Posts by Sylvana

    "Vertrauen ist immer eine schwierige Sache. Doch es kann euch auch ebenso stärken wie schwächen. Ich glaube das man lernen muss das richtige Maß zu finden, das man anderen entgegenbringt. Vertrauen ist auch etwas, das mit Ehrlichkeit anheimgeht. Wenn du deinem Gegenüber nicht sicher sein kannst, er dir genug Gründe gegeben hat seine Ehrlichkeit anzuzweifeln, dann ist es der falsche Moment für Vertrauen."


    Sylvana schmunzelte.


    "Naja, vielleicht kann ich ja auch dich das ein oder andere lehren und ich muss mir nicht immer wie ein Kind vorkomen wenn du mich unterrichten wirst."


    Ihr kam noch etwas in den Sinn, allerdings wollte sie damit warten, wenn Vorn auf diese Sache weiter eingehen würde.


    "Der Avatar sprach davon, dass ich diejenigen finden kann die ein ähnliches Geschenk erhalten haben und wenn ich es wünsche mit ihnen eine seltene Verbindung eingehen kann. Etwas ähnliches wie es die Elementgeschwister teilen. Genaueres hat er mir nicht erklärt und hat mich wie so oft mit meinen Fragen stehen lassen."

    "Meine Träume sind sehr genau, nur weiß ich nicht wie sie ausgehen und ob ich wenn ich dir sage was ich gesehen habe in Dinge eingreife die ich nicht kontrollieren kann."


    Sie schüttelte den Kopf.


    "Oder ob ich mich täuschen lasse."


    Einen Moment dachte sie nach, lehnte sich ein wenig zurück und blickte auf ihre Fingerspitzen.


    "Bei dir ist es die Behäbigkeit, ich habe Furcht vor meinen Gefühlen, die ich als Mutter Konfessor eigentlich nicht haben darf und vor der Verbindung von der der Avatar gesprochen hat."

    "Ich denke du wirst Hilfe finden, was deine Waffen und deine Rüstung betrifft. Ziemlich sicher sogar. Aber du sagst selbst, dass Träume selten ohne Bedeutung sind. Dann tu mir einen Gefallen und sei in nächster Zeit vorsichtig. In meinen Träumen bist du dem Tode nahe, dann erwache ich und kenne den Ausgang nicht."


    Sylvana wirkte tatsächlich besorgt, als die Worte über ihre Lippen kamen.
    Nachdenklich berührte sie das Zeichen an ihrem Hals und wirkte einen Augenblick irritiert, dann sah sie wieder zu Vorn. Seid er da war, war auch dieses Kribbeln nicht wieder verschwunden, begleitet von einem merkwüdigen Gedanken...

    "Ich denke ich werde mit den Lona sprechen. Sie mögen manchmal schwieriger zu verstehen sein als Ain, aber bei ihnen muss ich nicht befürchten mit Arroganz behandelt zu werden."


    Sie warf kurz einen Blick zu der Wache und schmunzelte, als dieser weiterhin nervös vone inem Fuß auf den anderen trat, dann sah sie wieder zurück zu Vorn. Sie zögerte einen Augenblick bevor sie weitersprach.


    "Da geht es mir nicht anders. Seid ich die Flamme in mir trage träume ich viel. Ich weiß nicht ob diese Träume Bedeutungen haben, aber sie betreffen zum Teil Personen, mit denen ich das ein oder andere verbinde. Zum Beispiel dich."


    Nachdenklich warf sie einen kleinen Scheit in das Feuer.

    Sylvana machte ein Geräusch, dass ein wenig wie ein abfälliges Schnauben klang.


    "Ain Schwefelnies hat es ja nicht einmal zustande gebracht die heilige Flamme zu entzünden. Und wenn meine Informanten gut sind, dann haben sie auch eine Fraktion des Untodes nicht davon abgehalten zum Magielager zu ziehen. Im Augenblick denke ich, das Ain sich zu sehr von Emotionen leiten lässt. Wenn man sich selbst nicht unter Kontrolle hat, dann sollte man keine Truppen führen. So sehe ich das."


    Das Feuer vor ihr loderte einen Moment heller als sie sich in Rage zu sprechen schien, dann seufzte sie und wurde wie das Feuer wieder ruhiger.


    "Der Avatar sagte zu mir, er sei sicher, ich würde einen Weg finden, allerdings sollte ich mir Gefährten suchen, die ein ähnliches Geschenk erhalten haben. Ähnlich klingt für mich nicht unbedingt ausschließlich nach Feuer."


    Sie schmunzelte leicht und sah ihn offen an.


    "Merkwürdig, wie oft sich seid kurzem unsere Wege immer und immer wieder kreuzen."

