Posts by Maya Aedaa

    Sie drehte den Kopf leicht in die Richtung von Ernst. "Ich denke darüber nach wie tödlich die Ehe sein kann." Einen Moment klang sie völlig ernst, bis sich die Lippen dann doch zu einem Grinsen teilten. Der Magier würde schon verstehen. "Und an für sich kreisen sie um den Sommerfeldzug und darüber, was ich jetzt mache. Ich bin noch nächsten Monat zu einer Art Truppübung eingeladen, aber ich bezweifle, dass ich einen Monat bis dorthin brauche. Außerdem ist viel gesagt worden, über das ich nachdenke. Und nicht zu vergessen unsere kleine Prophezeiung." Damit nickte sie in Richtung des Pylonen, der hinter der Baumreihe auf der anderen Wiese stand. Viel Bedeutung wurde dem, was da gesagt worden war ja nicht beigemessen, aber ihr ging es nicht aus dem Kopf. Ein paar der Sachen passten einfach zu gut.

    Maya saß abseits des ganzen Trubels auf einer der Wiese, die zu der Pyramide führte, außerhalb des Zauns, der den 'Konventfrieden' gesichert hatte. Ohne den wäre es mit Sicherheit zu wesentlich mehr Blutvergießen gekommen. Ihre Augen waren schon wieder hinter der Augenbinde verborgen und die Kapuze des langen, schwarzen Mantels hatte sie aufgesetzt. Nachdenklich ging sie nochmal die Ereignisse durch, die auf den Konvent stattgefunden hatten. Dabei ging es ihr viel weniger um das, was sie bei den Söldnern gehört hatte. Um die machte sie sich nicht viele sorgen. Entweder sie verstanden, was man ihnen hatte sagen wollen, oder aber wie ... nun ja. Würden sehen was sie davon hatten. Nein die meisten Gedanken kreisten um die Dinge, die sie von den anderen Reisenden der Siegel aus dem Norden, Westen und Süden gehört hatte. Der Schlachtzug dieses Jahr würde mit Sicherheit... interessant werden.

    Sie schien wieder unruhiger und so wie sie den Kopf ab und an drehte, sah sie auch des öfteren an ihm vorbei, als ob sie etwas beobachtete, was noch immer nicht da war oder er zumindest nicht sehen konnte. Womit auch immer sie kämpfte schien einiges ihrer Aufmerksamkeit zu beanspruchen und ihr Gesicht schien etwas Farbe verloren zu haben. Nochmal presste sie die Kiefer so fest aufeinander, dass man leise die Zähne knirschen hörte, dann schüttelte sie den Kopf und schien sich wieder auf ihn zu konzentrieren, auch wenn die Stirn leicht gerunzelt war. "Danke für das Angebot Sturm. Ich stehe nicht alleine da." Und das war auch das Problem, aber der Satz stand eher unausgesprochen im Raum. Die Art wie sie sagte, dass sie nicht alleine da stand klang nicht begeistert. "Ich schätze jeder hat seine Geister, die ihn heimsuchen." Meinte sie nur und wandte sich dann ebenso zum Gehen, sprach unterwegs noch eine Bedienung an, die ihr den Weg zu ihrem Zimmer zeigen sollte und nahm ihre Sachen mit, um das Zimmer zu beziehen.
    Sollte er noch Erkundungen einholen oder am nächsten Tag nochmal nach der Magierin sehen wollen, so hieß es lediglich, dass sie morgens, kaum, dass die ersten Sonnenstrahlen am Horizont aufgetaucht waren, schon wieder abgereist war.

    Die Magierin nickte wieder leicht."Für so einen Fall war das Angebot auch gedacht. Und glaubt mir, dass ich hoffe, dass ihr darauf nicht zurückgreifen müsst." Denn das würde bedeuten, dass die Lage eben sehr unangenehm geworden wäre.
    Dann schien sie sich allerdings wieder ein wenig anzuspannen und eine Hand zuckte wieder an ihre Schläfe,umsie sich zu massieren. Die Lippen formten kurz stumm Worte, dann schüttelte sie den Kopf wieder und atmete kurz durch. Sie griff nach dem Becher mit ihrem Met und leerte ihn mit ein oder zwei großen Schlucken. Bisher hatte sie ja nur vereinzelt daran genippt und so war er noch zu drei Vierteln gefüllt gewesen. Die Anspannung wurde danach kaum weniger und sie drehte den Kopf wieder zu ihm. Etwas leiser als noch zuvor und auch mit hörbar gespannter und irgendwie auch nur mühsam beherrschter Stimme sprach sie weiter. "Verzeiht, die Reise hierher und der Tag war lang, ich sollte mich jetzt zurückziehen. Und für die Bedienungen hoffen, dass das Zimmer soweit fertig ist." Der Abschied kam recht plötzlich und irgendwas schien nicht zu stimmen. Als sie selbst zu merken schien, dass ihre Hände leicht zitterten, zog sie sie in die langen, weiten Ärmel der Robe zurück.

