Ein längst überfälliger Besuch

  • Kurz nachdem Nandala's flüsternde Worte ihre Lippen verlassen hatten, spürte nicht nur sie, sondern auch Milan und Aiden, wie der schwache Pulsschlag des Baumes

    stärker und ein wenig schneller wurde. Der Weihrauch, der noch in der Baumkrone verwoben erschien, löste sich auf, als würden die Blätter ihn aufnehmen. War es eine Illusion oder erschienen die Blätter plötzlich ein klein wenig grüner? Irgendetwas schien sich zu verändern...

  • Aiden merkte die Veränderung die mit dem Baum vorging. Er brauchte nicht lange zu überlegen was zu tun war. "Mögen die Kräfte Terras und der zwölf dich stärken und unterstützen." Mit diesen Worten gab er einen Großteil seiner Energien in den Stamm des Baumes, man konnte das knistern zwischen seinen Fingern deutlich wahrnehmen.

    "Ich bin ihr Götter seid mein Zeug, blutend aber Ungebeugt"


    "Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen."

  • Nandala lächelt leise und lauscht auf eine Stimme, wie es scheint. ""Deine Göttin Arborea und mein Herr Nandus seien meine Zeugen - nie werde ich dich vergessen. Und wenn du bereit bist zurück zu uns zu kommen, stehe ich an deiner Seite.", flüstert sie, bevor auch sie in die Quelle ihrer Kraft greift und ein wenig davon in Turiya ziehen lässt. Sie merkt, wie einige Tropfen am Ast, an dem sie sich festhält, herablaufen. Sie funkeln grünlich. Sie fängt ein paar davon auf in einer kleinen Phiole. Sie kann nicht anders. "Turiya, du bist nicht vergessen und du wirst es nicht! Ein jeder von uns erinnert sich an dich. Ich schließe dich in meine Gebete ein. Jeden Tag." sagt Nandala dann mit etwas lauterer Stimme. Noch einmal lässt sie Macht durch ihre Hand in den Baum fließen. Dann ruft sie die Elemente an:

    "Terra und Aeris, Aqua und Ignis, Gegensätze, die Teil des Ganzen sind,

    Magica, die alles im Gleichgewicht hält,

    seit hier an unserer Seite!

    Nandus und Arborea, ihr Götter unserer alten Heimat,

    Steht Turiya beiseite!

    Das sie niemals einsam ist.

    Das sie niemals schwach ist.

    Das sie niemals vergisst, das wir auf Sie warten.

    Das sie den Weg zurück findet, wenn ihre Seele darum bittet.

    Turiya,

    Den tiefen Frieden im rauschen der Wellen, den wünsche ich dir.

    Den tiefen Frieden im schmeichelnden Wind, den wünsche ich dir.

    Den tiefen Frieden über dem stillen Land, den wünsche ich dir.

    Den tiefen Frieden unter den leuchtenden Sternen, den wünsche ich dir.

    Den tiefen Frieden des goldenen Traums, den wünsche ich dir."

    Mache jeden Tag eine neue Erfahrung, sei ewiger Student, der Tag dein Lehrmeister.

  • Als Sie sah was Aiden und Nandala gaben und welche Wirkung es auf Turiya schien, überlegte Sie kurz.


    Wie war es nochmal?...Die Heimat ist so weit weg, soviel Zeit ist vergangen...Savesia...Deine Worte hallen noch immer in mir. Sie gaben mir Hoffung. Gib diese nun auch Turyia.


    Milan zog die kleine Silberne Eule aus Ihrer Gürteltasche und stellte diese neben die Weihrauchschale von Nandala. Ihre Finger legen sich leicht an den Baum und auf die Eule.

    "Que sempre tinguis un amic al teu costat, que et donarà confiança si no vols la llum i la força."

    (Übersetzung: Mögest du immer einen Freund an deiner Seite haben, der dir Vertrauen gibt, wenn es dir an Licht und Kraft gebricht.)


    Sie schaut hoch in die Krone des Baumes...


    "Que la felicitat sigui sempre per a vosaltres, com els bons amics sempre estaran a prop teu, pot ser que cada dia que vingui a portar una alegria especial, que fa la teva vida més brillante"

    (Übersetzung: Möge das Glück immer greifbar sein für dich, mögen gute Freunde immer in deiner Nähe sein, möge dir jeder Tag, der kommt, eine besondere Freude bringen,
    die dein Leben heller macht.)


    "Wir sind immer bei dir Turiya...Du bist nicht alleine...Diese Worte meinerGöttin haben mir damals geholfen und nun sollen Sie dir helfen...Ich stelle dir Savesia´s Eule zur Seite...Sie wird über dich Wachen."


    Die Magie und die Medizin haben so manches gemeinsam, wenn man Sie nicht richtig beherrscht geht es schief.