    Sylvana schob ihr Haar beiseite. Das Zeichen der Ignis zierte ihren Hals, beinahe so als hätte man es ihr mit einem glühenden Eisen eingebrannt, nur schien es feiner, fast wie aufgemalt.


    "Man hat sich bei mir für einige Dinge bedankt, oder so ähnlich. Die Heiler laufen jetzt dauernd hinter mir her, weil sie glauben ich hätte Fieber. Wir sitzen in einigem Abstand zum Feuer und trotzdem könntest du bemerkt haben das es selbst wenn der Wind sich dreht nicht abkühlt. Ich hüte die Essenz des Feuers und habe keine Ahnung was das für mich bedeutet."

    Sylvana strich sich über die Wange, schob dann die Ärmel von ihren Handgelenken. Aus Stolz und um jenen die zweifeln ein Zeichen zu setzen hatte sie sich nur soweit behandeln lassen, wie es nötig gewesen war.


    "Es hätte schlimmer enden können mit der "Glaubensprüfung". Sie hätten mich auch verbrennen können und ich würde hier nicht sitzen und mit dir sprechen. Aber wer weiß, vielleicht wäre ich ja nicht verbrannt, jetzt wo das Feuer ein Teil von mir ist."


    Sie hob die Schultern und atmete tief durch.

    Sylvana nickte und rieb sich unbewusst über die Blessuren, die die Ketten an ihren Handgelenken hinterlassen hatten.


    "Ich weiß was du meinst. Allein, dass wir hier gemeinsam sitzen und uns in gewisser Weise gestatten unsere Herzen zu öffnen... In der Alten Welt ist die mehr als nur kaum vorstellbar gewesen."


    Sie versuchte sich vorzustellen, wie es für Vorn gewesen sein musste als Terra eingesperrt worden war. Sie war zwar zugegen gewesen, doch musste sie sich eingestehen, dass sie sich um Terra bis zu jenem Vorfall nie viele Gedanken gemacht hatte.


    "Ich habe damals den Schmerz in den Augen des Avatars der Ignis gesehen, als Terra versiegelt wurden. Aber jetzt wo ich dich kenne und weiß, dass du ihrem Lied folgst bin ich noch um einiges erleichterter, dass es gelungen ist den Schlüssel zu ihrer Freiheit zu finden."


    Bei diesen Worten begann es auch in Vorns Fingerspitzen zu kribbeln.

    Sie spürte das Kribbeln in ihren Fingerspitzen jetzt noch deutlicher und musterte ihn für einen kurzen Augenblick. Die Wache im Hintergrund wurde zusehenst nervös, jetzt wo Vorn so selbstverständlich, näher an sie herangekommen war, als es selbst vielen Gardisten gestattet war.


    Im Schein des Feuers konnte man einen Bluterguss unter ihrem roten Haar hervorblitzen sehen, der die linke Seite ihres Wangenknochens zierte.


    "Wohl wahr, beziehst du damit die Dinge die du in deinen Briefen geschrieben hast mit ein? Dann willkommen in meiner Welt."


    Sie lächelte etwas schwer.


    "Wie geht es Ka'Shalee?"


    Welch Ironie, dachte sie.

    Sylvana musste etwas schmunzeln, wirkte dabei aber einen Augenblick abwesend.


    "Ich bin recht oft allein in den letzten Tagen, du hast mich ja auch meist alleine angetroffen wenn du zu mir gekommen bist."


    Sie machte eine einladende Geste, warf einen Seitenblick zu ihrer Wache, die die beiden genau und angespannt beobachtete und sagte dann mit ruhiger Stimme:


    "Es gibt für mich bisher keinen Grund, für dich keinen Platz an meiner Seite zu haben. Aber ich könnte dich etwas ähnliches fragen..."


    Je näher man ihr kam, umso wärmer schien es zu werden und das obwohl sie noch ein gutes Stück vom Feuer entfernt saß.


    "Wir können uns auch etwas vom Feuer entfernen, ich weiß nicht wie gut sich deine Augen in den letzten Jahren schon an offene Feuer gewöhnt haben."

    Sylvana hätte ihn nicht gesehen, selbst wenn sie sich umgesehen hätte. Ihre Augen waren durch das Beobachten der Flammen nicht auf die Dunkelheit eingestellt. Dennoch hob sie, nach wenigen Schritten die Vorn getan hatte, den Kopf.
    Selbst der Gardist gähnte leicht und schien ihn im ersten Augenblick nicht bemerkt zu haben.


    Schweigsam und unerwartet sah sie in Vorns Richtung, grob, aber sie wuste augenscheinlich woher er gekommen war.


    "Vorn, sehen wir uns also doch noch in dieser Stadt der Veränderung."