    Maya schwieg eine Weile und lauschte dem, was Sturm von sich gab. Und selbst, als er geendet hatte, herrschte noch einen Moment Stille. Sie schien nachzudenken, ehe sie wieder ansetzte. "Wenn die Aufmerksamkeit, die auf euch liegt, zu viel wird, oder sogar... sagen wir anfängt euch zu bedrängen oder anfängt gefährlich zu werden... lasst es mich wissen und ich werde sehen, was ich tun kann, in Ordnung? Ich fände es überaus bedauerlich, wenn ... " sie musste da doch kurz lächeln bei den vielen Andeutungen und dem hin und her, ohne wirklich auf den genauen Punkt zu kommen. "Wenn Missgeschicke passieren, die euch beeinträchtigen." Warum bot die Magierin ihm jetzt Hilfe an? Wollte sie etwas dafür? Wenn ja, so erwähnte sie es vorerst nicht. Aber so wie sie klang hatte sie in der Tat etwas dagegen, dass Sturm etwas zustieß oder ihn jemand bedrohte.
    Sie griff wieder nach ihrem Met und überschlug die Beine. "Ich hasse Titel, um ehrlich zu sein. Wenn man einen Titel hat, will jeder direkt etwas von einem. Leute richten Erwartungen an einen, man müsse sich ja seines Standes gemäß Verhalten, wie kann man das denn nur tun, obwohl man doch hochwohlgeborener Sonstwas ist und manche fangen auch noch an sich auf ihre Titel etwas einzubilden. Bei manchen, verdienten, mag das gerechtfertigt sein, bei durch Geburt erhaltenen... ist das etwas anders." Sie schnaubte etwas und schüttelte dann den Kopf. "Aber egal, das soll nicht das Thema sein. Meine Fähigkeiten.. ja, darüber reden wir am besten bei diesen Übungen. Wobei es doch sicher lustiger wäre, wenn ich sie euch nicht verrate sondern ihr sie irgendwann bemerkt. Das hat hin und wieder so einen leichten.. Überraschungseffekt. Aber wir werden sehen. Ich denke, das wird auf meine Laune ankommen. Und die Art Geschäftsbeziehung die euch vorschwebt. Und wie neugierig ihr seid."

    Auf dem Tisch war nicht viel zu sehen. Papier brannte wesentlich schneller als der Holztisch und so waren da höchstens ein paar kleine, angesengte Flecken. Sie schmunzelte leicht, als sie hörte, was Sturm sagte. "Vorsicht ist besser als Nachsicht, das stimmt. Danach lebt es sich länger und gesünder." Dann schüttelte sie sich allerdings etwas. "Tut mir bitte einen Gefallen, Sturm. Nennt mich nicht Lady Aedaa. Maya ist voll und ganz ausreichend. Ich hab mich um so Anreden wie Magistra, Lady oder sonst etwas in der Art immer... erfolgreich gedrückt. Das heißt bisher.. " Sie lächelte leicht. Nein mit diesen höflichen Anreden hatte sie es wirklich nicht. "Von dem Fehlschlag wie ihr es nennt, habe ich glaube ich gehört, aber das habe ich euch ja geschrieben. Manche Leute plappern wirklich sehr schnell. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte. Ich finde so etwas immer.. interessant. So lange nicht über mich geplappert wird, versteht sich." Man konnte sich das leichte Zwinkern fast denken, wäre da nicht die Augenbinde, aber es war in der Stimme zu hören. Die Laune schien gerade zu steigen, Stück für Stück. Sie wirkte im Moment auch wesentlich lockerer und entspannter, als noch vor ein paar Augenblicken. Sie zog wieder an dem kleinen Rest vom Glimmstengel und drückte ihn danach im Aschenbecher aus. "Und einverstanden, was die Bedingungen der Kontaktaufnahme angeht. So wie ich das sehe haben wir in den nächsten Wochen mehrere Gelegenheiten dazu. Vorausgesetzt man findet dort ein paar Minuten Ruhe, um sich zu unterhalten." Dann neigte sie allerdings den Kopf wieder etwas zur Seite und schien ihn eingehender zu betrachten. "Was versucht ihr da auf dem Tisch zu sehen? Hinein graviert habe ich nichts... schließlich will ich keinen Ärger mit dem Wirt."