  • Es war wieder unmerklich, doch weitere Veränderungen verzogen sich langsam am Baum. Die Blätter wurden grüner und fleischiger, die Zweige und Äste schienen kräftiger zu werden, die Rinde wirkte stärker als zu vor und die Wurzeln schienen sich im Boden zu verfestigen, als gewänne der Baum an mehr Halt, Kraft und Stabilität.

  • Den Blick noch immer in die Baumkrone richtet lächelt Sie. Das Bild von Ihr...Ihre Stimme...die Dankbarkeit...das Gefühl des Herzschlages...so unbeschreiblich aber dennoch so greifbar.


    Sie schaut auf Ihre Hand und legt den Kopf leicht schief. Eine Träne?...Kann das den möglich sein?


    Milan nahm die Eule hoch und legte diese in das kleine Astloch über ihr. Sie schaut zu Aiden und Nandala.

    Auch die beiden scheinen die Verbindung zu Turiya verstärkt zu haben.


    Ob es die beiden auch so spüren wir ich?

    Die Magie und die Medizin haben so manches gemeinsam, wenn man Sie nicht richtig beherrscht geht es schief.

  • "vielleicht kann Nandus helfen" flüstert Nandala und löst für wenige Augenblicke den Kontakt zum Baum. Während sie sich zwischen die Wurzeln des Baumes setzt um den Kontakt zu Turiya wieder herzustellen, dann greift sie in Ihre Gürteltasche und holt ein Satz Inra-Karten hervor. Kupfer golden leuchtet ihr Deckblatt. Sie mischt die Karten, konzentriert sich, und beginnt leise zu beten:

    "ihr Elemente Mythodeas, Aqua, mit deinen unendlichen Fluten, steh mir bei. Ignis, in deinem Feuer, das uns Tag und Nacht begleitet, Steh mir bei. A eris, mit deinen stillen Winden und lauten Stürmen, steh mir bei. Terra, auf dir sind wir geborgen, durch dich sind wir gestärkt, steh mir bei. Magica, du bist das Gleichgewicht der Kräfte, steh mir bei. Durch Euch bitte ich meinen Herren Nandus, steh mir bei. Sei mein Pfad durch das Labyrinth der Unwissenheit, Zeig mir und durch mich meiner Freundin Turiya, was sie verloren hat. Schenke ihr die Erinnerungen, die sie gesehen und wieder vergessen hat seit dem Sommerwinter. Schenke ihr das Zeitgefühl, das sie hier verankert. Satinavs Weisheit sei für sie nie wieder verloren. Deine Weisheit teile mit ihr durch mich, damit sie sich nicht wieder verliert. Sie folgt nicht deinem Weg, aber auch sie ist ein Lebewesen voller Wissen und Erinnerungen, die ich lernen möchte, deinen Lehren treu. Durch deinen Segen lass uns erkennen, wo Thysske ist. Wann er hier war. Was sein Ziel ist. Lass uns Teil Haben an deiner göttlichen Weisheit. [Zauber göttliche Weisheit wird gewirkt]

    Nandala sackt schwer gegen den Stamm, während sie in sich auf Antwort ihres Gottes lauscht. Oder der Elemente. Vielleicht hört mich Terra?

  • "Mein Herr, ich danke dir für dieses Wissen" flüstert Nandala, etwas angeschlagen ob der verwendeten Magie und durch die Flut an Erinnerungen. "Turiya, hast du gesehen, was ich gesehen habe? Tyskke sucht etwas. Ein Wick....Wicklaran. Was ist das?" fragt sie leise. "Aber es geht ihm gut... Wütend, ja, das ist er, aber er wird alles geben, um wieder zu dir zu kommen, nachdem er gefunden hat, was du brauchst. Die Wut ist sein Antrieb, die Wut hilflos zu sein....."

    Mache jeden Tag eine neue Erfahrung, sei ewiger Student, der Tag dein Lehrmeister.

  • Nach dem die Besucher von Turiyas Baum gegangen waren, vergingen viele Tage und Nächte. Auch Tyskke wurde nicht mehr gesehen. Eines frühen Morgens jedoch, während dichter Nebel über den Boden waberte, erschien eine hohe ungewöhnlich aussehende Rauchwolke über den Hain. So schnell sie in den Himmel geschossen war, so schnell sackte sie auch wieder in sich zusammen. An der Stelle, an welcher der Baum von Turiya stand, war nur noch aufgewühlte Erde vorzufinden. Einige verbrannte Blätter und Zweige waren zu sehen, doch zu wenige, als wäre der ganze Baum verbrannt. Wurzeln schienen aus dem Boden gerissen zu sein. Dennoch sprossen bereits erste kleine Pflanzen hoffnungsvoll auf der seltsam verkohlten Erde.


    An der Küste sah man auf dem Meer in der Ferne ein Boot mit den Symbolen der Skynten. Es schien nur eine große Person an Bord zu sein, die beschützend etwas in den Händen hielt.