um ihren Hals Platz gefunden, sowie ein silberner Ring, der einen Skorpion zeigte an ihrem Finger.
    Sie verstaute die Rollen in ihrer Umhängetasche und sah wieder zu Ernst.


    "Meinetwegen können wir gehen. Bis Sonnenaufgang ist noch Zeit, aber ich denke es schadet auch nicht früher da zu sein."

    Maya wedelte leicht ungeduldig mit der Hand in Richtung der Elfe.
    "Es gibt keine Veranlassung vor mir zu knien. Ich bin nur ein Siedler wie jeder andere auch. Steht auf."
    Dann rieb sie sich leicht die Schläfen und seufzte. "Ein oder zwei Monate Ruhe sind auch zu viel verlangt...
    Aber ich mache mich fertig. Wollt ihr auf mich warten oder wollt ihr schon vor gehen? Und ich weiß nicht, wo Melekh sich momentan befindet. Vielleicht hier. Ich schicke einen Diener, der ihn benachrichtigt."


    Sie ließ den Blick kurz über den Schreibtisch wandern und erhob sich wieder, sah die beiden abwartend an.
    "Gegen wen haben wir Verluste erlitten? Das Schwarze Eis?" Sie war ja nicht taub gegenüber der Nachrichten. Und im Osten.. gab es eben das Eis. "Wenn ja haben sie die Zerstörung der Essenz im Pylon wohl nicht sonderlich gut aufgenommen."


    Sie strich sich ihr Hemd glatt. Sie machte sich wenig Sorgen um Ka'Shalee selbst. Die Gesandtschaft in Exilia war durchaus wehrhaft und Sylvana und Kelnozz waren bei ihr.

    Auch um diese Uhrzeit waren Wachen anwesend, die die beiden Besucher erst skeptisch musterten, dann aber wohl zumindest Ernst erkannten und ihn ein ließen. Ein Diener brachte sie durch die Gänge weiter nach oben bis vor eine Tür, die er ihnen öffnete. Dahinter lag wohl ein kleines Büro, dass Maya nutzte. Ein großer Schreibtisch hinter dem ein bequem aussehender Stuhl stand war das auffälligste Merkmal. Zur linken Seite hin befand sich ein kleiner Kamin an der Wand, der trotz der späten Stunde noch munter prasselte und Wärme verbreitete. Fast mehr Wärme, als es noch angenehm zu nennen war. Die linke Wand war voller Bücher und Schriftrollen, verschiedener Unterlagen, die sich hier stapelten. Vor dem Tisch standen noch zwei weitere Stühle.
    Schon der Umstand, dass der Diener nicht geklopft hatte war Hinweis genug, dass das Büro leer war. Er bat die beiden zu warten, während er Maya holen würde. Dass ihm dabei nicht wohl wahr, sah man ihm an, wer weckte schon gerne Magier?
    Er verbeugte sich und verließ das Zimmer wieder, ließ die beiden vorerst alleine. Auch wenn es nicht lange dabei blieb, denn noch ein weiterer Diener brachte nur wenige Augenblicke später Wasser, Becher und kaltes Fleisch und Brot, damit sie sich stärken konnten.


    Ein wenig längerte dauerte es, bis Maya selbst auftauchte. Der Anblick war nicht ganz wie gewöhnlich. Sie trug eine schlichte, schwarze Hose und ebenfalls schwarze Lederstiefel, darüber ein dunkel rotes Hemd, dass die Arme frei ließ, sodass man den mutierten linken Arm in seiner ganzen Pracht bewundern konnte. Ihn genauso wie die drei waagerecht und parallel verlaufenden Narben auf dem rechten Oberarm, die sich fast schwarz von der hellen Haut abhoben. An ihrem Gürtel trug sie ihr Schwert, der Stab war nirgends zu sehen, genauso wenig wie eine passende Robe. Die linke Gesichtshälfte war nicht mehr weiß, das einzig auffällige im Gesicht blieben das rote und das blaue Auge.
    Als sie sah, wer in ihrem Büro stand, wurde der Blick einen Moment härter, dann ging sie an den beiden vorbei und setzte sich auf den Stuhl hinter ihrem Schreibtisch. Sie sah aus, als wäre sie die Strecke gerannt oder hätte zumindest vorher irgendetwas anstrengenderes getan.