    Sie nahm den Zettel und shien ihn sich eine Zeit lang anzusehen, strich aber auch mit de Fingern über die da geschriebenen Worte. Es war also schwer zu sagen, wie sie denn jetzt genau las. "Gut, das sollte kein Problem werden. Dann werde ich mich euch wahrscheinlich schon dort anschließen und dann zum Sommerfeldzug begleiten." Sie lächelte kurz und trank noch einen kleinen Schluck Met, bevor sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn richtete. Die Hand ließ sie flach auf dem Zettel liegen, ähnlich wie sie es schon mit der Münze bei der Bedienung gemacht hatte. Allerdings roch es kurz darauf leicht verschmort und einen Moment später schob sie mit der Hand kleine Ascheflocken von dem Tisch. Von dem Zettel war nicht mehr was zu sehen. "Wie ist es Euch in den letzten Monaten ergangen? Die Bedienung wirkte... ein wenig besorgt um Euch, als ich meinte, dass ich Euch suche. Als befürchtete sie, dass ich Euch etwas tun wollte."

    Sie hob ganz leicht eine Augenbraue."Direkt?" Sie schien zu überlegen. Sie zog an demRauchkraut und ließ den Blick nochmal über die Taverne wandern. "Ich müsste noch im Vorfeld das ein oder andere mit meinem Schüler klären und ihn dann .. unter Umständen mit zu der Wehrübung bringen und mich mit Euch dort treffen. Sofern es kein Problem darstellt, wenn ich ihn mitbringe. Aber ich denke eine Wehrübung wird ihm ganz gut tun und.. ich kann ihm dort sicherlich auch noch das ein oder andere beibringen. Zum großen Sommerfeldzug werde ich ihn allerdings nicht dabei haben, sondern ihn in der Zeit mit anderen Aufgaben betrauen." Sie nippte wieder an dem Met und richtete den Blick wieder auf Sturm. "Also Quroi Uqe? Könntet ihr mir genauer erklären wo das liegt? Meine... Kenntnis der Karten Mythodeas sind noch etwas unvollständig."
    Auf die Unruhe schien sie auch nicht weiter eingehen zu wollen. Und sie schien sich so weit auch zu legen. Oder sie ließ sich weniger davon anmerken.

    Sie sah wieder zu ihm herüber und dieses Mal konnte er den Blick regelrecht auf sich spüren. "Gehetzt? Nein. Ich hab nur.. viele Dinge, die mir im Moment im Kopf herum gehen." Die Unwahrheit war das was sie sagte nicht, aber es klang auch nicht nach der ganzen Wahrheit. Da war sicherlich noch mehr dran. "Ich bin nicht auf der Flucht und werde auch nicht verfolgt. Also keine Sorge." Sie brachte sogar ein müdes Lächeln zustande, das fast entschuldigend wirkte. Die Laune schien wirklich rapide zu wechseln.
    "Aber es freut mich zu hören, wenn meine Hilfe vielleicht Anklang finden kann. Eventuell würde ich auch meinen Schüler mitbringen. Wann wäre denn der beste Zeitpunkt sich anzuschließen? Erst auf dem Schlachtzug oder habt ihr schon vorher etwas geplant, bei dem ihr noch Unterstützung braucht oder dem ich mich schon anschließen kann?" Sie hatte das Thema wohl auch mit Absicht gewechselt und schien sich jetzt zusammen zu reissen nicht so.. unruhig zu wirken.

