Zu Besuch in Dunkelmulde

  • Die Nacht war ruhig in dem Waldstück im Süden von Aestoris. Es war Herbst geworden, oder auf dem Weg es zu werden und das war zumindest nachts bereits zu bemerken. Die wenigen, welche sich zur Zeit hierher verirrten kannten das Heulen der Wölfe des Waldes bereits. Eines Mischwaldes, dessen südlichster Teil eher weniger einläd betreten zu werden, aber jener direkt zwischen See und den Bergen, mag zwar ebenso ab und an unheimlich erscheinen, aber dennoch hat man hier nicht dieses innige Bedürfnis eher ausserhalb zu bleiben.


    Der schwarze Wolf saß am Seeufer und sah über dieses hinweg. Hier liefen Tag und Nacht anders, als auf dem Heerzug und das eine oder andere, lief ihm noch jetzt hinterher. Er lies seine Gedanken schweifen, sah Bilder vor seinem Geistigen Auge und manche davon, liessen seine Rute leicht hin und her streifen. Das Mondlicht lies sein Fell in einem kalten Nachtblau schimmern. Die großen Pfoten berühen das Wasser vor ihm immer dann, wenn der leichte Wind dieses ans Ufer schwappen lässt. Und der kräftige, nicht gerade kleine Wolf schnauft leise aus. Das kommende Jahr würde interessant werden, war es jetzt bereits, nur der Ausgang von allem war noch unklar. Aber eines war sicher, jetzt wieder hier in Aestoris angekommen genoss er es, endlich wieder in dieser Gestalt durch die Nacht streifen zu können. Den Wind im Fell, jegliche Gerüche in der Nase und das Flüstern des Lebens um sich herum, in den sich stets etwas bewegenden Ohren.


    Aestoris, nach so langer Zeit... manchmal gut, manchmal schlecht und auch ein paar Mal zum davon Laufen, hatte er etwas gefunden, was er Heimat nennen konnte und auch wollte. Er würde immer zu einem Teil ein Wanderer sein und reisen, aber ebenso wie dies sicher war, war es auch, dass er stets hierher zurück kehren würde. Nicht weil er musste, sonder... weil er es wollte.

  • Vanaja saß nun seit zwei Wochen im Sattel und konnte sich nicht vorstellen, dass die Menschen das wirklich so genossen, war es doch viel schöner in gewandelter Gestallt zu reisen. Aber dieses mal musste es so gehen, schließlich wollte sie Rapir besuchen, wie sie es ihm auf dem Sommerfeldzug versprochen hatte. Allerdings musste sie zu Pferd reisen, da sie sonst nicht ihr Zeug hätte mit schleppen können und zwei Wochen gewandelt rum laufen, wäre "tödlich" für sie gewesen.



    ,,So wo muss ich genau hin?

    Bei den 13en, dieser Wald ist aber auch unwirrklich. Ich hoff mal ich finde Rapir schnell. Ich will aus diesem verfluchten Sattel!",


    Dachte Vanaja bei sich und trieb das Pferd in den Wald hinein, da sie etwas roch, was ihr bekannt vor kam.

    Der Gebildete treibt die Genauigkeit nicht weiter, als es der Natur der Sache entspricht.


    Aristoteles


  • Irgendwann konnte sie einfach nicht mehr im Sattel sitzen. Also stieg sie vom Pferd ab, nahm die Zügel und ging weiter durch den Wald. Aber das tat einfach noch mehr weh.


    ,, Nie wieder reite!", dachte sie bei sich.


    Irgendwann kam sie zu einem See in dem sich der Mond spiegelte. Es sah so friedlich, so ruhig aus und das entschädigte sie für diese lange Reise. Denn sie musste an die See denken jnd daran wie oft sie den Mond sich hat spiegeln sehen.

    Der Gebildete treibt die Genauigkeit nicht weiter, als es der Natur der Sache entspricht.


    Aristoteles


  • Die großen Ohren zuckten, als er das Pferd heran nahem hörte und dann auch, als dieses anhielt und jemand abstieg. Die Nase in den Wind gehoben, sog er die Nachtluft tief ein und wenn Wölfe lächeln könnten, zeigte er gerade ein solches. Sie hatte also Wort gehalten und kam ihn besuchen, angenehmer Besuch, wie er fand. Ruhig hob er den massigen Hintern und streckte sich erst einmal. Ehe er sich gegen den Wind Reiter und Pferd näherte.

    Zwischen zwei Bäumen, noch verdeckt von Büschen blieb er stehen, es wäre unklug... so sehr es auch reizen mochte, ihr jetzt so gegenüber zu treten. So entschied er sich, zuerst seine menschliche Gestalt wieder an zu nehmen. Was bei ihm, dankenswerter Weise ohne Schmerzen verlief und mehr noch, behielt er seine Kleidung am Körper. Schlichte, schwarze Hose, ein Hemd und Stiefel. Keine Waffe an seiner Seite, kein Hut auf den geflochtenen, schwarzen Haaren mit den roten Spitzen. Welche zu einem störrischen Pferdeschwanz gebändigt waren. Jetzt, hier in der Nacht, im Licht des Mondes, wirkte seine Haut heller, aber das war wohl bei vielen der Fall. Als er zwischen den Bäumen hervor trat und in ihre Richtung blickte. Näher heran kam und den Kopf zum Gruß zu senken. Ein höfliches Nicken. "Ich grüße dich, Vanaja. Es freut mich, dass du hierher hast gefunden. Willkommen in Dunkelmulde." Sein typischer Akzent war nicht zu überhören. Bis auf den Umstand, dass er keinerlei Waffen bei sich trug und auch seine Kleidung eher alltäglich denn der des Felszuges gleich kam, gab es nur einen kleinen Unterschied. Die wölfischen Augen, welche sonst bernsteinfarben beinahe leuchteten, hatten ihre Farbe verloren und die gelbe Iris war einer weißen gewichen. "Komm, ich bringe dich zu meiner Hütte, dort kann dein Pferd rasten und wir... in Ruhe reden. Bist du hungrig oder durstig?"

  • Vanaja konnte ihn zwar nicht richen, jedeoch aber hören und musste grinsen.


    ,, Den 13en zum Gruße Rapir!", grüßte Vanaja hurück und drückte ihr rechte Faust auf die Brust und nickte leicht mit dem Kopf, ,, Ich möchte es mal so sagen, hätte ich meine Nase nicht, hätte ich es wohl nicht direkt gefunden und wäre zum nächsten Dorf wohl geritten. Hungrig nocht direkt, aber wohl etwas durstig. Ich bitte dich nur darum mich vor erst sgehen zu lassen. Ich bin es nicht so gewohnt so viel zu reiten, da ich es zu mal erst anfang diesen jahres erst gelernt habe."


    Sie stand leicht breitbeinig da, ihr rotes Kampfkleid an, das Sax wie immer an Gürtel geschnürt, die Haare waren wieder etwas kürzer geworden, da sie zwischen zeitig einen Babier aufgesucht hatte. Sie musterte Rapir nebenbei und bemerkte, dass er anders aussah als sonst, wisste aber noch nicht ganz genau aber wases war. Denn der Mond beleuchtet ihn so stark, das er generell ihr anders vor kam.

    Der Gebildete treibt die Genauigkeit nicht weiter, als es der Natur der Sache entspricht.


    Aristoteles