    "Ernst von Wallendorf.... was führt Euch zu so später Stunde noch zu mir?" Sie machte eine einladende Geste auf die beiden Stühle vor ihrem Schreibtisch. "Setzt euch. Und euer Begleiter gerne auch. Es hieß ihr habt eine wichtige Botschaft aus dem Palast?" Sie legte den Kopf etwas zur Seite und musterte ihre beiden Gäste. Abschätzend, leicht skeptisch wie es aussah.

    Maya seufzte und rieb sich die Schläfen. Sie sah.. müde aus. Zumindest einen Moment lang. Dann schien sie sich wieder gefasst zu haben und sah ihn wieder genauso ruhig wie vorher an.


    "DEr Tod im Kampf gegen einen Feind blüht jedem, der eine Waffe trägt. Egal welche Waffe es ist. Wie kamen dann diese Gerüchte zu den drei bis vier Jahren zustande? Oder gab es die Vision mit Datum?" sie schüttelte leicht angedeutet den Kopf. Es war alles.. viel Durcheinander.


    "Versteh mich nicht falsch Davion, aber ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist, wenn du das Schwert führst. Willst du das nicht eher einem der reinen Kämpfer überlassen? Du bist immer viel unterwegs, in welchen Belangen auch immer. Sei es für die Sphärenhüter, die Naldar, die Seraphim oder dich. Und was ist mit deinen Ausflügel außerhalb Mythodeas? Wenn du an das Land gebunden wirst, wird auch das schwerer, so wurde es mir zumindest zugetragen.


    Der, der das Schwert führt, sollte mit den Truppen des Nordens gut bekannt sein und da auch Präsenz haben, im Lager verfügbar sein, wenn es zu kämpfen kommt und dann nicht woanders sein. Er wird eingebunden sein, Leute werden sich auf ihn verlassen müssen und er wird Verpflichtungen haben. Macht kommt schließlich nie ohne Verpflichtungen.


    Denkst du das wäre etwas für dich? Du wirst dich nur noch eingeschränkter bewegen können. Nicht mal eben so irgendwo hin alleine laufen können, weil man den Träger und das Schwert sicher nicht irgendwo alleine hingehen lassen wird. Vorausgesetzt natürlich, dass die Waffe so mächtig ist, wie vermutet wird. Wenn der Feind seine Aufmerksamkeit darauf lenkt, wirst du Wachen brauchen."


    Bei der Ausbildung ließ sie sich wieder etwas in ihren Stuhl zurücksinken und lehnte sich an.
    "Selbst wenn wir nicht von dem sprechen, was zwischen dir und mir sein sollte... was ist mit deiner Ausbildung bei den Seraphim und denen dortigen Aufgaben als Priester? Du sagst du bist Priester, aber ich habe dich noch nie die Morgenandacht von ihnen vorsprechen sehen, dich selten im Gespräch mit Sylvana oder Assiah über das Priestertum gesehen. Ich weiß nicht, wie so etwas im Normalfall ist, aber gehört nicht mehr dazu als nur zu sagen, dass man Priester ist? Ich mag mich irren, aber es ist mein Eindruck."


    Sie sah ihn beinahe schon versöhnlich an.
    "Deute meine Bedenken nicht als Zweifel an deinen Fertigkeiten. Ich merke nur manchmal selbst wie es ist, wenn die ... Verpflichtungen, die man sich selbst auferlegt mehr werden. Manchmal weiß man nicht, wo man anfangen soll. Ich will nur nicht, dass du dich übernimmst und im Nachhinein bereuen musst, dass du die Dinge, die du dir vorgenommen hast, nicht geschafft hast, weil es zu viele waren."

    Sie runzelte leicht die Stirn. "Gut, dann war es ein Teil der Seele. Auf jeden Fall mag ich keine Schwerter, die einem etwas nehmen, wenn man sie führt.


    Und was meinst du mit mehrere? Willst du die Aufgabe jemand anderem überlassen? Ich dachte es sei deine Aufgabe."


    Sie griff in einen ihrer Beutel und streute etwas in das Glas, dass sie vor sich stehen hatte, wartete einen Moment und trank schließlich davon.