    Noch immer schien sie unruhig zu sein, zeitweise abgelenkt oder auch einfach nur unruhig oder nervös? "Nichts zu danken." Sie lehnte sich wieder zurück und zündete sich ein neues Rauchkraut an, wieder so ein schwarzes mit dem süßlichen Geruch. Vanille? Möglich. "Ich dachte mir schon, dass ihr wieder eure Zelte da aufschlagt. Die Gesellschaft ist doch wesentlich angenehmer, als an anderen Orten. Und man wird nicht so schräg beäugt." Nein sie zumindest nicht. Was machten komische Augen schon in dem Haufen aus?
    "Mh.. die Zusammenarbeit. Ich habe keine genauen Pläne dafür. Nur letztes Jahr habe ich zwar auch schon im Magielager gelagert, aber in einem anderen Bereich. Das würde ich dieses Jahr gerne anders machen und mich euch direkt anschließen. Und natürlich auch meine Fähigkeiten im Rahmen meiner Möglichkeiten anbieten." Sie strich sich eine der dunklen, rötlich schimmernden Haarsträhnen zurück und nahm einen tiefen Zug. "Also würde ich die Heiler unterstützen oder mit in der Schlacht kämpfen.. wobei es je nach Laune beides sein wird." Oder bei Befragungen helfen... bei dem Gedanken musste sie kurz lächeln, auch wenn es nicht unbedingt ein nettes Lächeln war. Eher... unheilvolle Vorfreude. "Die genauen Details können wir dann ja situationsbedingt besprechen."

    Sie wirkte angespannt,aber schien sich auch wieder zu entspannen. Es war schwer zu sagen, aber es schien mehr so ein.. hin und her zu sein. Den Blick vermutlich noch immer auf ihn gerichtet, fuhr sie mit dem Zeigefinger der rechten Hand langsam die Runen auf dem linken Arm nach. "Durchaus eine Ansicht die ich teile. Nicht an einem Stück zu sein ist... unangenehm. Vorsichtig ausgedrückt." Die Lippen verzogen sich wieder zu einem leichten Lächeln. "Bestellt Euch ruhig auch etwas, geht auf mich." Meinte sie schließlich nach einer kurzen Pause und trank selbst noch einen kleinen Schluck von dem Met. "Mit meinen Augen? Oh.. die Augenbinde. Mh.. ich sehe noch. Anders, als zuvor, aber ich sehe. Gewöhnungsbedürftig und die Augenbinde ist sagen wir.. eine Art Schutz. Ich kann aber noch alles wahrnehmen." Wenn auch etwas anders, als zuvor, aber sie hatte schon über zwei Monate Zeit gehabt sich daran zu gewöhnen.
    "Aber schön mal wieder von Person zu Person sprechen zu können und nicht über Boten und Schriftstücke. Ihr fragt euch sicher, warum ich Euch gesucht habe. Um genau zu sein... geht es um die Planung für die diesjährigen Unternehmungen im Sommer. Ich hatte gehofft die teilweise vorhandene Zusammenarbeit von letztem Jahr... etwas zu vertiefen. Ich werde wieder im Magielager sein, so wie Ihr auch, nehme ich an?"
    Wieder zuckte sie leicht mit einem Mundwinkel und schien einen Moment abgelenkt zu sein, sie drehte den Kopf in eine andere Richtung, in der allerdings keine Besonderheit zu sein schien. Dort saß nicht einmal jemand. Trotzdem sah sie einen Moment in die Richtung, bevor sie den Kopf wieder in seine drehte.

    Stunden. Es dauerte wirklich Stunden. Zeit, die sie irgendwie hinter sich bringen musste. Geduld war mit Sicherheit nicht eine ihrer Tugenden. An dem Met hatte sie in der ganzen Zeit nur ein paar mal genippt, es war wohl mehr ein Alibi, um nicht ohne Getränk da zu sitzen. Irgendwann hatte sie ein kleines Buch aus einer der vielen Gürteltaschen herausgeholt und eine rote Schreibfeder, die anfing über die Seiten zu huschen. Hin und wieder hatte die Magierin dabei vor sich hin gemurmelt oder sich ab und an nochmal umgesehen. Als es schließlich wirklich eine fortgeschrittene Zeit war, wollte sie sich schon auf den Weg zu dem Zimmer machen, was man ihr hoffentlich vorbereitet hatte, als die Tür aufging und dann doch noch Sturm auftauchte.
    Einen Moment hatte Maya ihn nur schweigend angesehen. Durch die Augenbinde war es schwer auszumachen, was da gerade in ihr vorging, aber kurz hatte sich der Körper angespannt. Sie setzte an etwas zu sagen, verfiel dann aber doch noch einen Moment ins Schweigen, atmete durch und nickte schließlich. "Guten Abend. Auch schön euch an einem Stück zu sehen." Dabei verzogen sich die Mundwinkel zu dem Anflug eines Lächelns. Sehen war so.. ironisch. Schließlich trug sie ja eine Augenbinde. "Und ja das habe ich. Wollt ihr Euch nicht setzen?" Sie klappte das kleine Buch zu, dessen Seiten in einer seltsam anmutenden Glyphenschrift gefüllt waren. Dan zeigte sie zu einem freien Stuhl an ihrem Tisch.