    Tief in Gedanken versunken spielte die Mutter Konfesor mit einem Schlüssel, der an eine feine Kette an ihrem Gürtel besfestigt war. Die harten Worte vieler ihrer Brüder und Schwestern gingen ihr immer wieder durch den Kopf. So kalt sie gewesen war, als sie das Dekret vor allen Augen niederschreiben ließ, so kummervoll war sie jetzt, allein und verborgen vor den Augen der anderen. Es waren nicht so viele gegangen wie sie es vermutet hatte, aber jeder Verlust wog schwer in ihrem Herzen. Und jedes Wort der Schuld, machte ihr die Bürde nur noch schwerer.


    Sylvanas Blick wurde einen Augenblick gläsern und das Feuer in ihrem Inneren unterbrach ihre Ersuche um Hilfe an Sedekiel. Ein sanftes Kribbeln meldete sich in ihren Fingerspitzen und sie erinnerte sich unwillkürlich an den Traum von letzter Nacht.


    Sie blinzelte und hob kaum merklich den Kopf ohne die Augen wirklich von der Flamme zu nehmen. Sie war sich sicher, nicht allein zu sein. Vor allem aber, glaubte sie zu wissen wer sich näherte... Es war wie ein sanftes Flüstern am Rande ihres Verstandes. Doch es war mehr das Gefühl, dass die Gabe der Ignis sie dabei empfinden ließ, dass sie irritierte.


    Anmerken ließ sie sich nichts, sie wartete einfach ab...

    Sylvana war immer noch in Siegelstatt und hütete mit wenigen verbliebenen die Überreste der heiligen Flamme. Die letzten tage lasteten schwerer auf ihren Schultern als die meisten DInge, die in ihrem Leben je geschehen waren.


    Allein saß sie im Halbdunkel nah bei der Feuerstelle. Sie wusste, dass in einigen Metern Entfernung gewiss Gardisten ein Auge auf sie hatten, doch sie hatte ausdrücklich darauf bestanden so allein zu sein, wie es für eine Frau ihres Standes gestattet war und dieser Befehl hatte allen gegolten, ganz gleich ob Priesterschaft oder Militär oder Tross.


    Die letzten Tage waren ein Sieg gewesen, doch hatten sie ihr unglaublich viel Kraft geraubt. Sie in Zweifel gestürzt und sie nach langer Zeit wieder einmal spüren lassen, dass sie nicht nur die Mutter Konfessor war, sondern auch nichts weiter als ein Mensch.


    Das Mal an ihrem Hals, der Kuss der Ignis, wollte nicht aufhören zu schmerzen. Ihre Arme kribbelten und ihr Verstand wehrte sich mit schwächer werdendem Widerstand gegen das Feuer in ihrem Herzen.


    Nachdenklich blickte sie auf ihre Hände. Was würde ihre Rolle in diesem großen Spiel sein? Wieviel musste noch verloren werden?
    Walays war beschäftigt und hatte seine eigenen Sorgen, doch an wen sollte sie sich wenden? Diese Welt war ihr nicht weniger fremd, als all den anderen zu ihr aufblickenden Menschen.


    Sie war allein. Zum ersten Mal seid Wochen war sie allein und hatte Zeit für sich, doch genau das war es jetzt, was sie fürchten ließ.


    Nur dieses Feuer war ihr geblieben. Nicht jenes in das sie hineinsah, sondern das, was jetzt in ihr brannte und sie in verwirrende Gedanken stürzte.

    Sylvana war die bemerkenswerte Eifrigkeit Ulrichs nicht entgangen. Sie lauschte mit halben Ohr, da sie ihre Aufmerksamkeit jederzeit der Juristrix wieder zuwenden wollte, wann diese danach verlangte.


    Ganz sachte, kaum merklich, zog sie die Stirn kraus und schien in Gedanken, ohne wirklich abwesend zu wirken.

    Sylvana wurde hellhörig. Dies schien ein längeres Gespräch zu werden.


    2-3 Magier... Das war viel in diesen Zeiten. Im Augenblick waren nur sie selbst und, sofern dieser nicht abgereist war, ein weiterer Magier zugegen den man dafür entbehren konnte. Lahar war mit anderen Dingen beschäftigt und lenkte den Xerikan.


    Sie hoffte darauf, dass andere aus Samar kommen würden, doch das würde noch Zeit brauchen und sie war sich nicht sicher ob sie diese hatten.


    Walays wusste das. Hoffentlich dachte er daran.

    Sylvana zeigte sich unbeeindruckt und unvermindert respektvoll und höflich.


    Wie erfreulich zu hören. Vielleicht können wir die zeit, so spärlich wir damit auch gesegnet sein mögen, dazu nutzen das versprochene Gespräch nachzuholen. Gestattet mir euch ebenfalls den Schatten unseres bescheidenen Lagers anzubieten.


    Sie machte eine einladende Geste.