• Wann: einige Wochen vor dem Feldzug 15 n.d.E (Sommer 2017)
    Wo: Exilia, große Wiese vor Myrhenka
    Wer: Teroc und alle die zufällig da sind

    Der salzige Meeresatem wehte wieder einmal landeinwärts. Die Augend zusammenkneifend blickte der dunkle Rahak'dun fasziniert diese gewaltige Statue eines vermeintlichen Terra-Elementars an.

    Gewaltig, einfach nur gewaltig.

    Teroc hatte schon vieles gesehen. Hatte davon gehört, dass ein Teil der Mauer im Osten aus 100 Meter hohen Terraelementaren entstanden sein soll, aber so etwas lebendig in Stein vor sich zu sehen, war immer noch sehr viel für ihn. Der Grüne stand vor dem Sattler, welcher seine Rüstung zumindest einigermaßen in Schuss bringen sollte. Kränklich sah er aus, hustete ab und zu. Offensichtlich fühlte er sich auch nicht so gut, aber ertrug es stoisch und kratzte sich an seiner Stirn den blauen Kristall. Zu viel Zeug... dachte er sich.

    Etwas weiter wanderte er dann an dem Steinberg vorbei und versuchte irgendwie einen Weg auf die Mauer zu finden, um einen Blick auf das Meer zu erhaschen.

  • Aus dem Schatten am Fuß des erstarrten Riesen löste sich eine kleine Gestalt. Eigentlich hatte ihr Vater sie davor gewarnt, so nah heranzugehen und sie achtete darauf, dass ihr Bruder Tang sie nicht sah, denn er würde sie ohne Zweifel verpetzen. Inzwischen war er 13 Jahre alt und noch immer ganz wild darauf, Larkreiter zu werden. Deshalb war er außerordentlich rechtschaffend und sehr eifrig, jedem seinen Fleiß unter Beweis zu stellen (trotzdem erwischte sie ihn manchmal beim Nasebohren). Aber Auria hatte keine Angst vor Myrhenka. Er hatte sich seit Monaten nicht bewegt und würde ihr nichts tun. Außerdem war er ein Cubitor! Seit einigen Wochen hatte sie es sich zur Angewohnheit gemacht, ihn regelmäßig zu besuchen. Sie erzähle ihm dann, was immer ihr gerade einfiel und er war ein sehr geduldiger Zuhörer. Zwar hatte sie noch nie eine Antwort bekommen, aber die bekam sie auch von ihrem Strohhund nicht und trotzdem wusste sie, dass er sich freute, wenn sie mit ihm sprach. Heute hatte sie den Bücklingen geholfen, die in Myrhenkas Garten die Bete gepflegt hatten und war danach schnurstracks zu ihm gelaufen, um ihm davon zu berichten. Ihre Hände waren noch ganz erdig, aber sie wischte sie an der Schürze aus kräftigem Leder ab, die sie, seit ihr Vater sie vor ein paar Wochen ihren ersten eigenen Nagel schmieden ließ und für sie feststand, dass sie Schmiedin werden würde, nicht mehr freiwillig ablegte, als sie sich von Myrhenka verabschiedete und dem Rahak'Dun folgte.

    Die Achtjährige zögerte kaum, als sie ihn ansprach. Sie war in Exilia geboren und wusste, dass man mit manchen Fremden vorsichtig sein musste und manche Völker kaum durchschaubare Benimmregeln aufstellten. Selbst mancher erwachsene Mensch unterhielt sich nicht gerne mit einem Kind. Sie versuchte, so höflich wie möglich zu sein, aber ihre Neugier gewann rasch Überhand:

    "Seid ihr nicht der, der so lange geschlafen hat?", fragte sie, als sie Teroc erreicht hatte. Sie hatte seinen suchenden Blick gesehen. "Wenn Ihr auf die Mauer wollt, müsst ihr zurück. In dem Turm da ist eine Treppe" fügte sie hinzu und deutete auf einen Turm nicht weit hinter ihnen in der Außenmauer. Sie begleitete ihn und während sie nebeneinander gingen, deutete sie auf seine Stirn und fragte: "Was ist das?"

    „Wenn Ihr es genau nehmen wollt: Man spricht es [ˈgal.vɪn]. Das e am Ende ist stumm.“