    Etwas irritiert drehte sich Mayas Kopf in die Richtung der zweiten Bedienung. "Zimmer..? Achso. Sicherlich. Einzelzimmer. Das ist so ziemlich meine einzige Erwartung. Und auch das einzige, was .. nicht verhandelbar ist." Nein ein Einzelzimmer musste es sein, dafür gab es einige Gründe. Sicherheit.. darum konnte sie sich auch selbst kümmern. Und darum, dass sie ihre Ruhe dort haben würde auch.
    Sie ließ den Blick wieder durch die Taverne wandern und schließlich blieb er auf der Tür hängen. Schließlich erwartete sie jemanden...

    Kurz huschte ein Lächeln über das Gesicht, als die Bedienung sich auf machte um die Bestellungen aufzunehmen. Die Frau schien stolz auf ihre Arbeit und die Taverne zu sein. Immerhin ein gutes Zeichen. Nicht, dass Maya selbst viel darauf gab, aber entweder war die Bedienung eine gute Schauspielerin oder sie arbeitete zumindest schon mal gerne hier.
    Sie hob ihre Hand und massierte sich wieder kurz die Schläge und arbeite dabei hörbar tief ein und wieder aus. 'Nicht jetzt', schoss es ihr dabei durch den Kopf und sie spannte sich etwas an. Sie drückte das Rauchkraut im Aschenbecher aus und knirschte etwas mit den Zähnen. Sie versuchte sich zu konzentrieren und sich zusammen zu reißen, atmete nochmal tief durch und murmelte dann leise vor sich hin, eher wie zu sich selbst."Zehn, neun, acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins." Dann atmete sie nochmal durch und entspannte sich wieder. Alles in Ordnung. Vorerst. Sie ließ die Hand von ihrer Schläfe wieder sinken und sah sich um. Sie hatte so leise gesprochen, dass eigentlich kaum jemand das bemerkt haben sollte. Die Frage war nur.. ob dem auch so war.
    Wenn die Bedienung mit dem Met zurück kam, sah sie diese wieder an. "Danke, bis auf das Zimmer und den Met habe ich alles, was ich brauche." Damit sprach sie wohl auf die zusätzlichen Entspannungsmethoden an, die die Bedienung ihr angeboten hatte.

    Maya ließ der Frau die Münze und zog wieder an dem Rauchkraut. Die mit Runen versehene Hand ruhte noch immer auf der Tischplatte.
    "Gut danke." meinte sie, als die Nachricht überbracht wurde und ließ nochmal den 'Blick' schweifen. Sie unterdrückte ein Gähnen, der Weg war doch lang gewesen.
    "Ja das bin ich. Ich war zwar auch schon vorher in den Gebieten Mythodeas, nach Paolos Trutz und in den Drachen hat es mich allerdings das erste Mal verschlagen. Merkt man das so schnell?" Sie neigte den Kopf etwas fragend zur Seite. "Und wenn ihr habt würde ich noch einen lieblichen Met nehmen, falls nicht tut es auch Wasser." Met hatten sie sicherlich, aber ob sie auch lieblichen hatten war immer so eine Frage. Aber es wirkte nicht so, als seien sie hier zu schlecht ausgestattet. "Unter Umständen bräuchte ich auch noch ein Zimmer für die Nacht." fügte sie dann noch an, als ir klar wurde, dass sie heute wahrscheinlich sonst nirgendwo mehr hinreisen würde.