    "Es hätte auch andere Wege gegeben zu verhindern, dass die Ratio siegt... aber das ist ein Thema für ein anderes Mal. Und ich dachte du wolltest dem Land helfen, indem du... Dinge, die zusammen gehören, wieder zusammen führst. Das alleine ist schon eine Aufgabe, die ein Lebensalter brauchen könnte. Und die du dann nicht mehr wirst erledigen können. Du kannst nicht alles zugleich machen. Welches von beidem ist also dein Weg? Die Zusammenführung, von der du mir erzählt hast oder der Krieg gegen die Ratio?
    Und wenn du dieses Schwert hast, was wird dann aus deinen vielen anderen Aufgaben? Denkst du du hast dann noch die Zeit für die Naldar oder für deine Ausbildung? Oder um Sphärenmeister zu werden? Wie stellst du dir das vor? Du warst jetzt schon auf dem Feldzug nur noch am Rennen, wenn ich dich irgendwo gesehen habe. Was meinst du passiert, wenn du auch noch die Prüfungen machen sollst oder, wenn du sie geschafft hast, in den Kampf gegen die Ratio ziehen sollst? Wie auch immer dieser Kampf aussehen mag."

    Maya hörte ihm zu, bis er geendet hatte und schwieg auch noch danach einen Moment. Schließlich sah sie ihn wieder an.


    "Einiges davon hörte ich schon. Und noch das ein oder andere mehr. Zum Beispiel, dass du dich bei dem Ritual in der Zeit geirrt haben sollst und dass du kurzzeitig nicht unter den Lebenden geweilt haben sollst... zumindest soll dein Herz eine Weile aufgehört haben zu schlagen.
    Und was ist an diesem Punkt dran, dass das Schwert ähnlich wie auch das von Greifenkind deine Lebensenergie frisst? Und wieso musst du dich an das Land binden, wenn das Schwert nicht gebunden ist und du damit an einen Ort sollst, an dem die Bindung so oder so massiv geschwächt ist?


    Und ich hörte auch von anderen Schwertern, allerdings den Elementen zugeordnet. Ein Ritual des Magielagers wurde wohl gestört vom großen Heer und die Magiergilde der Stadt hatte wohl auch irgendwie Träger für irgendwelche Schwerter. Ich weiß nicht, ob das gerade Mode wird, Schwerter zu beschwören oder ob das wieder nur Gerüchte sind, die falsch weiter gegeben wurden."


    Sie seufzte und legte den Kopf etwas zur Seite. Mit den Krallen der linken Hand tippte sie leicht auf ihrem Schreibtisch herum, in irgendeinem Takt.


    "Das mit der Verwechslung der Schwerter ist mir auch schon zu Ohren gekommen. Einige geben dir dafür wohl die Schuld, obwohl ich denke, dass die Elemente vielleicht einfach ein wenig verwirrt waren, ob der bevorstehenden Siegelöffnung. Oder sie wollten das Schwert einfach an die Siedler bringen."


    Sie hob leicht die Schultern und ein kurzer Anflug eines Lächelns huschte bei dem Gedanken über das Gesicht.


    "Fakt ist, es ist nicht das Schwert, das du eigentlich haben wolltest. Nicht Eliars Schwert, nicht das Schwert, was du für die Rettung der Naldar brauchst. Was bei mir wiederum die Frage aufwirft, warum du das Schwert trotzdem haben willst."


    Das Lächeln verschwand wieder und sie sah ihn wieder recht ausdruckslos an.


    "Und die Gründe warum du nicht eher mit mir geredet hast sind mir recht egal. Ich hätte dir im Kampf gegen den alten Herrscher zur Seite gestanden, wir waren schon beim Luftlager für das Ritual, wenn du dich erinnern kannst. Ob du auf dem Vorstoß an die Naldar gebunden warst oder nicht.. ich war auch oft genug in ihrer Nähe. Mir hätte es schon gereicht, wenn du mir vielleicht selbst gesagt hättest, dass du dich an ein Schwert binden willst, dass dich in zwei bis drei Jahren tötet. Und das vielleicht nicht zwei Monate, nachdem du den Entschluss schon gefasst hast, wie es scheint."


    Dass sie von der Idee nicht viel zu halten schien, konnte man ihr außerdem recht gut ansehen.