    Sie wartete einfach ruhig ab, was die Frau tat und sagte und nahm einen Zug von dem Rauchkraut und schien noch immer entspannt, auch wenn sie jetzt mit dem Zeigefinger der Hand, die auf der Münze lag, anfing einen Takt zu einem unhörbaren Lied auf den Tisch zu tippen.
    "Mh.. verstehe. Ich hätte mir denken können, dass er im Moment seltener hier ist." Ja dann schien an dem was sie gehört hatte zumindest etwas dran zu sein. "Aber ich suche ihn nicht, weil ich ihm Schaden zufügen will, da braucht ihr euch keine Sorgen machen. Wenn ihr ihn erst informieren wollt, dass jemand hier ist, der ihn sucht, sagt ihm einfach, dass Maya da ist. Er kennt mich, wir hatten schon Kontakt und er sollte auch wissen, dass er vor mir nichts zu befürchten hat. Ich.. mische mich nicht in Angelegenheiten ein, über die ich nicht völlig im Bilde bin."
    Damit nahm sie auch die Hand von der Münze und schob sie leicht mit einem Finger in die Richtung der Bedienung.
    "Für die Bezahlung sollte es doch sicherlich möglich sein, dass ihr ihn über mein Hiersein in Kenntnis setzt? Das erspart es euch auch an meinen Worten zu zweifeln und er kann selbst entscheiden, ob er mich treffen will oder nicht und ob ich eine Gefahr darstelle oder nicht."
    Richtig. Sie brauchte ihn nur informieren und Maya damit nicht direkt auf die Nase binden, wo sie Sturm finden konnte. Somit war er nicht in Gefahr und konnte selbst entscheiden, ob er auftauchen wollte oder nicht und Maya sparte es sich erst mal wieder vor die Tür zu müssen und könnte hier in Ruhe ihren Met trinken, während die Frau die Nachricht überbringt. Das war doch.. ein Gewinn für alle?

    Geld und Gold regierten überall. Das war wohl auch hier nicht anders. Ein leichtes Seufzen war die Reaktion, die die Frau bekam. Dann war einen Moment Stille, in dem die Magierin ihre Hand hob und sich kurz die rechte Schläfe massierte. Sie verdrängte die aufkommenden Gedanken darüber, wie sie die Informationen bekommen könnte und entschied sich für den anderen und weitaus friedlicheren Weg, in dem sie in einen der vielen Beutel an ihrem Gürtel griff und eine Silbermünze herauszog und auf den Tisch legte. Allerdings legte sie ihre flache Hand darauf, sodass man die seltsamen, schwarzen Runen, die den Handrücken und den Unterarm bedeckten gut sehen konnte, ebenso wie den silbernen, mit schwarzen Steinen verzierten Schmuck, der um ihr Handgelenk lag und dessen schmale Ketten zu einem Ring am Mittelfinger führten. "Dann lasst mich euch auf die Sprünge helfen. Aber erst sagt mir, was euer Gedächtnis ausspuckt, und ob es das wert ist, was unter meiner Handfläche liegt." Kurz hoffte sie die Frau würde einfach versuchen danach zu greifen, verdrängte aber auch den Gedanken wieder und schien die Bedienung anzusehen. Trotz der Augenbinde könnte sie den Blick auf sich ruhen spüren. Und das war sicherlich kein angenehmes Gefühl. Ein Silber war alles, aber nicht wenig. Ob der Anblick schon reichte, um die Zunge der Frau zu lockern?

    Wo: Paolo´s Trutz, Herberge "Zum Drachen"
    Wer: Maya, Sturm, offen


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    Der Tag hatte sich schon seinem Ende zugeneigt, als die Gestalt die Taverne betrat, noch mit den letzten, verblassenden Strahlen der Sonne. Sie strich sich eine der dunklen, rötlich schimmernden Strähnen zurück hinter ein Ohr und sah sich in dem Schankraum um, bevor sie zielsicher einen freien Tisch ansteuerte und auf einem Stuhl Platz nahm, sich aber noch etwas drehte, sodass sie mit dem Rücken zur Wand saß und den Tisch zu ihrer Linken hatte. Es war irritierend, dass sie scheinbar sehen konnte, denn ihre Augen waren hinter einer schwarzen Augenbinde verborgen, die mit kleinen, goldenen Ringen verziert war.
    Aus einer ihrer kleinen Taschen am Gürtel holte sie ein Rauchkraut heraus und zündete es sich nach einem leisen Murmeln mit einer Flamme an, die auf ihrer Fingerspitze aufflackerte. Ein süßlicher Geruch ging von dem in schwarzem Papier eingewickelten Kraut aus und nach einem tiefen Zug schien sich die Frau etwas zu entspannen.
    Sie schien sich wieder umzusehen, auch wenn sie mit der Augenbinde wohl kaum in der Lage dazu war und wartete auf die Bedienung.
    Wenn diese an den Tisch trat, erhob sie auch zum ersten Mal ruhig ihre Stimme, noch bevor die Bedienung auch nur irgendwie auf ihr Dasein aufmerksam machen konnte.


    "Guten Abend. Einen Met bitte. Und könntet ihr mir sagen, wo ich Sturm von den Qage Dono finden kann?"