    Maya seufzte kurz und machte dann mit der rechten Hand eine einladende Bewegung, dass er sich setzen sollte. Sie trug einen neuen Ring am rechten Mittelfinger, wie bei genauem Hinsehen vielleicht auffiel. Einer mit einer Auslassung in Form eines Skorpions.
    "Setz dich, Davion." Auch den Diener holte sie noch mal herein und gab ihm den Auftrag etwas zu trinken zu holen.


    "Das ein oder andere weiß ich ja mittlerweile über diese Schwerter. Aber erzähl mir erst mal alles von Anfang an."

    Maya war auch noch nicht allzu lange wieder in Paolos Trutz. Seit dem Feldzug war sie auf Reisen gewesen und hatte sich seit der Ankunft in Paolos Trutz vorerst zurück gezogen. Viel hatte man von der Magierin in den letzten Tagen nicht gesehen oder gehört.
    Der Diener, den er nach Maya fragte, sagte ihm, dass sie in ihren Zimmern zu finden war. Sie hätte wohl niemandem gesagt, dass sie nicht gestört werden will, allerdings hielten sich die Diener trotzdem lieber die meiste Zeit fern.


    Wenn Davion zu Mayas Zimmer ging und dort klopfte würde er nach einem Moment ein Herein hören. Die junge Frau saß an ihrem Schreibtisch über einem Schriftstück und sah auf, als er eintrat. Noch immer war ein Auge blau und eins rot, aber dass die linke Gesichtshälfte nicht mehr weiss war, war noch immer eine Umstellung. Sie trug schlichte, schwarze Hosen und darüber ihre schwarze Robe mit den Goldstickereien am Rand. Ihr Stab lehnte in einer Ecke des Raumes, neben dem Rüstungsständer und ihr Schwert lag auf einem Regal daneben. Nur ihren Wimpel trug sie an der Seite.


    Als sie erkannte, dass es Davion war, hob sich leicht eine Augenbraue. Man hätte es einen Moment für Überraschung halten können, bis ein Lächeln auf den Zügen erschien, das nicht nur Freude über sein Erscheinen ausdrückte.
    "Davion... was verschafft mir die große Ehre, dass du Zeit für mich erübrigst? Ich hatte das Gefühl, dass du zu beschäftigt mit anderen Dingen bist, um noch mit mir zu sprechen."

    "Mir ging es eben genauso, was den Verrat anging. Darum.. danke, dass das widerlegt wurde."
    Hoffte sie zumindest. Hatte sie nicht die anderen verraten? Der Gedanke war wie ein Stechen in ihrem Kopf. Sie hatte bei dem Ritual wieder.. berechnend gehandelt. Erst das Gewissen ausgeschaltet... Assiah. Und danach Melekh, der... ja. Weil er sich von den anderen in dem Ritual abgehoben hatte. Eine Anomalie gewesen war. Und das alles nur aus Angst, dass sie sich sonst verlieren würde. Das Gefühl, dass sie gehabt hatte, als sie Teile von sich geopfert hatte, um den anderen nicht zu schaden suchte sie dann und wann noch immer heim. Assiah war ein Test gewesen. Es hatte nicht mal etwas mit ihr persönlich zu tun gehabt. Alles hatte für Maya so gewirkt, als ob es ein Muss war, dass sie jemanden opferte. Das Gewissen als erstes zu nehmen, damit es sie im Nachhinein nicht plagte war der einzig logische Schritt für sie in dem Moment gewesen.
    Dennoch hatte sie ihr Leben über das der anderen gestellt. Egal, ob Zerahl und Melekh in dem Ritual gesagt hatten, dass sie gewusst hatten, dass es ein riskantes Ritual werden würde. Und auch egal, dass sie da gewesen waren, um sie zu retten. Sie hatte in dem Moment nicht gewusst, dass es Melekh und Assiah in Wirklichkeit gut gegangen war.
    Sie biss sich leicht auf die Unterlippe und drängte den aufkommenden Zweifel wieder fort. Gerade hier sollte man den Zweifel wohl nicht in sein Herz lassen. Es war.. im Nachhinein alles in Ordnung. Niemandem war etwas geschehen. Allen ging es gut. Zum Glück.